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Tradition

Amelie Huber ist charmante Ballkönigin

Das Geheimnis ist gelüftet: Die 24-Jährige bereichert den seit Wochen ausverkauften Jubiläumsball der Rodinger Burschen.
Von Bastian Schreiner

Es ist seit jeher das Recht des Vorstands, die Ballkönigin zu küren: In diesem Jahr ist Amelie Huber der Glanzpunkt des traditionellen Rosenmontagsball in der Rodinger Stadthalle. Foto: Schreiner
Es ist seit jeher das Recht des Vorstands, die Ballkönigin zu küren: In diesem Jahr ist Amelie Huber der Glanzpunkt des traditionellen Rosenmontagsball in der Rodinger Stadthalle. Foto: Schreiner

Roding. Alle Augen waren am Montagabend auf sie gerichtet: Amelie Huber ist in ihrem ivory farbenen Kleid der Kutsche entstiegen und an der Seite von Burschenvorstand Rudolf Heinz in den Saal der Stadthalle eingezogen. Der Burschenball ist traditionell der Höhepunkt im Rodinger Fasching – zum 135. Jubiläum in diesem Jahr in besonderer Weise. In dieser Tradition zu stehen, macht auch jede Dame stolz, die zur Ballkönigin auserwählt wird. „Das ist eine Riesenehre“, sagt die 24-jährige Rodingerin.

Seit Wochen war der Burschenball ausverkauft, nach Eintrittskarten wurde sogar per Zeitungsanzeige gesucht. Um ein Ticket für die Ballnacht musste sich Amelie Huber nicht kümmern, sie hatte nämlich das große Los gezogen. Burschenchef Rudolf Heinz hat der Pädagogin das ehrenvolle Amt Anfang Dezember beim Kaffeetrinken angetragen. „Ich war total überrascht, weil ich dachte, dass die Ballkönigin schon längst feststeht“, erzählt Amelie. Zumal sie als „Zugroste“ niemals mit einer Anfrage gerechnet habe. Doch überlegen musste sie nicht lange: „Ich habe gleich zugesagt.“

Wissenswertes über die Königin

  • Wohnort:

    Die gebürtige Regensburgerin wohnt seit ihrem elften Lebensjahr in Roding. Vor kurzem ist sie mit ihrem Freund Martin Krottenthaler in eine gemeinsame Wohnung gezogen.

  • Lebenslauf:

    Nach dem Abitur am Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium in Cham hat sie in Nürnberg und Regensburg studiert und arbeitet nun als Pädagogin in der Praxis ihrer Mutter.

  • Hobbys:

    In ihrer Freizeit ist Amelie Huber im Tanzclub Rodingia engagiert und tanzt bei den Rodinger Gewichtheber-Showgirls. Des Weiteren dekoriert sie gerne.

Der Schwarz-Weiß-Ball war für sie schon in den vergangenen Jahren „ein Muss“, obgleich sie auch gerne maskierte Faschingsbälle besucht. Beim letztjährigen Burschenball habe sie mit ihrem Freund Martin die Ankunft der Königin in der Kutsche verfolgt. „Ich habe zu ihm gesagt, dass ich da auch gerne einmal mitfahren würde“, berichtet sie. Nun geht ihr Wunsch in Erfüllung. „Das hätte ich mir nie erträumen lassen“, sagt Amelie ein Jahr später.

Liebe auf den ersten Blick

Nach der Zusage setzte die 24-Jährige alle Hebel in Bewegung, musste doch das passende Ballkleid gefunden werden. Sie hat mehrere Brautmodengeschäfte abgeklappert – und wurde schließlich in Stamsried fündig. „Das Kleid hat mir sofort gefallen, das war Liebe auf den ersten Blick“, schwärmt Amelie, die das Kleid unbedingt im Landkreis kaufen wollte. Die Farbe des Ballkleides heißt „ivory“ – englisch für Elfenbein. Der Rock ist in einem Rosé-Ton gehalten.

Über 80 Ballorden wurden gebastelt. Foto: Schreiner
Über 80 Ballorden wurden gebastelt. Foto: Schreiner

Danach ging es daran, die Ballorden zu gestalten. „Auf den letzten Drücker“ seien alle fertig geworden. Über 80 Stück hat Amelie Huber unter tatkräftiger Mithilfe ihrer Verwandten und Freunde angefertigt – farblich auf das Kleid abgestimmt. „Da wir keine Profis und handwerklich nicht so begabt sind, haben alle zusammengeholfen. Dafür sind die Orden mit viel Liebe gemacht“, sagt ihre Mutter Claudia mit einem Augenzwinkern. Sie ist Geschäftsführerin einer pädagogisch-therapeutischen Privatpraxis mit den Standorten Schwandorf, Regensburg und Roding. Amelie arbeitet dort als Pädagogin und ist vor allem für das Qualitätsmanagement zuständig. Die Familie, die voll und ganz hinter der Entscheidung der jungen Dame steht, hat die aufwendige Vorbereitungsphase gemeistert. Umso näher die Ballnacht rückt, desto nervöser wird Amelie. „Aber die Vorfreude ist viel größer“, sagt sie. „Ich freue mich auf die zwei, drei Tage, die durchgefeiert werden.“ Denn nach der rauschenden Ballnacht am Rosenmontag geht es am Dienstagfrüh zum Lüngerlessen in den Gasthof Brantl, ehe am Dienstagabend der Kehraus im Reimwirt stattfindet. Nach der Beerdigung des Prinz Karneval und dem traditionellen Tauerzug zur Regenbrücke beschließt das Bratheringessen im Coco den Veranstaltungsreigen.

Viele Spekulationen

Amelie Huber an der Seite von Rudi Heinz Foto: Schreiner
Amelie Huber an der Seite von Rudi Heinz Foto: Schreiner

Das Geheimnis zu behüten, sei anstrengender als gedacht gewesen. Seit Ende des Jahres seien die Spekulationen in die Höhe geschossen. „In Roding wird sehr viel getratscht“, meint Amelie und grinst. In den vergangenen Wochen sei auch die 24-Jährige immer wieder als Ballkönigin ins Gespräch gebracht worden. Es sei sehr schwierig gewesen, die hartnäckigen Gerüchte zu dementieren. „Mir hat es fast schon leid getan, Freunde anlügen zu müssen“, gibt sie zu. Dass ihr Auto in Stamsried gesichtet worden ist, habe die Debatte erneut angeheizt. „Doch bis auf die Kernfamilie, meinem Freund Martin, meiner besten Freundin und meiner Frisörin habe ich es niemanden gesagt“, so Amelie.

Nach der stressigen Zeit im Vorfeld will die junge Dame ihr ehrenvolles Amt genießen. Fit für das Tanzparkett ist die Ballkönigin auf jeden Fall, tanzt sie doch beim TC Rodingia und den Gewichtheber-Showgirls.

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