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Europa

An die Stämme, fertig, los!

Ab Donnerstag zeigen Künstler aus Bad Kötzting und Susice vier Tage ihre Ideen zum Thema „Wald – Heimat – Grenzenlos“
Von Roman Hiendlmaier

Die Umsetzung künstlerischer Ideen zum Thema „Wald - Heimat – Grenzenlos“ können Interessierte ab Donnerstag beim Holzbildhauer-Symposium mitverfolgen. Foto: Patrick Seeger/dpa
Die Umsetzung künstlerischer Ideen zum Thema „Wald - Heimat – Grenzenlos“ können Interessierte ab Donnerstag beim Holzbildhauer-Symposium mitverfolgen. Foto: Patrick Seeger/dpa

Bad Kötzting. Unter dem Leitwort „Wald – Heimat – Grenzenlos“ wird Anfang Oktober ein Bildhauersymposium stattfinden. Daran teilnehmen werden laut Organisator Leo Schötz drei Künstler aus dem Raum Susice und vier aus dem Raum Bad Kötzting, die von Leo Schötz engagiert werden, der sich auch selbst unter die Holzgestalter mischt .

Um die Beziehung zur Waldheimat auf beiden Seiten der Grenze Bayerischer Wald und Böhmerwald hervorzuheben, wird Holz das Material sein, mit dem die Künstler ihre Werke gestalten. Das Kunst-Symposium soll bewusst nicht im stillen Ateliers-Kämmerlein erfolgen, erklärt Leo Schötz, sondern möglichst prominent in einer guten Stube der Stadt Bad Kötzting: dem Kurpark. Die Bildhauer arbeiten ab Donnerstag im Pavillon des Kurparks, so dass auch Bürger und Gäste der Stadt die Möglichkeit haben, den Künstlern bei der Arbeit zusehen zu können. Auch Schötz

Künstler und kreative Schüler

„Ich habe Fichtenstämme mit einer Höhe von rund zweieinhalb Metern und einem Durchmesser von rund 50Zentimetern besorgt, an der die Künster ihre Ideen zum Thema umsetzen werdebn,“ erklärt Leo Schötz, der bei dem Symposium in einer Doppel-Funktion auftritt: als Organisator und Künstler. Ein Künstler erbat sich zudem von Schötz einen mächtigen Stamm aus Lärche, um ein Werk zu erschaffen, dass jedoch erst nach Abschluss des Symposiums vollendet sein wird.Die weiteren deutschen Künstler sind Rainer Heinrichmeyer und Johann Tremmel.

Mit Bildhauersymposium wird eine Veranstaltung bezeichnet, bei der mehrere Schöpfer plastischer Kunstwerke zusammenkommen und in einer gemeinsamen Werkstätte oder Werkplatz Skulpturen entwerfen und gestalten. Die Künstler setzen sich mit dem gleichen Material oder dem gleichen Thema auseinander und bilden ein gemeinsames Forum.

Im Kurperk-Pavillon werden ab Donnerstag die Holzbildhauer drei Tage arbeiten, so dass Kunst-Interessierte die Möglichkeit haben, ihnen bei der Arbeit über die Schulter sehen zu können.

Gern integriert ins kulturelle Miteinander zwischen Bad Kötzting und Susice wird der Nachwuchs beider Städte, der dabei auch selber Furore machte: Vor zwei Jahren brachten es Bad Kötztinger Realschüler zusammen mit Gymnasiasten aus Susice zu einem Staatspreis brachten, den ihnen Staatssekretär Bernd Sibler persönlich überreichte.

Am Wochenende werden neben den Künstler-Profis je 20 – 25 Schüler der Realschule und des Gymnasiums Bad Kötzting, wie auch Schüler des Gymnasiums Susice an dem Projekt teilnehmen. Sie bekommen die Aufgabe gestellt: Male, zeichne, collagiere, gestalte dein Bild zum Thema „Wald-Heimat“. Stelle dar, was für dich Heimat bedeutet. „Es sind erfreulich viele junge Künstler ihre Kreativität bewiesen,“ so Leo Schötz. „Es sind sehr viele interessante und auch witzige Beiträge darunter.“ Als Kunsterziehungslehrer und Ausstellungsmacher – unter anderem ist er Kurator der Bad Kötztinger Pfingstausstellung – ist Schötz zum einen Künstler, aber auch erfahrener Kunst-Erklärer.

Schötz hat selbst seine Kunstwerke mehrfach in Böhmen präsentiert, darunter auch einem Symposium mit dem Titel „Natur und Stadt“. Aktuell präsentiert die Deggendorfer Stadtgalerie nach dem Motto des Künstlers „Mal gestern, mal heute“ rund 70 Bilder und Zeichnungen vom in Pulling lebenden Gymnasiallehrer, die seit den 1980er Jahren entstanden sind.

Für die ab dem Wochenende in der Jahnhalle geplante Ausstellung wird aus dem Künster wieder ein Kurator: schon aus Platzgründen wird er er aus den Schülerbeiträgen eine Auswahl treffen müssen.

Zusammen kommt, was zusammen gehört, dann am Sonntag: Zur Finissage des Holzsymposiums im Kurpark gesellt sich die Vernissage der Schülerarbeiten in der Jahnhalle. Nachdem die Werke einige Zeit in Bad Kötzting für die Allgemeinheit zugänglich sind, werden die Werke auch in Susice ausgestellt.

Knapp 25 Jahre Freundschaft

Seit 1995 flutscht der Austausch zwischen Bayern und Tschechen über die Grenze hinweg. Von den Feuerwehren bis zu den Sportlern reicht die Bandbreite der regelmäßigen Begegnungen, flankiert von einem kulturellen Austausch, der nicht selten über die Douzelage-Förderer um Isolde Emberger und Wolfgang Kerscher läuft.

Ihre Freude an der guten, grenzüberschreitenden Kultur-Kooperation hat in diesem Fall auch die EU: Die Euregio Bayerwald-Böhmerwald übernimmt 85 Prozent aller bei dem Projekt anfallenden Kosten. Gefördert wird das Projekt aus dem Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Freistaat Bayern – Tschechische Republik Ziel ETZ 2014-2020

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