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Kommune

Andauernder Zank um die Firmen-Zufahrt

Nach der Fertigstellung der Ortsumgehung Wetterfeld gibt es noch immer viele offene Fragen zur Anbindung des Schrotthändlers.
Von Bastian Schreiner und Thomas Mühlbauer

Die Behelfszufahrt muss laut Staatlichem Bauamt wieder rückgebaut werden. Diese Tatsache stößt bei den Wetterfeldern auf Unmut. Foto: bs
Die Behelfszufahrt muss laut Staatlichem Bauamt wieder rückgebaut werden. Diese Tatsache stößt bei den Wetterfeldern auf Unmut. Foto: bs

Roding.Seit Monaten ringen Stadt und Staatliches Bauamt Regensburg um eine Lösung für die Firmenzufahrt Riedl in Wetterfeld. Seit Monaten dreht sich die Debatte im Kreis. Ein Ende ist momentan nicht absehbar. Im Gegenteil. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates nahm die Diskussion Fahrt auf. Der Grund: Die Stadt muss alle Kosten für die Anbindung tragen. Das stieß bei Stadtrat Andreas Bucher auf große Verwunderung, da zunächst ein Drittel der Kosten zugesagt worden sei. Auch Rainer Schwarzfischer hatte die Zusage des Bauamtes in Erinnerung.

Die Ausgangslage: Während der Bauzeit habe man das Unternehmen mit einer provisorischen Zufahrt über den Bundesstraßenzubringer erschlossen. Dies sei jedoch keine endgültige Lösung, da im Kreuzungsbereich einer Bundesstraße keine Anlieger angebunden werden dürfen, stellte Baudirektor Dr. Richard Bosl klar. Geplant sei, dass die Firma über die Gemeindeverbindungsstraße durch Wetterfeld angebunden wird. Man wolle keinen Präzedenzfall schaffen, so Bosl. Die Bürger machen gegen die drohende Lärmbelästigung mobil, da der Schwerlastverkehr trotz Tunnels nun doch wieder ins Dorf geholt wird. „Das werden die Wetterfelder nicht hinnehmen“, betonte Bucher.

Kosten als Knackpunkt

2017 begann man die Behelfszufahrt mit Füllmaterial zu überschütten.
2017 begann man die Behelfszufahrt mit Füllmaterial zu überschütten.

Zur Frequenz des Lieferverkehrs präsentierte Baudirektor Bosl das Ergebnis einer Zählung, wonach im Winter täglich 15 Lastwagen hin- und herfahren – ein vergleichsweise niedriger Wert. Stadtrat Bucher merkte an, dass in den Sommermonaten deutlich mehr Fahrten zu erwarten sind. Die Messung des Staatlichen Bauamtes sei demnach kein Maßstab. Bosl sieht den Ball im Spielfeld der Stadt: „Es wird weitere Gespräche geben, letztendlich liegt die Entscheidung bei der Stadt.“ Diese müsse die neue Anbindung auch finanzieren. Die Stadträte erinnerten sich aber daran, dass von einer Aufteilung der Kosten die Rede war. Diese Aussage konnte Dr. Bosl nicht bestätigen. Abschließend sagte Bürgermeister Franz Reichold, dass die Entscheidung für die Anbindung der Firma noch nicht gefallen sei. Hinsichtlich der Kosten-Thematik werde man die Niederschriften der Treffen nachlesen und das Problem klären.

Die Zufahrts-Debatte im Zeitraffer

  • April 2017:

    Die Anbindung der Firma Riedl an die B 85 wird bei der Bürgerversammlung heftig diskutiert.

  • August 2017:

    Eine Lösung kann laut Staatlichen Bauamt sein, die Zufahrt als Gemeindestraße anzubinden.

  • Oktober 2017:

    Die Lage bleibt verzwickt. Bürgermeister: „Ich sag‘ es ganz ehrlich, ich bin zurzeit nicht sehr optimistisch, dass es was wird.“

  • März 2018:

    Keine Lösung in Sicht, die Fronten sind verhärtet. (bs)

Für Diskussionsstoff sorgt zudem eine anonyme Anzeige wegen einer verfüllten Altstraße im Bereich des ehemaligen Wetterfelder Sportplatzes. Wie Stadtrat Andreas Bucher am Donnerstagnachmittag im Gespräch mit unserem Medienhaus wissen ließ, wurde die Behelfszufahrt nicht rückgebaut, sondern mit Füllmaterial überschüttet. Er stellte sich die Frage, was passiert, wenn das Grundstück später verkauft wird und man darauf etwas errichten möchte. „Wenn man dann auf die überschüttete Behelfsumfahrung stößt, sind das Altlasten, die entsorgt werden müssen“, sagte er.

Anonyme Anzeige

Die Straße sieht man nicht mehr, das Gelände wurde begradigt.Fotos: rtn
Die Straße sieht man nicht mehr, das Gelände wurde begradigt.Fotos: rtn

Abteilungsleiter Richard Bosl bestätigte, dass zu dieser Thematik bereits eine anonyme Anzeige beim Landratsamt eingegangen sei. Er erklärte, dass die Straße während der Bauphase als Zufahrt zum Baubüro und zur Firma Eder gedient habe. Die Straße wurde so ausgebaut, dass ein Winterdienst möglich war. In der Stadtratssitzung am Abend ergänzte er, dass die asphaltierte Trasse mit Frostschutz auf Bundesgrund verfüllt worden sei. Dazu habe man sich aus wirtschaftlichen Gründen entschieden. Dies würde eine Nachnutzung des Areals nicht beeinträchtigen. Bosl weiter: „Es wurde herkömmlicher Asphalt verwendet, zudem ist das Material komplett unschädlich.“

Weiter ließ der Baudirektor wissen, dass sich das Grundstück derzeit noch im Bundeseigentum befinde. Sollte später ein potenzieller Kaufinteressent bereits im Vorfeld diesbezüglich Bedenken anmelden, müsse man das Grundstück nicht verkaufen. Stadtrat Bucher kommentierte diese Aussagen im Gespräch mit unserem Medienhaus wie folgt: „Für so ein Verhalten und so eine Vorgehensweise fehlt mir jedes Verständnis.“

Mit den Bedenken konfrontierten wir das Sachgebiet Umweltschutz des Landratsamtes. „Ob es sich bei der Überfüllung der Behelfsumfahrung in Wetterfeld um eine schädliche Bodenveränderung im Sinne der Bodenschutzgesetze handelt, bedarf einer genauen Prüfung. Dazu müssen weitere Fachstellen, wie zum Beispiel das Wasserwirtschaftsamt, beteiligt werden. Eine abschließende Aussage kann deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden“, teilte Pressesprecher Friedrich Schuhbauer mit.

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