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Anfassen statt nur Gucken

Ferien daheim sind im Bayerwald kein Problem: In der Erlebniswelt Flederwisch in Furth können Besucher eine Zeitreise machen.

Die Familie Zach aus Oberviechtach hat die Erlebniswelt Flederwisch im Internet entdeckt. Die sechs Erwachsenen und acht Kinder waren vom Angebot begeistert.  Foto: Gruber
Die Familie Zach aus Oberviechtach hat die Erlebniswelt Flederwisch im Internet entdeckt. Die sechs Erwachsenen und acht Kinder waren vom Angebot begeistert. Foto: Gruber Foto: Gruber/Gruber

Furth im Wald.Kaum ein Bundesland hat so viel zu bieten wie Bayern. Gerade im Sommer sind die Ausflugsmöglichkeiten fast endlos. Tausende von Urlaubern kommen deshalb in den Freistaat. Aber auch für die Einheimischen gibt es natürlich viel zu entdecken. Und das muss nicht einmal viel kosten.

Ein solches Ausflugsziel ist zum Beispiel die Further Erlebniswelt Flederwisch. Die hat es heuer sogar in ein Verzeichnis des Radiosenders Antenne-Bayern geschafft, das die schönsten Tagesausflüge in der Oberpfalz auflistet. An einem Freitag hatte bei Geschäftsführer Rolf Schüler das Handy geklingelt, sagt er. Am anderen Ende der Leitung war Radiomoderatorin Alisa Gütle. Sie wollte von Schüler wissen, was die Erlebniswelt hinter dem Further Bahnhof zu einem überregionalen Anziehungspunkt, insbesondere für Familien, mache.

Weniger Handy, mehr Abenteuer

Als Rolf Schüler und sein Bruder Alex vor fast zwei Jahrzehnten am Lagerplatz ein Betriebsgelände für ihren Containerdienst kauften, fanden sie ein Haus vor, in dem es aussah, „als wäre die Zeit stehen geblieben“, sagt der Erlebniswelt-Chef. Es sei ihnen sofort klar gewesen, dass sie alles erhalten wollen. Als sie einem befreundeten Lehrer davon erzählten, wollte der nur zu gern mit seiner Schulklasse zu Besuch kommen: Das Projekt klang einfach so spannend, vor allem für Kinder. In diesem Augenblick entstand die Idee zum Erlebnispark Flederwisch, der Geschichte lebendig machen will und an dem Kinder alles ausprobieren können, was sie finden.

Die Erlebniswelt

  • Öffnungszeiten:

    Nach einer Corona-Pause ist der Flederwisch wieder geöffnet. Seit 30. Mai sind Besucher von 10 bis 17 Uhr willkommen. Der Eintritt kostet ab sechs Jahren fünf Euro pro Person.

  • Aktuelles:

    Der Kunst- und Handwerkermarkt findet nicht statt. Es sind andere Aktionen als Ersatz in Planung. Infos gibt es auf Facebook und der Homepage www.flederwisch.de.

Das um 1900 errichtete Industriegebäude entpuppte sich als im Dornröschenschlaf versunkenes Kleinod, das Technikbegeisterten und Liebhabern der Geschichte eine Zeitreise bietet. Mystisch, geheimnis- und humorvoll geht es bei Führungen in der Werkstatt zu, die wie das ganze Gebäude im Originalzustand belassen ist. Papierschöpfen, Schmieden und das Stampfen des Glühkolbenmotors seien nur ein Teil von dem, was man hier erleben kann, sagt Schüler.

Das selbst hergestellte Papier darf mitgenommen werden.  Foto: Gruber
Das selbst hergestellte Papier darf mitgenommen werden. Foto: Gruber Foto: Gruber/Gruber

Sein Ziel ist auch, die Kinder weg vom Fernseher zu holen und zum selbst Erleben und Experimentieren zu bewegen. Um die Fantasie von Kindern anzuregen, haben die Brüder Alex und Rolf vor 18 Jahren auf rund 6000 Quadratmetern rund um das Werkstattgebäude die Erlebniswelt Flederwisch errichtet. „Was es dort an verrückten Dingen zu entdecken gibt, haben wir beide selbst erdacht und erbaut – und hatten und haben einen Heidenspaß dabei“, sagt Rolf Schüler.

Auf Wegen, die sich durch den blühenden Garten schlängeln, können die Besucher zum Beispiel Armbrust schießen, Edelsteine schürfen oder Gold waschen. Bisher habe noch jeder im Goldgräber-Camp in seiner Goldwaschpfanne einen Gold-Nugget oder Edelstein gefunden. Das „Hallofon“ oder den „Drachen am Pfahl“ zu suchen, zu schauen, wie sich die Natur und die Tiere ihren Lebensraum zurückerobern oder einen Versuch mit der Magnetfeld-Rotationsmaschine zu machen, sorge oft für begeisterte Gesichter, auch bei Erwachsenen.

Große Maschinen entdecken

Wenn die 55 Tonnen der größten Dampfmaschine Bayerns in Schwung gebracht werden, vibriert die Erde.  Foto: Gruber
Wenn die 55 Tonnen der größten Dampfmaschine Bayerns in Schwung gebracht werden, vibriert die Erde. Foto: Gruber Foto: Gruber/Gruber

Besonders staunen lässt die riesige Dampfmaschine von 1912, die damals vermutlich im Auftrag von Kaiser Wilhelm II gebaut worden war. Als die Brüder das Monstrum vor einigen Jahren gekauft haben, mussten sie es für den Transport komplett auseinander nehmen und im Flederwisch wieder zusammenbauen. Immerhin handelt es sich um die größte Dampfmaschine Bayerns, die 55 Tonnen schwer ist und einen Schwungraddurchmesser von drei Metern hat. In dem Gebäude hinter der Erlebniswerkstatt dampft und raucht es, sobald kleine und große Entdecker in der Nähe sind: Beim „Dampfmaschinen-Spektakel“ können sie erleben, wie dem stählernen Giganten wieder Leben eingehaucht wird.

Ob eine Dampfwalze, ein historischer Lkw, ein Erd-U-Boot: „Es gibt immer wieder etwas Neues zu finden und bei uns ist Berühren und eigenes Erleben nicht nur erlaubt, sondern erwünscht“, sagt Schüler. Das Themencafé Zum Goldenen Dampfkessel lädt nach dem Besuch zu einer Stärkung ein.

Persönlicher Empfang der Flederwischbesucher und Erledigung der obligatorischen Corona-Formalitäten  Foto: Gruber
Persönlicher Empfang der Flederwischbesucher und Erledigung der obligatorischen Corona-Formalitäten Foto: Gruber Foto: Gruber/Gruber

Beim wöchentlichen „Kunst- und Handwerkermarkt sollte eigentlich bis zum Herbst jeden Mittwoch die Devise „Mittendrin statt nur dabei“ gelten, wenn Glasbläser und Töpfer, Schmiede, Marmorierer, Drechsler, Buchdrucker, Buchbinder, Lederer, Papierschöpfer, Geldwäscher, Enkaustik-Maler sowie Aktionskünstler ihr Handwerk zeigen. Coronabedingt sind die Kunst- und Handwerkermärkte aber bis auf Weiteres ausgesetzt. Ebenso auch die jährlich mehrere hundert Führungen für Schulklassen und Jugendgruppen. Wann es weitergeht, wird auf der Homepage und auf Facebook veröffentlicht. (fer)

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