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Region Cham
Samstag, 18. August 2018 29° 3

Geschichte(n)

Ansel-Altar – 122 Jahre Chamer Geschichte

Er wurde 1896 in der Werkstatt der Firma Schoyerer gebaut – und steht noch heute am Fronleichnamsweg in St. Josef.
Von Georg Fleischmann

  • Die einzelnen Teile des Altares werden durch den Garten an die Straße getragen. Im Bild hinten rechts Wolfgang Ansel, in der Mitte Mathias Wagner und vorne Hermann Leipold Fotos: cgf
  • Der Ansel-Altar durfte heuer das 122. Fronleichnamsfest miterleben.

Cham.122 Jahre bereit sein, um für einen Tag im Jahr sich dem kirchlichen Festgeschehen zur Verfügung zu stellen, so könnte man den Fronleichnamsaltar in der Gartenstraße nennen, der dort Jahr für Jahr von der Familie Wolfgang Ansel aufgebaut wird.

Auch wer das Alter dieses Altares nicht kennt, vermutet darin etwas besonderes, nämlich ein großes Stück Chamer Vergangenheit. Ein Jahr nach der Gründung der Pfarrei St. Josef 1955 gab es unter den vier Fronleichnamsaltären bereits einen in der Gartenstraße, der schon von der Familie Ansel aufgestellt wurde, bis 1965. Dann gab es einen Altarwechsel.

So manche Bürgersfamilie der Stadtpfarrei St. Jakob nannte damals ebenfalls einen Fronleichnamsaltar ihr Eigen. Einer davon wurde 1896 in der Musterwerkstatt der Firma Schoyerer für die Familie Luckner in der Schwanenstraße gefertigt, der bis 1935 den Fronleichnams-Prozessionen zur Verfügung stand. Von 1935 bis 1965 war dieser dann im Besitz der Familie Winter am Marktplatz. Noch im selben Jahr kam der Altar schließlich in den Besitz der Familie Josef Ansel in Cham-West, und damit wurde auch ein Stück Pfarrgeschichte von St. Jakob mit St. Josef verbunden. Seit 1965 ist nun der Fronleichnamstag für die Familie Ansel immer ein ganz besonderer Tag im Jahr. Das ganze Jahr über beschützt aufbewahrt, werden die Gedanken an die Vorbereitung zum bevorstehenden Fronleichnamfest wieder lebendig. Längst ist diese Vorbereitung zur Routine geworden. Dabei sind helfende Nachbarn wie Hermann Leipold immer zur Stelle wenn sie gebraucht werden.

Dies ist meistens am Fronleichnamsmorgen der Fall, wenn es pressiert. Bereits eine Stunde vor Beginn des Festgottesdienstes in der nahen St. Josefs Kirche wird man bei den Ansels aktiv. Stück für Stück des aus mehreren Teilen bestehenden Altars müssen durch den Garten an die Straße getragen werden, und das Gewicht der Altarteile ist nicht unbedeutend. Jeder Handgriff sitzt, und bald ist der Altar aufgebaut, währenddessen sich am Kirchplatz bereits die Prozession in Bewegung setzt.

Zwei Stationen sind zuvor noch, bis die Prozession hier ankommt. Frischer Blumenschmuck verleiht dem altersträchtigen Gehölz des Altares nun einen etwas fröhlichen Eindruck, und als letztes werden die Kerzen für den Empfang des Allerheiligsten angezündet. Dann kommt sie an, die Prozession mit all ihren Feierlichkeiten, die etwa eine knappe Viertelstunde dauern wird. Und wenn der Geistliche mit der Monstranz zum Schluss seinen Segen gibt, sind nicht nur die Gläubigen in tiefer Andacht, sondern auch die Familie Ansel ist davon berührt

Seit 1965 leistet die Familie Ansel mit ihrem Altar einen Beitrag zum Fronleichnamsfest in St. Josef. Wolfgang Ansel erzählt, dass seitdem erst einmal der Altar wegen starken Regens nicht aufgestellt werden konnte.

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