mz_logo

Region Cham
Dienstag, 21. August 2018 27° 2

Wissenschaft

Asteroiden – die Gefahr aus dem Weltall

Die Fangemeinde kam mit hohen Erwartungen zum Vortrag von Professor Burkert ans Fraunhofer – und wurde nicht enttäuscht.

Astrophysiker Prof. Andreas Burkert und Gattin, Dr. Beate Hrabetz (li.), Direktor Dr. Hubert Balk, Physikfachbetreuer Roland Kastner (re.)Foto: cfg
Astrophysiker Prof. Andreas Burkert und Gattin, Dr. Beate Hrabetz (li.), Direktor Dr. Hubert Balk, Physikfachbetreuer Roland Kastner (re.)Foto: cfg

Cham.Die hohen Erwartungen der Fangemeinde, die sich zum Vortrag von Professor Andreas Burkert in der Pausenhalle des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums eingefunden hatte, wurden erfüllt. Der Astrophysiker der LMU München, der sich beruflich mit der Simulation der Himmelsdynamik beschäftigt und vergangenen Donnerstag schon zum siebten Mal an der Schule zu Gast war, begeisterte seine Zuhörer für diese komplexen Vorgänge. Der Förderverein des Gymnasiums hatte den Wissenschaftler eingeladen, um über eine potentielle Katastrophe zu sprechen, die unsere Erde jederzeit treffen kann: die Kollision mit einem der unzähligen Gesteinsbrocken, die als Überbleibsel der Planetenentstehung in unserem Sonnensystem herumvagabundieren.

Begrüßt wurde Professor Burkert von Dr. Beate Hrabetz, die den Vorsitzenden des Fördervereins, Christian Nowotny, vertrat. Sie wies in ihren einführenden Worten darauf hin, dass der Referent genau der richtige Mann für dieses Thema sei. Wurde doch durch die Internationale Astronomische Union 2009 ein Kleinplanet zu seinen Ehren „267003 Burkert“ genannt.

Zu Beginn seines Vortrags erläuterte der Astrophysiker, dass die Erde auf ihrem Weg um die Sonne ständig Gesteinsbrocken aufsammelt – wie die Fliegen auf der Windschutzscheibe eines Autos. Meistens geht es aber wegen der schützenden Atmosphäre der Erde gut aus und es lassen sich tolle Lichtschauspiele beobachten: die Sternschnuppen. Immer wieder kommt ein Brocken der Erdoberfläche gefährlich nahe, wie 2013 der Meteor von Tschelyabinsk, der eine Größe von 17 Metern und ein Gewicht von 10 000 Tonnen hatte. Dieser explodierte aber in einer Höhe von 23 Kilometern, so dass nur kleinere Meteoriten auf der Erde einschlugen.

Aber was ist zu tun, wenn sich ein Zusammenstoß anbahnt? Genau vor dieser Frage stand 2004 der angehende Astrophysiker Fabizio Bernardi, der von einem Observatorium auf dem Kitt Peak in Arizona einen 350 Meter großen Asteroiden beobachtete, der mit hoher Wahrscheinlichkeit die Erde treffen könnte. 100 Millionen Menschen wären davon betroffen. Glücklicherweise schrammte der Asteroid knapp an der Erde vorbei, aber beim nächsten Besuch am Freitag, 13. April 2036, könnte es ernst werden.

Andreas Burkert griff die Frage auf: Wie ist die Menschheit auf einen Meteoriteneinschlag vorbereitet? Seine Antwort war überraschend und schockierend zugleich: Es gibt keinerlei ausgearbeitete Vorgehensweisen hierzu. Die wenigsten dieser Asteroiden sind bekannt und falls zufällig einer entdeckt wird, der sich der Erde entgegenstellt, weiß keiner so recht, was zu machen ist. Es gibt zwar ein paar mögliche Verfahren, einen Asteroiden von seinem Kollisionskurs abzulenken, aber getestet und erprobt ist nichts. Schon mit ein paar hundert Millionen Euro könnte man einen Testlauf starten. Seine Begeisterung für die Astronomie sprang auf die rund 180 Zuhörer über. So wurde nach dem Vortrag eine Reihe interessanter Fragen gestellt. (cfg)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht