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Auftritt

Astor ließ aus Protest die Jacke an

Der Kabarettist und Wortkünstler ärgerte sich bei seinem Heimspiel in Cham wie das Publikum über den Garderobenzwang.
Von Monika Kammermeier

Willy Astor plaudert mit der Beate und der „Schnaps“-Marille aus „Tai-Tsching“. Foto: Kammermeier
Willy Astor plaudert mit der Beate und der „Schnaps“-Marille aus „Tai-Tsching“. Foto: Kammermeier

Cham.Was ein Abend voller Spaß und Freude werden sollte, hat in der Chamer Stadthalle erst einmal frostig begonnen. „Jacken runter“ hieß es eingangs für die Besucher , und zwar ganz im Ernst – aus Brandschutzgründen herrschte strikter Garderobenzwang. Darüber mokierte sich auch Willy Astor, der mit seinem neuen Programm „Jäger des verlorenen Satzes – Programm für Wortgeschrittene“ den Abend bestritt.

Nach der Pause hatte er demonstrativ seine Straßenjacke auf der Bühne dabei. Schließlich hätten die Leute da ihre privaten Sachen drin, befand er – und meinte, dass das nicht zeitgemäß sei. Weiter ging es ganz im Ernst, denn Musiker, Komponist und Kabarettist Willy Astor störte sich daran, dass es der Technik nicht gelang, das Saallicht zu dimmen.

Bei voller Beleuchtung begann Astor mit dem Publikum zu plaudern. Später führte er seine Zuhörer in der nahezu voll besetzten Stadthalle durch sein Programm und erlaubte erwünschtermaßen Heiterkeit und Lachensalven. Er ist eben eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Äußerst beliebt, zog er die Leute bis in die letzten Reihen in seinen Bann. Es gab jede Menge seiner bekannten Wortspielereien, Humoresken und richtig gute Musik an der Gitarre und dem E-Piano.

„Das ist nicht zeitgemäß.“

Willy Astor

Zur Begrüßung zeigte Astor („Hab‘ Verwandte hier und kenn mich aus in der Gegend“) einen wellenförmig ausgeschnittenen großen Kamm – den „Well-Kamm“ oder „Well-Cham“. Weiter ging es mit Humoresken, Wortwitzen und Parodien in Lied und Text: einem „Riesen-Speck-Drumm“, weshalb er so zugenommen habe und „Fetterinär“ geworden sei.

Es gab Parodien auf bekannte Lieder wie den „Sex-Plomp“ und „Ich hoff, du freust dich Schatz, wenn ich mit dir bei Esso ess“. In einem türkischen Laden habe er die „Muster-Fa“ entdeckt und den „Blend-ach-med“. Im Kräuterlied fragte er die Nachbarin, ob sie „Dill do?“ habe und parodierte übers Schniedl-Lauch-Brot.

Mit Gedichten, Liedern und Geschichten des neuen Programms, aber auch mit Bekanntem amüsierte er sein Publikum, das mitging und mitsang. Astor erhielt großen Applaus und quittierte ihn mit einigen Zugaben.

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