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Vortrag

Auch auf dem Hof lauert der Stress

Die Landfrauen Cham informieren sich über Stresssymptome in der Landwirtschaft und deren Bewältigung.

Der Arbeitsaufwand pro Kuh und Jahr beträgt 30 Stunden. Foto: Oliver Berg/dpa
Der Arbeitsaufwand pro Kuh und Jahr beträgt 30 Stunden. Foto: Oliver Berg/dpa

Cham.Das Landfrauenfrühstück des Bayerischen Bauernverbandes ist ein fester Termin für die Frauen der Chamer Landwirtschaft. Dieses Mal fanden sich über 100 Landfrauen in der Klosterschänke in Schönthal ein. Dort genossen sie ein reichhaltiges Frühstück und lauschten einem Vortrag von Fred Weisz.

Die amtierende Kreisbäuerin Rosmarie Maier begrüßte die Landfrauen und verwies auf weitere Eckpunkte des Jahresprogramms. Die Generationenfahrt führt zum Alpakahof nach Deggendorf, der Tag des offenen Hofes findet im Juni bayernweit statt. Im Landkreis Cham öffnen alle landwirtschaftlichen Betriebe in Gschwand ihre Tore. „Neben diesen Betrieben kann auch die Nudelfabrik Kreuzer und die Schreinerei Bierl besucht werden“, fügte Maier an. Ein weiteres Anliegen trug Rosmarie Maier im Auftrag der Landesbäuerin Anneliese Göller vor. „Der Landfrauenchor Waldmünchen steht kurz vor der Auflösung. Wir sollen aber den Landfrauenchor nicht sterben lassen. Wer mitsingen möchte, darf sich bei mir oder bei der Vorsitzenden Anna Eiber melden“, so Maier.

Kreisbäuerin Rosmarie Maier bedankt mit einem Wurstmädchen bei Fred Weisz für seinem Vortrag. Foto: czf
Kreisbäuerin Rosmarie Maier bedankt mit einem Wurstmädchen bei Fred Weisz für seinem Vortrag. Foto: czf

Das Referat des Tages hielt Fred Weisz von der Sozialversicherung Landwirtschaften, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Weisz ging in seinem Vortrag der Frage nach, wie Stress entsteht und welche Auswirkungen er auf den einzelnen, aber auch auf die ganze Familie haben kann. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb lauert der Stress überall: Fällt eine mitarbeitende Person aus, müssen die anderen Familienmitglieder zusätzlich weitere Arbeiten übernehmen. Auch der Bau eines neuen Stalles kann für eine ganze Landwirtsfamilie Stress pur bedeuten. „Wurde früher ein Milchviehstall für 30 bis 50 Kühe gebaut, muss es heute einer mit 100 oder 150 Milchkühen sein. Da der Arbeitsaufwand pro Kuh und Jahr 30 Stunden beträgt, fallen alleine bei 100 Kühen 3000 Arbeitsstunden alleine für die Versorgung der Kühe an“, gab der Redner zu bedenken.

Angebote

  • Gesundheitsangebote

    Die SVLFG unterstützt ihre Mitglieder beim Abbau sowie der Prävention von Stress. Neben Aufklärungsschriften bietet die Versicherung auch Gesundheits- und Gruppenangebote an.

  • Stressmanagement

    Es gibt Stressmanagementseminare oder auch die Möglichkeit für kurze Kuren. Bei diesen beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten für eine Kur von einer Woche. Weitere Hilfen sind möglich. (czf)

Arbeitsbedingter Stress kann körperliche und psychische Beschwerden nach sich ziehen. „Wenn wir eine solche Belastung unserem Körper über eine längere Zeit zumuten, werden die Beschwerden chronisch und können in Resignation und Depression enden“, führte Weisz weiter aus. „Des Weiteren führt ein arbeitsbedingter Stress zu Konzentrationsstörungen und Fehlern, was wiederum zu Unfällen im Betrieb führen kann“, warnte der Experte.

„Stress kann man nur durch Bewegung abbauen – wenn dies nicht möglich ist, sucht sich er Körper ein anderes Ventil. Die Folgen sind dann Burn-Out, Herzinfarkt, Schlaganfall, Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen. „Machen Sie deshalb zwei bis drei Mal in der Woche Sport. Eine halbe Stunde flotter Spaziergang ersetzt dabei bereits eine Stunde im Fitnessstudio“, gab er den Frauen den Rat. (czf)

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