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Auch der Vogelschutz leidet in der Krise

Der Ausfall vieler Bildungsangebote und die Absage von Sammelaktionen machen dem LBV sehr zu schaffen.
Johann Gruber

  • Verwaist ist derzeit auch die Anlage mit einer Auswahl von Tierstimmen aus dem Naturerlebnisraum „Drahtinsel“. Foto: Johann Gruber
  • Groß ist die Freude bei Markus Schmidberger, dass er diesen prächtigen Wiedehopf nach seiner auskurierten Verletzung bald wieder die Freiheit zurückgeben kann Foto: Johann Gruber

Arnschwang.Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) bietet seit vielen Jahren Programme, Aktionen und Projekte für Schulen, Kindergärten und Horte an. „Nur wer die Natur kennt, kann sie verstehen und will sie schützen“, sagt Markus Schmidberger, der als LBV-Geschäftsstellenleiter mit seinem Team die vielseitigen Umweltbildungsprogramme umsetzt.

Die zum „LBV-Zentrum Mensch & Natur“ umgebaute und denkmalgeschützte ehemalige Getreidemühle in Nößwartling bietet, inmitten von sechs Hektar „Natur pur“, idyllisch am Ufer des Flusses Chamb gelegen, das ideale Terrain dafür. Normalerweise wären jetzt jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Schulklassen oder Gruppen im LBV-Zentrum, um die Natur als Ganzes zu erfahren, sagt Schmidberger. Aufgeteilt in drei Gruppen bis zu zehn Kinder, vermitteln ihnen die Mitarbeiter interessante Einblicke in Natur und Naturschutz. Durch die Stationen „Eisvogelsteig“ (mit Wathosen im Flusslauf eine andere Perspektive erleben), „Amphibien“ (Wirbeltiere an Gewässern, wie zum Beispiel Frösche im wahrsten Sinne des Wortes begreifen) und „Labor“ (Umweltgefahren und Messtechniken kennenlernen) soll den Kindern die Vielfalt der Naturwunder nähergebracht werden.

Durch die Corona-Pandemie mussten alle LBV-Bildungsangebote, zu denen auch Vorträge, Seminare, Ausstellungen und Exkursionen gehören, bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Doch nicht nur die ausgefallenen Einnahmen für die Bildungsangebote treffen den LBV-Kreisverband Cham hart. Im März wären rund 40.000 Spendensammler für eine Woche im gesamten Freistaat für Bayerns Natur unterwegs gewesen.

Verein fehlen Spendeneinnahmen

Doch als erster bayerischer Verband, zog der LBV weitreichende Konsequenzen, um durch seine Aktivitäten nicht zu einer Verbreitung des Virus beizutragen, und sagte die jährliche Spendensammlung von Haustür zu Haustür ab. Bayernweit fehlen allein deshalb eine halbe Million Euro für lokale Projekte.

Wenn auch noch das „Mühlenfest“, das traditionelle LBV-Kreisgruppenfest, am 12. Juli mit einem kunterbunten und abwechslungsreichen Naturerlebnisprogramm dem Coronavirus zum Opfer fallen sollte, wird das finanzielle Loch für die Naturschutzarbeit noch um einige tausend Euro größer werden, befürchtet Schmidberger. Für die Unterstützung der Arbeit des LBV im Landkreis Cham steht deshalb auch ein Spendenkonto (IBAN: DE 28 7645 0000 0750 9060 34, Verwendungszweck: LBV-Naturschutzprojekte) zur Verfügung. Auch wenn der LBV-Kreisverband Cham wegen der ausgefallenen Bildungsprogramme Kurzarbeit für seine Mitarbeiter angemeldet hat, werden die LBV-Naturschutzprojekte „Gänse“, Weißstorch“, Fledermäuse“, sowie das europaweite Amphibienschutzprogramm weitergeführt.

Nach wie vor ist das LBV-Zentrum Mensch & Natur auch eine Anlaufstelle (Tel. (0 99 77) 82 27, www.lbv.de/ratgeber/tier-gefunden/), wenn jemand einen verletzten Vogel, Igel, Fledermaus oder Eichhörnchen findet und nicht weiß, was er machen soll.

Zurzeit ist in der LBV-Geschäftsstelle in Nößwartling eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst zu besetzen. Dabei wird angeboten, viele heimische Pflanzen und Tiere kennenzulernen, Erfahrungen bei Führungen und Veranstaltungen zu sammeln, die Möglichkeit, sich für den Schutz der Natur zu engagieren, Fortbildung in Seminaren, Vorteile bei Studium und Bewerbung, 400 Euro Taschengeld und auf Wunsch eine kostenlose Unterkunft im LBV-Zentrum. Bewerbungen und Infos: Tel. (0 99 77) 82 27, Mail: cham@lbv.de

Mitmachaktionen helfen LBV

Mitmachen bei der „Stunde der Gartenvögel 2020“ ist einfach, ob als Familie oder alleine. Dafür soll man im Aktionszeitraum vom 8. bis 10. Mai einmal eine Stunde lang die Vögel im Garten zählen, die Summe in ein Meldeformular eintragen, und kann dabei tolle Preise gewinnen.

Die Daten tausender Naturfreunde, 2019 waren es über 63.000, fließen in eine bundesweite Langzeitstudie ein und helfen Umweltveränderungen zu erkennen. (fer)

Gartenvögel zählen

  • Ablauf

    : Die Aktion läuft vom 8. bis zum 10 Mai. Eine Stunde lang sind alle Bürger aufgerufen, Vögel zu zählen, die sie im Garten sehen. „Citizen Science“ nennt man diese Art der Forschung. (www.lbv.de/mitmachen/stunde-der-gartenvoegel/)

  • Utensilien

    : Man braucht Stift, Zettel und eine Stunde Zeit; auch ein Fernglas kann hilfreich sein.

  • Ergebnisse

    : Wenn man alle Notizen beisammen hat, können die Informationen per Online- Formular abgeschickt werden. Meldungen per Post oder Fax sind auch möglich.

  • Artenbestimmung

    : Um die wichtigsten Arten zu erkennen, gibt es einen Steckbrief und eine App.

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