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Auswanderergeschichte

Auf den Spuren von Bischof Fink

Michael Fink ist 1834 in Triftersberg geboren. Nun sind seine Nachfahren aus den USA nach Obertrübenbach gereist, um dessen Wurzeln zu finden.

Die Familien Fink tauschten ihre Kenntnisse über den Familienstammbaum aus, den Heimatforscher Eduard Trinkerl dokumentiert hatte.Foto: rom

Obertrübenbach. Viele Deutsche wanderten im 19. Jahrhundert nach Amerika aus und fanden dort eine neue Heimat. Eine der bedeutendsten Personen „unserer Gegend“ dürfte wohl Michael Fink sein, der am 12. Juli 1834 in Triftersberg geboren wurde und sich mit 18 Jahren per Schiff auf die Reise nach Übersee machte. Bereits 1857 wurde er zum Priester geweiht und schon drei Jahre später zum Prior von St. Joseph in Chicago ernannt. Im Alter von 37 Jahren fand die Weihe zum Bischof von Eucarpia statt.

Josef und Therese Fink aus Triftersberg waren 2009 mit Angehörigen in den USA, um die Lebenspfade und Wirkungsstätten des Würdenträgers zu erkunden. Anschließend stellte die Familie interessantes Bildmaterial des sozial engagierten Bischof Louis Mary Fink dem Förderverein Alte Wehrkirche Obertrübenbach zur Verfügung für die Ausstellung „Berufen zum Diener Gottes“.

Dank intensiver Ahnenforschung erfuhren die Finks, dass der Bischof bei seinem einzigen Besuch 1883 im Elternhaus noch zwei Schwestern und einen Bruder mit nach Amerika nahm. Schwester Anna wurde seine Haushälterin; Bruder Peter heiratete eine Deutsche und hatte mit ihr 14 Kinder. Während der Amerikareise 2009 lernten sie die Familie des Enkelsohnes Leo kennen. Die Vorfahren seiner Frau Antonia stammen aus Baden-Baden.

Heuer reisten die Amerikaner nach Deutschland, um ihre Wurzeln zu erforschen und freuten sich über ein Wiedersehen mit der Familie Fink in Triftersberg.

Dr. Matthias Weber als Dolmetscher

Am Sonntag stand eine Stippvisite in der Alten Wehrkirche in Obertrübenbach auf dem Programm und die Vorsitzenden des Fördervereins empfingen die Besucher herzlich. Als Dolmetscher informierte Dr. Matthias Weber über die Dokumentationen von Bischof Louis Mary Fink. Außerdem erläuterte er die Geschichte der Alten Wehrkirche, zeigte den Gästen Bilder von der Alten Schule, die ihr berühmter Großonkel einst besuchte und betonte, dass die Obertrübenbacher Filialgemeinde stolz auf den bisher einzigen Bischof aus der Gegend sei.

Unter dem Titel „Berufen zum Diener Gottes“ wurden 2009 die 38 Geistlichen und Ordensleute, die aus der Umgebung in den letzten 200 Jahren hervorgegangen sind in ehrenvoller Weise dokumentiert. Allen voran stand im Mittelpunkt Bischof Louis Mary Fink von Leavenworth bei Kansas City in den USA. In Triftersberg geboren als Michael Fink zählt er zu den wichtigsten Ahnen aus der Region. Sein großartiges Lebenswerk, sein religiöses und soziales Engagement als Einwanderer hat ihm in Amerika große Popularität verschafft.

Die Ausstellung informierte über die Überseefahrt des 18-Jährigen, die Anfänge im Westen der USA und seinen Werdegang bis hin zum Bischof von Leavenworth in Kansas. 1830 zählte Chicago zwölf Häuser, bereits 40 Jahre später über 300 000 Einwohner. Wirtschaftliche Unterstützung erfuhr der junge Abt vom Ludwigsmissionsverein aus Bayern, angefangen von Spenden bis hin zur Gründung einer Brauerei als finanzielles Standbein. Nachforschungen erbrachten Einblicke in Briefe vom Bischof Louis Mary Fink. Die Übersetzungen der Inhalte zeugen von der Weitsicht des geistlichen Oberhauptes und verdeutlichen das soziale Wirken in dieser Zeit der Industrialisierung.

Jugendliches Auswanderungsalter

Wohl bedingt durch sein jugendliches Auswanderungsalter hinterließ der gebürtige Michael Fink aus Triftersberg in seiner Heimat nur wenige Spuren. In Amerika hat er sich als Bischof für sein Lebenswerk großes Ansehen verschafft. Deshalb können die Verwandten, vor allem die Großcousins Josef (Triftersberg) und Leo (Kansas/USA) Fink stolz auf ihre Familiengeschichte zurückblicken. (rom)

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