MyMz
Anzeige

Auf großer Besichtigungstour

Gleißenberger Gemeinderäte verschafften sich vor Ort einen Überblick. „Höchst brisant“ war das Thema Kläranlage.

Josef Mühlbauer gab in der Wasserreserve einen Überblick über die Fördermengen. Foto: Wolfgang Daschner
Josef Mühlbauer gab in der Wasserreserve einen Überblick über die Fördermengen. Foto: Wolfgang Daschner Foto: Wolfgang Daschner

Gleissenberg.Am Freitag vor Pfingsten traf sich der neue Gleißenberger Gemeinderat auf Einladung von Bürgermeister Wolfgang Daschner zu einem Ortstermin um 17.30 Uhr bei der ersten Station am Rathausplatz. Daschner erwähnte bei der Begrüßung, dass er es für wichtig erachte, aktuelle, brisante Themen vor Ort anzuschauen und darüber zu diskutieren.

Er freute sich, dass alle Gemeinderäte der Einladung gefolgt waren. Allgemein erwähnte er, dass er über die Digitalabteilung des Landratsamtes mit Vodafone Kontakt aufgenommen habe, nachdem sich der Empfang im Mobilfunknetz wesentlich verschlechtert habe. Die Vodafone GmbH Unterföhring habe sofort reagiert und mit einer E-Mail vom 28. Mai mitgeteilt, dass an diesem Tag vor Ort am Dachsriegel eine Hardware getauscht und Software erneuert worden sei.

Die Statistikdaten zeigten seitdem gute Werte, so der Netzbetreiber. Gemeinsam solle man die Sache weiter beobachten, und man solle ihm melden, ob es Verbesserungen gebe, so der Bürgermeister.

In Sachen Kinderhaus gab Daschner den Räten einen kurzen Abriss über aktuelle Gespräche mit den Bauplanern und Firmen. Dann startete man zur Rundtour.

Thema Parkplätze

Der Gemeinderat machte sich ein Bild von der derzeitigen Parksituation nach Neugestaltung im Rahmen der Dorferneuerung. Man war sich einig, dass eine Parkfläche nur für Bedienstete freigehalten und markiert werden solle; weitere Stellmöglichkeiten seien wünschenswert auch im Hinblick auf den laufenden Neubau des Kinderhauses und die entstandenen neuen Häuser rund um den Platz. Derzeit gebe es auch viele Dauerparker in diesem Bereich.

Angestrebt werden weitere Stellflächen rechts vor dem Haupteingang der Mehrzweckhalle gegenüber den jetzigen Stellflächen bei der Halle. Auch oberhalb des jetzigen Kindergartens sollen entlang der Straße Stellplätze entstehen. Die als Abgrenzung gedachten Quadersteine in den Grünflächen will man Zug um Zug durch Bepflanzungen ersetzen. Vorteilhaft wäre es, dies im Rahmen der jetzigen Baumaßnahme umzusetzen, war die Meinung. Angebote werden eingeholt.

Zweite Station war der Dorfmittelpunkt im Süden von Gleißenberg. Das neue Hinweisschild wird jetzt angrenzend am Wendeplatz Moosweg aufgestellt. Gleichzeitig will man in Eigenleistung endlich das Parkplatzproblem etwas entzerren und zwischen den Bäumen schräg gegenüber dem Anwesen Högerl Parkbuchten in Form von Fahrstreifen mit Rasengittersteinen schaffen.

Das WC soll baldmöglichst auch tagsüber für Gäste der Anlage geöffnet sein. Dann können sich auch Radfahrer und Wanderer, die dort oft vorbeikommen, mit Trinkwasser versorgen. Das Kneipp-Becken wird jetzt mit Oberflächenwasser aus dem Bereich Berghangstraße gefüllt und hat deswegen eine Trübung. Eine Trinkwasserfüllung soll vermieden werden. Hier will man die weitere Entwicklung beobachten und vielleicht alternativ einen Schacht prüfen, der einen Wasserkreislauf mit Pumpe ermöglicht.

Der Anlieger Andreas Högerl wird sich zusammen mit der Gemeinde Gleißenberg um die gesamte Anlage kümmern. Das sei sehr zu begrüßen, war sich der Gemeinderat einig. Als offizieller Beauftragter mit entsprechenden Befugnissen soll Högerl bei der nächsten Sitzung Mitte Juni vorgestellt und nominiert werden.

Auch der Teich, der kein Wasser mehr führt, war Thema. Auch hier will man in absehbarer Zeit eine andere Lösung, vielleicht eine Befüllung und Bepflanzung oder einfach ein Spielfeld. Alle Maßnahmen will man zunächst mit dem Amt für ländliche Entwicklung abstimmen.

Die gemeindliche Erdaushubdeponie in Ried war das nächste Ziel der Gemeinderäte. Vor Ort wurde die weitere Vorgehensweise diskutiert. Ab sofort soll eine Absperrung unten bei der Straße mit entsprechender Beschilderung erfolgen. In der nächsten Gemeinderatssitzung wird man sich mit einer Satzung und Gebührenregelung befassen und genau festlegen, wie die Anlieferung und die Abnahme zu erfolgen haben.

Anschließend fuhren die Gemeinderäte zur Wasserreserve beim Platzer-Hof. Wasserwart Josef Mühlbauer gab einen Überblick über Fördermengen und Ablauf. Gleichzeitig verdeutlichte er, wie wichtig eine ausreichende Wasserzufuhr sei, und dass man derzeit immer wieder mit Wasserabfluss zu kämpfen habe. Erst in den vergangenen Tagen habe man das Thema aktiv angegangen und drei Ursachen beseitigt. Eine Fachfirma führe derzeit Messungen durch und stelle etwaige Wasserrohrbrüche fest.

Das sei auch dringend notwendig, betonte Bürgermeister Daschner. Man könne nicht einerseits einen weiteren Tiefbrunnen planen und andererseits Wassermengen verlieren, ohne zu wissen, wo.

Der mögliche Standort für einen zweiten Tiefbrunnen wurde erläutert. Hier hat die Gemeinde schon ein Grundstück erwerben können. Derzeit laufen noch Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landratsamt. Man sei mit dem Thema befasst und wolle die eigene Quellfassung keinesfalls aufgeben, waren sich die Gemeinderäte einig.

Letztes Ziel bei der Rundfahrt war dann schon zu späterer Stunde einer der mehreren jetzigen Bauhofstandorte. Der Gemeinderat machte sich ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort und diskutierte lange über kurzfristige Verbesserungen in Sachen Räumlichkeiten und Personal.

Die Personalsituation

Das Thema stehe ganz oben auf der Agenda, betonte der neue Bürgermeister. „Hier müssen wir in Kürze etwas unternehmen und uns auch mit der Personalsituation befassen.“ Josef Mühlbauer mache seine Sache absolut zuverlässig und äußerst ordentlich, aber er brauche dringend Verstärkung, fügte der Rathauschef an.

Es erfolgt in nächster Zeit eine detaillierte Bestandsaufnahme, wozu auch die Betreuung der Kläranlage durch die Gemeinde Weiding gehört. Dann werde man die Angelegenheit wieder auf der Agenda haben. „Auf jeden Fall soll noch dieses Jahr eine andere Lösung her. Daran arbeiten wir mit Hochdruck“, so Daschner. Und auch der Gemeinderat erachtete das Thema als „höchst brisant“.

Dann endete die Rundfahrt, die viele Erkenntnisse brachte – auch für die neuen Gemeinderäte, und harmonische Diskussionen an Ort und Stelle entstehen ließ. Man war sich einig, solche Fahrten künftig immer wieder gemeinsam fraktionsübergreifend mit dem gesamten Gemeinderat zu unternehmen, um Schritt für Schritt weiterzukommen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht