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Hobby

Auf Mopedtuckern,nichtrasen

Die sechste Ausfahrt der Anhängerschaft der Kultmopeds ab 50 ccm führte heuer auf neuer Strecke durch den Bayerwald.
Von Maria Frisch

  • Schon beim Treffpunkt Huberweiher parkte „der Fanclub“ seine „Goldstücke“ in Reih und Glied zum Erinnerungsfoto. Foto: Maria Frisch
  • Zwei der kuriosesten Gefährte hatten unbestritten die beiden Arracher Dominik Meindl und Christian Frisch mit ihren Nachbauten russischer Wehrmachtsmaschinen. Foto: Maria Frisch

Lohberg.Die Freude am gemeinsamen Spleen schweißt nicht selten eine Gemeinschaft zusammen. Nicht anders ist es bei den Besitzern historischer Zweiradfahrzeuge ab 50 ccm, die nach einem Jahr Pause wieder eine traditionelle Ausfahrt starteten. Nach der fünfmaligen Tour um den Arber, wandelten die Gleichgesinnten die Strecke aus aktuellem Anlass etwas ab, aber unverändert auf einer Länge von circa 70 Kilometern.

Beim Treffpunkt am Parkplatz „Huberweiher“ fachsimpelten die Ankömmlinge über die beteiligten Gefährte. Wegen der Fahrbahnsanierung am Arber wählten die Freunde die Route nach Kötzting, wo sich noch einige Mitwirkende anschlossen, bevor in der endgültigen Truppenstärke Richtung Arnbruck losgetuckert wurde. Mit einer der kuriosesten Raritäten war Dominik Meindl vorgefahren. „Ich habe diese russische Maschine in Wasserburg aufgegabelt“, erzählt er über das Relikt. Als ausgebildeter Industriemechaniker reizt ihn die Aufgabe, noch gehortete Fabrikate zu restaurieren. Für das Mitglied des Stammtisches Rockschrauber in Arrach ist dies sicherlich ein leichteres Unterfangen, als für den Rest der Welt.

Sein Freund Christian Frisch ist mit derselben Leidenschaft infiziert. Mit seiner Dnepr K 750 mit Beiwagen erregte er zweifellos Aufsehen. Beide haben mehrere Mopeds in der Garage stehen. Genauer gesagt, füllen die Liebhaberstücke von jedem schon fast eine Garage. Vor zwei Jahren hatte „Dom“ Meindl ein anderes Modell dabei. „Ich habe sieben Stück daheim“, lässt er sich in die Karten schauen. Ab und zu übernimmt er mit der einen oder anderen eine Bewegungsfahrt. „Eine Viertelstunde fahren und drei Tage reparieren“, lacht der Industriemechaniker lauthals über diesen alten Mechanikerscherz. Die beiden Arracher fertigen sich die Ersatzteile selber. „Manche Verschleißteile gibt es von Haus aus nicht mehr“, weiß Frisch.

Bei den Rockschraubern wird so ziemlich jedes Problem gelöst, das vielleicht ein Einzelner nicht hinbekommt. „Wir feiern am 10. August das Zehnjährige“, sind die beiden Freunde auch ein bisschen stolz, dass sich die fixe Idee der Gründung so bewährt hat. Wenn die Rockschrauber ein Oldtimertreffen inszenieren, können sie selbst etliche Zweiräder beisteuern. „Das ist alle zwei Jahre der Fall, heuer ist Pause“, berichtet Dominik Meindl, Lead-Gitarrist der Gruppe „Gentle“. Ihm gefällt, dass man mit den Mopeds nicht rasen kann.

Bewundernde Blicke zog auch eine Yamaha auf sich, die Mario Zellner aus Arnbruck in Landshut erspäht hatte. Der leidenschaftliche Tüftler hatte in Lohberg drei Maschinen dabei.

Der Virtuose hört schon am Geräusch („Einfach vom Klang her“), ob sich eine Zündapp oder Simson nähert. Da sich der Insider auf`s Schrauben versteht, wird er schon mal hinzugezogen, wenn ein solches Zweirad „bockt“. Reparatur:Meistens merkt er bereits beim Starten, worin der Fehler liegt, oft ist es nur Zündkerze oder Kondensator, oft nur wenig aufwendige Sachen halt. (kfl)

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