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Region Cham
Sonntag, 15. Juli 2018 28° 8

Projekt

Aus der Ziegelei wird ein Festsaal

Sebastian Pick plant auf dem Gelände in der Dr.-Georg-Schäfer-Straße in Furth im Wald außerdem einen Hofladen mit Café.
Von Evi Paleczek

Dieses Gelände einer alten Ziegelei hat Sebastian Pick 2008 gekauft. Vor vier Jahren hat er sich dort ein Haus gebaut, im kommenden Jahr sollen ein Hofladen sowie ein dazugehöriges Café eröffnen. Bis der Festsaal fertig ist, wird es noch ein wenig länger dauern. Foto: Paleczek
Dieses Gelände einer alten Ziegelei hat Sebastian Pick 2008 gekauft. Vor vier Jahren hat er sich dort ein Haus gebaut, im kommenden Jahr sollen ein Hofladen sowie ein dazugehöriges Café eröffnen. Bis der Festsaal fertig ist, wird es noch ein wenig länger dauern. Foto: Paleczek

Furth im Wald.Er will anständige Lebensmittel erzeugen und sie für den Verbraucher nachvollziehbar verkaufen. Das ist das Ziel von Sebastian Pick, der eine alte Ziegelei an der Dr.-Georg-Schäfer-Straße gekauft hat und dort einen Hofladen mit Café sowie einen Festsaal schaffen will.

Als er einen Putentransport mit halbtoten Tieren gesehen hat, ging alles los, erzählt er im Gespräch mit unserem Medienhaus von den Anfängen seines derzeitigen Projekts. Dann konnte er kein Fleisch mehr essen und hat Verachtung dem gegenüber empfunden, dass so mit Tieren umgegangen wird. Es gehe nur darum, dass sie schnell wachsen und geschlachtet werden, kritisiert er. Und die Bauern bekommen auch kein Geld mehr für ihr Fleisch. Das könne nicht sein, hinter all dem stünden Lebewesen.

Mobiles Schlachten

Landwirtschaft: Zwischen Pilsen und Karlsbad besitzt Sebastian Pick eine Landwirtschaft, wo derzeit etwa 70 Angusrinder weiden. Sie bekommen viel Auslauf und werden vor Ort geschlachtet, damit ihnen der Stress der Fahrt zum Schlachthof erspart bleibt.  Foto: Pick
Landwirtschaft: Zwischen Pilsen und Karlsbad besitzt Sebastian Pick eine Landwirtschaft, wo derzeit etwa 70 Angusrinder weiden. Sie bekommen viel Auslauf und werden vor Ort geschlachtet, damit ihnen der Stress der Fahrt zum Schlachthof erspart bleibt. Foto: Pick

Er ist dann eine Zeit lang Vegetarier gewesen, berichtet Pick, wollte aber irgendwann nicht mehr auf Fleisch verzichten. Da er in Tschechien, zwischen Pilsen und Karlsbad, eine Landwirtschaft besitzt, hat er sich gedacht, er könnte selbst etwas besser machen, sagt der 45-Jährige. Mittlerweile hält er dort, nicht eingepfercht, sondern draußen auf weiten Flächen, etwa 70 Angusrinder.

Sebastian Pick   Foto: Paleczek
Sebastian Pick Foto: Paleczek

Und die kommen nicht in den Schlachthof zum Schlachten, das passiert mit einem mobilen Schlachtsystem, entwickelt zusammen mit dem Chamer Veterinäramt, vor Ort auf den Weiden. So bleibe den Tieren der psychische Stress der Fahrt zum Schlachthof und des Erlebens der ungewohnten Umgebung erspart. Dieses mobile Schlachten will der Further auch anderen Landwirten in der Umgebung anbieten. Mit einem Kühlanhänger bekommen sie das Fleisch dann geliefert oder können es bei Pick noch abhängen und zerlegen lassen.

Erdkeller: Diesen Erdkeller gibt es bereits auf dem zwei Hektar großen Gelände in der Dr.-Georg-Schäfer-Straße. Derzeit hat Sebastian Pick sieben Mitarbeiter, bis Hofladen, Café und Festsaal in Betrieb gehen, sollen noch zehn weitere dazukommen. Interessenten können sich melden.  Foto: Paleczek
Erdkeller: Diesen Erdkeller gibt es bereits auf dem zwei Hektar großen Gelände in der Dr.-Georg-Schäfer-Straße. Derzeit hat Sebastian Pick sieben Mitarbeiter, bis Hofladen, Café und Festsaal in Betrieb gehen, sollen noch zehn weitere dazukommen. Interessenten können sich melden. Foto: Paleczek

Auf seinem Further Grundstück sollen nämlich auch ein Kühl- und ein Zerlegeraum entstehen. Der 45-Jährige will einen Metzger einstellen. Dann stellte sich natürlich die Frage, wie das eigene Fleisch verkauft wird, sagt Pick. Und ein Hofladen sei dafür eine schöne Idee, noch dazu, wenn man Mitstreiter hat: Josef und Maria Obermeier aus Kleinaign produzieren Biogemüse und hatten selbst überlegt, einen Hofladen aufzumachen. Nun haben sie sich mit Pick zusammengetan. Und es entstand die Idee, zusätzlich zum Laden ein Hofcafé aufzumachen. Die Leute sollen nicht nur zum Einkaufen kommen, sondern sich auch mit Gleichgesinnten austauschen können. Sebastian Pick denkt auch an etwa Vorträge über gesunde Ernährung und Brotbackkurse.

Festsaal: Das Gebäude der alten Ziegelei will Pick in einen Festsaal umwandeln. Die jetzigen Steinsäulen werden durch hölzerne ersetzt, der Sichtdachstuhl soll bleiben, alles mit hellem Holz. An die Stirnseite kommt eine Bühne für die Band, dahinter werden sich die Toiletten befinden.  Foto: Paleczek
Festsaal: Das Gebäude der alten Ziegelei will Pick in einen Festsaal umwandeln. Die jetzigen Steinsäulen werden durch hölzerne ersetzt, der Sichtdachstuhl soll bleiben, alles mit hellem Holz. An die Stirnseite kommt eine Bühne für die Band, dahinter werden sich die Toiletten befinden. Foto: Paleczek

Und weil die große Halle der alten Ziegelei vor Ort ist, hat sich neben Hofladen und -café noch ein dritter Baustein angeboten, sagt der 45-Jährige. Er will aus dem Gebäude auch einen Festsaal machen, in dem bis zu 350 Leute Platz finden. Der kann gemietet werden, für Vorträge, Hochzeiten und Geburtstagsfeiern etwa. Eine Großküche wird es allerdings nicht geben, nur eine kleine für das Café. Für größere Veranstaltungen wird man also mit Caterern zusammenarbeiten.

Produkte aus der Region

Backofen: Auch dieser Backofen steht bereits. Hier sollen Brot und andere Waren für den Verkauf in Hofladen und Café gebacken werden. Zudem will Sebastian Pick Kurse im Brotbacken anbieten, er hat auch einen Bäckermeister in seinem bestehenden Team.  Foto: Paleczek
Backofen: Auch dieser Backofen steht bereits. Hier sollen Brot und andere Waren für den Verkauf in Hofladen und Café gebacken werden. Zudem will Sebastian Pick Kurse im Brotbacken anbieten, er hat auch einen Bäckermeister in seinem bestehenden Team. Foto: Paleczek

Hofladen und -Café (etwa 40 Plätze und Außenbereich) werden zunächst nur am Wochenende geöffnet haben, je nachdem, wie sich die Nachfrage entwickelt, sollen die Zeiten dann erweitert werden. Werben wollen Pick und die Obermeiers mit Wegweisern, Flyern und Zeitungsanzeigen. Außerdem gibt es die Homepage www.pick-company.de. Dort will der 45-Jährige auch eine Webcam einrichten, mit der die Besucher die Tiere auf seinem Hof in Tschechien beobachten können.

Im Hofladen soll es verschiedenste Produkte aus der Region geben, zu moderaten Preisen. Wer zuliefern möchte, kann sich gern bei ihm melden, sagt der Further. Ebenso Leute, die gern bei ihm arbeiten möchten. Bislang hat er sieben Mitarbeiter, will in der kommenden Zeit aber weitere zehn einstellen.

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