mz_logo

Region Cham
Sonntag, 27. Mai 2018 27° 1

Tradition

Auto rollt in Maibaum-Aufsteller

Im Landkreis Cham gab es mehrere Vorfälle rund um die Maibäume – manche lustig, manche tragisch. Eine Übersicht.
Von Hans Schmelber und Fabian Mühlbauer

Nach dem tragischen Unfall hatten die Geigener keine Freude mehr an ihrem Maibaum und machten Feuerholz daraus. Ein Auto ohne Handbremse war in die Gruppe der Aufsteller gerollt und hatte einen von ihnen schwer verletzt. Foto: fsh

Waffenbrunn.Die Tradition des Maibaum-Aufstellens im Landkreis Cham hat viele Facetten. Manche sind komisch, manche machen wütend und mache sind tragisch. Der Landkreis erlebte in den vergangenen Tagen alle drei Aspekte:

Fast unglaublich ist es, was sich in Waffenbrunn abspielte: Am Montagnachmittag hält auf Höhe des Restaurants Göttlinger ein Auto, drei Burschen springen heraus, eine Motorsäge fängt an zu knattern und – schwupps – ist der Maibaum der Waffenbrunner, der zur Aufstellung am Abend bereits an der Schlossmauer liegt, in vier Teile zerlegt. Rein ins Auto und ab geht die Post.

Jedoch hatte sich jemand das Auto-Kennzeichen gemerkt und die daraufhin verständigte Polizei, hatte die drei schnell ausgemacht. Es handelte sich um drei junge Männer aus Geigant, die nach ihrem – na ja, Lausbubenstreich kann man das nicht mehr nennen, reumütig zu den Waffenbrunner kamen, sich entschuldigten und eine Geldspende überreichten. Wer die drei so schnell zur Einsicht brachte, wurde nicht festgestellt.

Keine Anzeige nach „Maibaum-Attentat“

Der Trachtenverein Bayerwald Waffenbrunn, Initiator und Ausrichter des traditionellen Maibaum-Aufstellens, hat von einer Anzeige abgesehen. Aber die Waffenbrunner sind wackere Maibaum-Spezialisten. Schon kurz nach dem Maibaum-Attentat waren sieben Mann unterwegs um einen neuen Baum zu fällen, der im Vorfeld mal mit besichtigt und vom Baron von Schacky spontan zur Verfügung gestellt wurde. Aufgeladen, entrindet, transportiert – und schon bald darauf lag der Ersatz-Maibaum wieder am Aufstellort und die Waffenbrunner hatten somit auch 2018 wieder einen Baum, der unter dem Kommando des langjährigen Aufstellchefs Fred Schlaghaufer bald in Position war.

Verblüffende Fakten über den Maibaum

Tragischer verlief das Geschehen des Maibaum-Aufstellens in Geigen. Man war gerade am Rand der Straße vor dem ehemaligen Gasthaus Waldfrieden mit dem Herrichten des Maibaums beschäftigt, als jemand bemerkt, dass ein Auto auf die Gruppe zurollte. Ein junger Mann, der oberhalb der Straße wohnte, hatte sein Auto abgestellt und war ins Haus gegangen. Ohne angezogene Handbremse und ohne Gang kam der PKW auf der leicht abschüssigen Strecke ins Rollen und bewegte sich autonom auf die beschäftigen Maibaumaufsteller zu. Bis auf einen konnten sich alle in Sicherheit bringen und der eine wurde zwischen Auto und Maibaum eingeklemmt. Das Ganze geschah so unglücklich, dass es zu einem offenen Bruch des Beines kam. Der sofort verständigte Sanka brachte den Verletzten unverzüglich ins Krankenhaus Cham. Das Unfallgeschehen wurde protokolliert von einer Streifenwagen-Besatzung der Inspektion Cham. Die Verantwortlichen des Dorfvereins Geigen, entschlossen sich daraufhin, den Maibaum heuer nicht aufzustellen, und er wurde folglich auch gleich in handliche Stücke zersägt.

Lesen Sie hier: Kurioses rund um den Maibaum-Klau im Kötztinger Land

„Opfer“ gaben Maibaum-Dieben unabsichtlich den Tipp

Die Lederdorner klauten den Maibaum der Chamerauer. Foto: Fabian Mühlbauer

Einen lustigen Vorfall gab es hingegen in Chamerau: Die Chamerauer feierten nach dem Fußball-Derbysieg Chamerau gegen den Ortsteil Lederdorn in Moos, wobei schnell das Gerücht aufkam, dass neben der Siegesfeier auch noch der erste Chamerauer Maibaum von der siegreichen Mannschaft bewacht werden sollte. Spitzohrige Lederdorner witterten durch abgelenkte Chamerauer ihre Chance auf fette Beute, und so machten sich spätnachts acht mutige Diebe auf zum Hof. Durch raffiniertes Vorgehen seitens der „Eapfeboussa“, von denen sich die sichtbar von den Feierlichkeiten gekennzeichneten Gemeindenachbarn überrumpeln ließen, wurde der Maibaum erfolgreich erbeutet. Somit stand es nach dem „Traditions-Derby“ wieder 1:1 und der Nachbar von der Regeninsel musste sich dem Baum mit 30 Litern Freibier und einer zünftigen Brotzeit wieder auslösen, damit er aufgestellt werden konnte.

Lesen Sie hier: Der gute alte Brauch des Maibaum aufstellens hat sich im Landkreis Cham in vier Jahrhunderten entwickelt.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht