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Azubis bauten ihren Abschluss

37 Auszubildende im Baugewerbe sind in der Further Berufsschul-Außenstelle angetreten. Die Prüflinge standen unter hohem Zeitdruck.
Von Johann Gruber

  • Eine Mauerecke mit Tür und Überdeckung innerhalb von sechs Stunden als Segmentboden mauern sowie alle Teilsteine messen und schneiden war eine anspruchsvolle Aufgabe für die Gesellenprüflinge im Maurerhandwerk, die Fachlehrer Franz Reimer (im weißen Mantel) vorbereitet hatte. Foto: Johann Gruber/Johann Gruber
  • Berufsschul-Außenstellenleiter StD Hans Altmann, Bau-Innungsobermeister Anton Aumer, Gesellenbeisitzer Josef Döblinger, Meisterbeisitzer Franz Alt, Lehrerbeisitzer Karl Daschner und Bau-Innungsgeschäftsführerin Petra Weinberger informierten die Presse. Foto: Johann Gruber/Johann Gruber
  • Mit der Spezialsäge waren die Ziegelsteine bedarfsgerecht präzise zuzuschneiden. Foto: Johann Gruber/Johann Gruber

Furth im Wald.Anlässlich der praktischen Prüfungen in dieser Woche in der Bauhalle der Further Berufsschulaußenstelle hatten Schulleitung, Prüfungsbeisitzer und Bau-Innung Cham am Mittwoch zum Pressegespräch in die Schule eingeladen. StD Hans Altmann, Schulleiter des Kompetenzzentrums Bautechnik/ Holztechnik der Staatlichen Berufsschule Cham in der Drachenstichstadt, informierte, dass an den fünf Prü-fungstagen 37 Auszubildende die Gesellenprüfung ablegten.

32 Maurer-Azubis stellten sich nach dreijähriger und fünf Hochbaufacharbeiter-Azubis nach zweijähriger Ausbildung der Gesellenprüfung. Hochbaufacharbeiter können nach bestandener Prüfung noch ein Jahr Ausbildung und Berufsschule anhängen und im nächsten Jahr auch die Gesellenprüfung als Maurer ablegen.

Online allein bringt es nicht

Der längere Ausfall des Berufsschulunterrichts in Theorie und Praxis war für Auszubildende, Lehrkräfte und Betriebe eine Herausforderung. Soweit es ging, gab es digitale Unterrichtsangebote, berichtete der Schulleiter. Einige Schüler hatten allerdings keinen digitalen Zugang und mussten mit Arbeitsblättern versorgt werden. Wer nur über ein Smartphone zu den eingerichteten Foren Zugang fand, hatte Schwierigkeiten, an die Arbeitsblätter und Aufgaben zu kommen. Die Schüler hatten Gelegenheit, zu festgelegten Zeiten ihre Lehrkräfte online oder telefonisch zu kontaktieren. Es habe sich gezeigt, wie wichtig der soziale Kontakt der Schüler für die gruppendynamischen Prozesse sei, so Altmann. Er appellierte an die Ausbildungsbetriebe, ihren Auszubildenden im Fall einer zweiten Coronawelle nach Möglichkeit die Teilnahme am Online-Unterricht im Betrieb zu ermöglichen und für Videokonferenzen den Freitag freizuhalten.

Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses ist heuer Meisterbeisitzer Franz Alt. Ihm zur Seite stehen der Gesellenbeisitzer Josef Dobmeier sowie die Lehrerbeisitzer Fachbereichsleiter StD Karl Daschner, OStR Christian Haimerl und OStR Oliver Steger. Besonderes Lob gab es für Fachlehrer Franz Reimer für die Organisation der Gesellenprüfungen, speziell für das diffizile Raumkonzept im Hinblick auf Corona. Gesellenbeisitzer Josef Doblinger betonte, dass die Gesellenprüfung heuer einen sehr hohen Anspruch stelle und im Hinblick auf die auf sechs Stunden begrenzte Prüfungszeit ein präzises Arbeiten in sehr zügigem Arbeitstempo erfordere. Das bestätigte auch Lehrerbeisitzer und Fachbe-reichsleiter Bautechnik/Holztechnik, Karl Daschner, der auf die Besonderheit hinwies, dass die Gesellenprüfung in Furth im Wald in der Berufsschule stattfinde. Ermöglicht werde das durch die hervorragende Zusammenarbeit von Bau-Innung Cham und Berufsschule.

Bau-Innungsobermeister Anton Aumer dankte Lehrkräften und Mitgliedsbetrieben für die intensive Vorbereitung. „Wir wollen unseren Nachwuchs ja für uns behalten“, betonte Aumer. Sehr positiv sei, dass sich wie in der Berufsschule praktiziert zunehmend auch die Baubetriebe intensiv der etwas schwächeren Schüler annehmen. Ein Konjunktureinbruch in der Industrie schlug in der Vergangenheit auch auf das Handwerk durch. Nichtsdestoweniger zeigte sich der Innungsobermeister zuversichtlich, dass die Ausbildungszahlen auch in diesem Herbst wieder stimmen werden.

Würdiger Abschluss

Mit der Organisation eines würdigen Abschlusses in einer Freisprechungsfeier mit Übergabe der Gesellenbriefe und Berufsschulabschlusszeugnisse wolle die Bau-Innung Cham auch heuer wieder das große Engagement von Auszubildenden, Ausbildern und Lehrkräften würdigen, sagte Bau-Innungsgeschäftsführerin Petra Weinberger. Die Innung lädt die künftigen Facharbeiter und die Lehrkräfte deshalb gerne zur Freisprechungsfeier am 24. Juli in den Baysaal ein. Nach dem derzeitigen Stand der Coronabegrenzungen für Veranstaltungen dieser Größenordnung dürfen die frischgebackenen Gesellen auch noch ein Familienmitglied oder einen Vertreter ihres Ausbildungsbetriebs zu dieser Feier mitbringen.

Meisterbeisitzer Franz Alt begrüßte, dass die Gesellenprüfung sehr praxisgerecht ausfalle und heuer erstmals auch die häufig in der Praxis verwendeten Ziegelsteine in der praktischen Prüfung Verwendung finden dürfen. Der Schalungsbau spielt auf dem Bau eine sehr große Rolle. Dem habe der Sachaufwandsträger Landkreis Cham mit dem Bau der neuen Schalungshalle mit einer Kraneinrichtung als Novum in einer Berufsschule Rechnung getragen, so der Bauunternehmer weiter.

Beim anschließenden kurzen Abstecher in die laufende Gesellenprüfung der Maurer in der Bauhalle zeigten sich die Teilnehmer am Pressegespräch sehr angetan von der schon sichtbaren Qualität der als Prüfungsaufgabe zu erstellenden Mauerecke im EG mit Tür und Überdeckung als Segmentbogen, für die alle Teilsteine zu messen und zu schneiden waren. Die dafür notwendige Schalung hatten die Prüflinge im Vorfeld im Unterricht selbst erstellt. Sie waren somit für deren Qualität selbst verantwortlich.

Demografie

  • Zukunft:

    Durch das hohe Leistungsniveau sei es um die Jugend im Bauhandwerk gut bestellt, bilanzierte Innungsobermeiste Aumer.

  • Tendenz:

    Die Baubegegnungstage belegen ein wachsendes Interesse von Gymnasiasten, Realschulabsolventen und FOS/BOS-Schülern an den Berufen im Bauhandwerk. Im nächsten Jahr legen zwei Duale Studenten im Bauingenieurswesen die Gesellenprüfung ab. (fer)

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