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Projekt

Bad Kötzting als Kur- und Kunststadt

Das Bildhauersymposium ist seinem Anspruch, Wald und Heimat zu verbinden, gerecht geworden. Gibt es eine Neuauflage?

Die Künstler, der geschaffene heilige Sebastian (Mitte) sowie auf der rechten Seite Landratstellvertreter Markus Müller, Bürgermeister Markus Hofmann und Kulturreferent Wolfgang Kerscher  Foto: Johann Fischer
Die Künstler, der geschaffene heilige Sebastian (Mitte) sowie auf der rechten Seite Landratstellvertreter Markus Müller, Bürgermeister Markus Hofmann und Kulturreferent Wolfgang Kerscher Foto: Johann Fischer

Bad Kötzting.Als „etwas Großartiges“ ist das Bildhauersymposium unter dem Motto „Wald - Heimat - Grenzenlos“ in einem ersten Resümee am Sonntag bezeichnet worden. Die sechs Künstler, drei auf deutscher und drei auf tschechischer Seite, gaben während der vergangenen drei Tage ihr Bestes. Das war der einstimmige Tenor, der anklang.

Projektleiter und Ideengeber Leo Schötz machte deutlich, dass so etwas wiederholt werden müsse. Hinsichtlich dieser künstlerischen Zusammenarbeit stellte auch stellvertretender Landrat Markus Müller fest: „Bad Kötzting ist nicht nur Kur-, sondern auch Kunststadt“.

Aus Fichte und Lärche

Bei wärmeren Temperaturen als zum Auftakt am Donnerstag fanden sich am Sonntag zahlreiche Besucher zur Finissage beim Kurparkpavillon ein, um die künstlerischen Arbeiten der sechs Bildhauer zu bewundern. Bürgermeister Markus Hofmann begrüßte die Künstler, zahlreiche Ehrengäste und Kunstinteressierte und zeigte sich beeindruckt von dem, was geschaffen wurde.

Europa

An die Stämme, fertig, los!

Ab Donnerstag zeigen Künstler aus Bad Kötzting und Susice vier Tage ihre Ideen zum Thema „Wald – Heimat – Grenzenlos“

Markus Müller stellte fest, dass im 30. Jahr nach der Grenzöffnung ein sehr schönes Projekt die Menschen aus Bayern und Böhmen zusammengeführt habe. Die Städte Bad Kötzting und Susice pflegten schon seit Jahrzehnten regen Austausch.

Bewundert werden konnten die Ergebnisse der künstlerischen Zusammenarbeit über Grenzen hinweg - Skulpturen, die in den vergangenen Tagen aus Fichtenstämmen und einer Lärche herausgearbeitet wurden.

Es sei ein fruchtbarer Gedanke, so Müller, die künstlerische Zusammenarbeit auch in die Städtepartnerschaft einzubringen. Bei dem Symposium standen neben der Arbeit auch der Austausch und Unternehmungen auf dem Programm, so dass es erlebnisreiche Tage wurden.

„Es ist ein fruchtbarer Gedanke, die künstlerische Zusammenarbeit auch in die Städtepartnerschaft einzubringen.“

Markus Müller

Der Kulturkalender des Landkreises Cham sei mit dieser öffentlichen Kunst-Arbeit damit um eine wunderbare Facette bereichert worden, denn es konnten die Besucher intensiv am Entstehen von Kunstwerken teilhaben. Der Landkreisvertreter dankte der Stadt und Leo Schötz für die Organisation und Durchführung dieses Symposiums und der Euregio für die finanzielle Unterstützung.

Das Interesse am Bildhauersymposium war sehr groß.  Foto: Johann Fischer
Das Interesse am Bildhauersymposium war sehr groß. Foto: Johann Fischer

Leo Schötz fügte an, dass er gewusst habe, dass dieses Vorhaben ein großer Kraftakt für ihn werden würde. Doch er habe viel an Erfahrung gewonnen und neue Freunde kennengelernt. Für ihn stehe fest, dass die Zusammenarbeit auf dieser Ebene fortgesetzt werden sollte. Die Bildhauer stellten dann nacheinander ihre Arbeiten und welche Ideen dahinter stehen, vor. In der Jahnhalle, deren Flair an die Bildhauerarbeit im Kurpark erinnerte, erwartete die Besucher und Gäste ab Mittag eine Vernissage mit Schülerarbeiten. Dazu hatte man die Blaskapelle Weißenregen engagiert. Auch Schüler beider Städte waren involviert und hatten sich mit dem Motto des Symposiums „Wald – Heimat – Grenzenlos“ beschäftigt. Sie drückten in Bildern aus, was sie unter den drei Begriffen verstehen und präsentierten ihre Werke ebenfalls am Sonntag der Öffentlichkeit. Auch ihre Arbeiten fanden große Beachtung.

In der Jahnhalle begrüßte der Bad Kötztinger Rathauschef wieder viele Gäste, darunter unter anderem Direktor Karel Sedlecký vom Kulturzentrum Susice, Oberstudiendirektorin Birgit Maier vom örtlichen Gymnasium, Realschuldirektorin Sabine Schmid, Stadtratsmitglieder, Kulturreferent Wolfgang Kerscher und Projektleiter Leo Schötz.

Rund um das Symposium

  • Leitwort:

    Das Motto des seit Donnerstag laufenden Holzsymposiums war „Wald – Heimat – Grenzenlos“.

  • Teilnehmer:

    Daran nahmen drei Künstler aus dem Raum Susice und vier aus dem Raum Bad Kötzting teil, auch Leo Schötz selbst mischte sich unter die Holzgestalter.

  • Wieso Holz?:

    Um die Beziehung zur Waldheimat auf beiden Seiten der Grenze hervorzuheben, wurde Holz als Material für das Symposium ausgesucht.

  • Öffentlich:

    Das Kunst-Symposium sollte bewusst nicht im stillen Atelier-Kämmerlein erfolgen, sondern möglichst prominent in einer guten Stube der Stadt Bad Kötzting: dem Kurpark.

  • Zeitrahmen:

    Die Bildhauer arbeiteten seit Donnerstag im Pavillon des Kurparks, so dass auch Bürger und Gäste der Stadt die Möglichkeit hatten, den Künstlern bei der Arbeit zusehen zu können, am Sonntag endeten die Arbeiten an den 50 Zentimeter dicken Stämmen. (wf/rh)

„Nachdem wir in den Vorjahren den sportlichen Charakter bei unseren Treffen in den Vordergrund gestellt und auch ein Chorprojekt durchgeführt haben, wurde in diesem Jahr ein Kunstprojekt organisiert”, erklärte der Bürgermeister. Inspiriert habe dabei die Waldheimat, die beide Städte verbindet, der Bayerische Wald auf der deutschen und der Böhmerwald auf der tschechischen Seite. So erkläre sich auch der Projektname „Wald - Heimat - Grenzenlos”, auf tschechisch: „LES DOMOV - BEZ HRANIC”.

Grenzenlos – dieser Begriff habe heute für die Menschen hier und auch für die tschechischen Nachbarn eine ganz besondere Bedeutung. Vor 30 Jahren fiel der sogenannte Eiserne Vorhang, der vorher schier als unüberwindbar galt. Durch die friedliche Revolution im Jahr 1989 trenne nun die Menschen hüben wie drüben nichts mehr, sondern die Grenze führe Bürger aller Gesellschafts- und Altersschichten zusammen.

Die Schau zieht weiter

Bürgermeister Markus Hofmann richtete eine Dankadresse an viele, auch an die beteiligten Künstler, die für dieses Projekt ohne Eigennutz gearbeitet haben. Ein wichtiger Hinweis des Bürgermeisters schloss sich an: Die Ausstellung der Holzbildhauer werde demnächst auch in der Partnerstadt Susice gezeigt. (ksm)

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