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Partnerschaft

Bad Kötzting zu Gast in Oxelösund

Das Treffen aller Douzelage-Partner war in Schweden. In der Stadt freut man sich aber schon auf ein Treffen im Juni.
Von Stefan Weber

Eine Schärenfahrt auf historischen Fischerbooten gehörte mit zum Programm. Foto: Emberger
Eine Schärenfahrt auf historischen Fischerbooten gehörte mit zum Programm. Foto: Emberger

Bad Kötzting.Gerade erst sind Isolde Emberger, Wolfgang Kerscher und Simon Haselbauer, Lehrer am Benedikt-Stattler-Gymnasium, wieder aus Oxelösund zurück. Die Partnerstadt in Mittelschweden, in der der größte Arbeitgeber ein Eisenwerk ist, war Treffpunkt für alle Mitglieder zum General Meeting, dem Treffen aller Mitglieder der Douzelage-Partnerstädte.

Neben einer Glasflasche – das Handwerk hat in der Region Tradition – die der Flasche eines im 18. Jahrhundert vor der Küste der Stadt gesunkenen Schiffes nachempfunden ist, haben die drei auch noch viel Neues aus der Städtepartnerschaft mitgebracht. Die Douzelage hat ja in jedem Mitgliedsland der Europäischen Union eine Partnerstadt, die ähnlich groß wie Bad Kötzting ist und über eine weiterführende Schule verfügt. Der Austausch unter Schulen und jungen Menschen ist schließlich eines der wichtigsten Anliegen der Douzelage. Darum waren auch die Schülerinnen Simone und Caterina Gogeißl beim Treffen mit dabei.

Zu aktuellen Themen, die bei den verschiedenen Workshops im Mittelpunkt standen, gehörte natürlich auch in diesem Jahr wieder das Thema Asyl und Integration. Es sei sehr spannend gewesen zu hören, wie die anderen EU-Länder mit diesem Thema umgehen, sagte Kerscher. So hätten die Länder der Osterweiterung, die wenige bis fast gar keine Flüchtlinge aufgenommen hätten, dahingehend auch wenig Erfahrung gesammelt.

Dafür habe sich das Verhältnis zu Asylbewerbern in Ländern wie Schweden oder Dänemark, die sehr viele Menschen aufgenommen hatten, merklich verschlechtert. „Diese Länder nehmen nicht mehr so viele Flüchtlinge auf wie noch vor einigen Jahren“, erinnerte sich Kerscher. „Aber die, die bereits im Land sind, die will man auch integrieren.“

Partner und Brexit

  • Sherbourne:

    Die Bürgermeisterin der Partnerstadt Kötztings, eines Gründungsmitgliedes der Douzelage, reiste extra zum Treffen an um zu versichern, dass ihre Stadt auch nach einem möglichen Austritt Großbritanniens in der Douzelage verbleiben möchte. Dafür wird die Städtepartnerschaft sogar die Satzung ändern, erklärte Wolfgang Kerscher. Vorteil sei, dass nicht die Stadt selbst, sondern ein Verein Mitglied der Douzelage sei.

  • Gryphon School:

    Anders bei der Jahrzehnte alten Schulpartnerschaft mit der Kötztinger Realschule: Die Gryphon School hat bereits erklärt, dass mit dem Austritt des Landes aus der EU auch die Schulpartnerschaft enden wird.

Viel Lob für Stadt

Viel Lob erhielten die Bad Kötztinger von allen Seiten noch für die Organisation des General Meetings im vergangenen Jahr in der deutschen Partnerstadt. Das konnte auch Simon Haselbauer bestätigen, der sich als Lehrer bei seinen Workshops vor allem mit den verschiedenen Möglichkeiten des Lehrens mit Online-Methoden beschäftigte. „Kötzting kam gut an“, sagte er.

Lange müssen die Bad Kötztinger übrigens nicht warten, bis wieder ein Treffen der Douzelage in ihrer Stadt ist. Bereits am 9. Juni kommen Vertreter von vier weiteren Partnerstädten, um ein besonderes Kunstprojekt zu erweitern. Eulocal – Even Us Little Ones Count A Lot (Ach wir Kleinen zählen eine Menge) heißt das Projekt unter der Leitung der ungarischen Partnerstadt Köszeg, durch das an diesem Juni-Wochenende die Partner aus Chojna in Polen, Marsaskala in Malta und Velletri in Italien zu Besuch kommen.

Einweihung am 9. Juni um 19 Uhr

Jeder Partner führt dabei ein eigenes Projekt durch, Bad Kötzting vom 7. bis 10. Juni. Im Rahmen dieses Projektes wird der Douzelage-Steinkreis im Kurpark, der von Künstler Alois Öllinger initiiert worden war, um die fehlenden Steine der jeweiligen Städte erweitert. An einem Tag wird es einen Imker-Workshop zum Hintergrund Bienen-Sterben geben, am 9. Juni findet im Kurpark um 19 Uhr die feierliche Enthüllung der neuen Steine statt, wozu auch die Bevölkerung herzlich eingeladen ist.

Eine neue Partnerstadt hat die Douzelage seit der vergangenen Woche übrigens auch: Neu in der Runde ist Rokiskis als Nachfolger der ehemaligen Partnerstadt Prienai in Litauen. Die Stadt hat gut 14 000 Einwohner.

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