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Stadtrat

Bad-Zukunft: Rodinger sollen entscheiden

Ein Ratsbegehren wird vorbereitet, das den Neubau eines Ganzjahresbads bestätigt haben will. Im Oktober stimmt der Bürger ab.
Von Christoph Klöckner und Bastian Schreiner

Im Oktober sollen die Bürger entscheiden, wie es weitergeht. Eines scheint sicher: Das 50-Meter-Becken bleibt. Foto: Bastian Schreiner
Im Oktober sollen die Bürger entscheiden, wie es weitergeht. Eines scheint sicher: Das 50-Meter-Becken bleibt. Foto: Bastian Schreiner

Roding.An einem Sonntag im Oktober dieses Jahres sind die etwa 9300 Rodinger Wahlberechtigten zur Entscheidung über ihre künftigen Badefreuden aufgerufen. Das hat gestern der Stadtrat nach längerer Debatte bei einer Gegenstimme beschlossen. „Sind Sie dafür, dass das Rodinger Familienfreizeitbad Platschare durch ein Ganzjahresbad ersetzt wird und das bisherige 50-Meter-Schwimmbecken des Freibades erhalten und saniert wird?“, so wird die Frage auf dem Wahlschein lauten, die viele Optionen offen lässt.

Im besten Fall wird dann auch gleich das zweite Bürgerbegehren, das unter anderem von FDP-Stadtrat Alfred Stuiber vorbereitet wird, mit zur Entscheidung stehen, das auf die Sanierung des bestehenden Freibads und nach Kassenlage zielt. Dieses war der eigentlich Grund für das nun auf den Weg gebrachte Ratsbegehren. Denn die nächsten Planungsphasen für den Bau des Ganzjahresbades, dem der Rat mit CSU-Mehrheit im Mai zugestimmt hatte, stehen an – und damit Kosten von einer halben Million Euro.

Wahlschein wird zugeschickt

Der aktuelle Entwurf für das Ganzjahresbad Foto: Stadt Roding
Der aktuelle Entwurf für das Ganzjahresbad Foto: Stadt Roding

Die Grundfrage, die eigentlich Basis der Debatte ist, bleibt: Kann sich die Stadt Roding den Millionen-Bau eines neuen Ganzjahresbades leisten? Bei der ersten Abstimmung für den Neubau zu diesem Thema im Mai waren acht Stadträte nicht dieser Meinung – 16 jedoch votierten dafür. Wobei Alfred Wittmann von Freien Wählern am Donnerstagabend hart mit der CSU-Fraktion ins Gericht ging.

Denn genau das, was nun zur Abstimmung stehe und von der CSU begrüß werde – ein Ratsbegehren mit Bürgerbeteiligung über diese vor allem finanziell schwerwiegende Frage – habe er damals vorgeschlagen und sei damit am Votum der Christsozialen gescheitert: „Wie man sieht, ist auch die CSU Roding noch lernfähig!“ Wittmann stellte dar, dass auch ein Ratsbegehren nicht unbedingt eine klare Entscheidung bringen werde. Kämen nicht genug und sei die Mehrheit nicht groß genug, sei es gescheitert.

Zudem könne das Bürgerbegehren der FDP immer noch kommen und die erste Entscheidung negieren. Bürgermeister Franz Reichold hatte eine Lösung für ein bessere Wahlbeteiligung parat: Jeder Wahlberechtigte bekomme die Wahlunterlagen gleich nach Hause zugeschickt. Um das möglich zu machen, will die Kommune in einer Extra-Stadtratssitzung Anfang September eine entsprechende Satzung erlassen. Das habe es in anderen Städten bereits gegeben, so Reichold.

„Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren!“

Rainer Schwarzfischer

CSU-Fraktionschef Rainer Schwarzfischer betonte, dass er nach wie vor zum Beschluss für den Neubau des Ganzjahresbads stehe. Durch das Bürgerbegehren sei eine andere Lage entstanden, „ein Schwebezustand“. Und jede Planung, die man vornehme, sei umsonst, wenn das Bürgerbegehren Erfolg habe, so Schwarzfischer. Doch Handlungsbedarf sei gegeben: „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren!“ Deshalb brauche es schnell das Ratsbegehren. Dieses soll also Klarheit über das Vorgehen für die künftige Badsituation schaffen.

Freizeit

Die Pläne für das Rodinger Ganzjahresbad

Wir erläutern das Konzept der vom Stadtrat favorisierten Variante ohne Saunabereich. Kommt ein Bürgerentscheid zur Bad-Frage?

Notwendig ist der Entscheid laut Bürgermeister auch deswegen, da aufgrund des Zustandes des in die Jahre gekommenen Freibades mit dem technischen Ausfall der Einrichtung jederzeit zu rechnen sei. Die Stadt sei gefordert, damit vor dem technischen Aus des Bades bereits alles auf den Weg gebracht werde, um eine möglicherweise „badfreie“ Zeit im Interesse der Bürger möglichst gering zu halten. Aus den beiden Bädern in der Stadt soll in einem Gesamtkonzept ein Ganzjahresbad am Nanzinger Weg entstehen, das beide Funktionen erfüllt – sowohl Freibad als auch Hallenbad.

1,5 Millionen vom Landkreis?

Alfred Wittmann wies darauf hin, dass die Stadt mit 1,5 Millionen Euro Zuschuss vom Landkreis rechnet – doch eine Entscheidung im Kreistag gebe es dazu noch gar nicht. Es gebe Widerstand im Kreistag bei diesem Thema. Dennoch solle der Rodinger hier entscheiden – ohne zu wissen, was kommt. Der Landrat habe das noch nicht im Kreistag debattieren lassen, weil er die Stadtratssitzung habe abwarten wollen, so Reichold.

„Es gibt eine Zerrissenheit der Bürger.“

Andreas Bucher

Stadtrat Andreas Bucher erläuterte eine von ihm in den sozialen Netzwerken initiierten Umfrage zum Bad. 600 Bürger hätten sich beteiligt – die Meinungen seien vielfältig gewesen und nicht eindeutig für eine Lösung, sagte er: „Es gibt eine Zerrissenheit der Bürger.“ Bucher appellierte an Stuiber, dass das Bürgerbegehren gleichzeitig mit dem Ratsbegehren zur Abstimmung bereit sei. Wobei beide Begehren eine Mehrheit bekommen können, sagte Reichold. Entscheiden müsse dann eine Stichfrage. Er wolle eine möglichst frühe Entscheidung, damit das Thema aus dem Wahlkampf herausbleiben könne. Reichold betonte auch, dass er vorher zu umfassenden Informationsveranstaltungen rund um die Pläne des Badausbaus einladen werde, um alle Bürger zu informieren.

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