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Ärger

Bahnkunden klagen über Ekel-Zustände

Pendler beschweren sich über Schmutz, Unrat und üble Gesellen am Chamer Bahnhof. Abhilfe ist aber nicht immer möglich.
Von Johannes Schiedermeier

Die Zustände im und um den Chamer Bahnhof sind immer wieder Kritikpunkt bei Zugfahrgästen. Nun will die Bahn die Putzfrequenz von zwei- auf drei Mal pro Woche erhöhen. Die Polizei sieht keinen Handlungsbedarf.Foto: Si
Die Zustände im und um den Chamer Bahnhof sind immer wieder Kritikpunkt bei Zugfahrgästen. Nun will die Bahn die Putzfrequenz von zwei- auf drei Mal pro Woche erhöhen. Die Polizei sieht keinen Handlungsbedarf.Foto: Si

Cham.Überquellende Papierkörbe und vermüllte Grünanlagen, drinnen zum Teil eklige Zustände: undefinierbare Pfützen unter den Sitzgelegenheiten und weggeworfener Abfall. Dazu kommen an manchen Tagen noch üble Gesellen, die sich daneben benehmen. „Es macht einfach keinen Spaß mehr, wenn Dir einer vor die Füße kotzt und neben dir seinen Rausch ausschläft“, berichtet ein junges Mädchen, das an diesem Tag nach Waldmünchen pendelt. Auch ihre Freundinnen kennen die einschlägigen Gestalten, die an manchen Tagen stockbetrunken am Bahnhof herumhängen. „Das ist kein gutes Gefühl. Da friere ich lieber draußen, bevor ich hier drinnen sitze“, sagt eine von ihnen.

Die Dame am Kiosk im Nebenraum weiß auch, dass „da draußen ab und zu ganz schön was los ist“. Und die Pächterin der Gaststätte nebenan berichtet von Polizeieinsätzen. – Genau die fordern immer wieder die Pendler. Ebenso wie mehr Hygiene in den Innenräumen. Die zweite Forderung wird jetzt umgesetzt. Wie ein Bahnsprecher unserem Medienhaus am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, wird statt bisher zwei Mal ab sofort drei mal die Woche geputzt: „Wir haben das überprüft. Das ist wirklich notwendig.“

„Da friere ich lieber draußen, bevor ich hier drinnen sitze“

Verärgerte Bahnkundin

Die Forderung nach der Polizei gestaltet sich da schon schwieriger: Der Sprecher der Bahn bestätigt, dass es regelmäßige Streifen der Bundespolizei und der DB-Security gibt. Gleich um die Ecke liegt die Polizeiinspektion Cham. Sie ist an den fließenden Übergängen der Zuständigkeiten tätig und rückt schon einmal aus, wenn die Lage akut wird.

Allerdings erklärt der stellvertretende Inspektionsleiter Stefan Fischer auch, warum die Lage am Bahnhof manchen Pendlern gar nicht so einfach zu erklären ist: „In erster Linie sind wir natürlich unterwegs, weil der Chamer Bahnhof mit seiner Grenzlage immer für Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und für illegalen Aufenthalt gut ist.“ Stoßen die Beamten dabei auf grenzwertiges Benehmen, werde das schon einmal gerügt. „Wer krakeelt, der wird zur Ruhe gebracht, oder muss gehen. Aber Trunkenheit ist am Bahnhof nicht zu ahnden, im Gegensatz zur Innenstadt, wo eine städtische Verordnung gegen öffentliches Trinken gilt.“

Zur Sache

  • Rein rechtlich:

    Die Polizei bestreift regelmäßig das Bahnhofsgelände. Auch die DB-Security tut das. Allerdings geht es dabei zunächst um tatsächliche Delikte wie Drogenhandel und illegalen Aufenthalt.

  • Rein menschlich:

    Es ist absolut ärgerlich, wenn der Nebenmann sich betrunken erbricht oder den Inhalt seiner Bierflasche verschüttet. Allerdings gibt es dagegen für die Polizei kaum eine Handhabe, außer, wenn krakeelt wird.

Die Tatsache, dass jemand durch sein Dasein bürgerliches Wohlbefinden störe, sei zwar bei manchen Gestalten nachvollziehbar, aber es gebe eben keine Handhabe dagegen. Ein Hausverbot durch die Bahn sei bei heftigen Verstößen allerdings möglich.

Weder Bundespolizei noch Landespolizei wissen jedoch von schwereren (Körperverletzungs-)Delikten im vergangen Jahr. Unbefugtes Überschreiten der Gleise, illegale Einreise und Rauschgiftbesitz einmal ausgenommen.

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