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Kriminalität

Banküberfall: Spur führt nach Tschechien

Ein Vorfall in Domažlice und ein falscher Verdächtiger aus Furth: Der Bankräuber aus Arnschwang ist weiter auf der Flucht.
Von Michael Gruber

Am Dienstag hat ein unbekannter Täter diese Sparkassen-Filiale im Dorfzentrum von Arnschwang überfallen und eine Angestellte mit einer Pistole bedroht. Foto: Gruber
Am Dienstag hat ein unbekannter Täter diese Sparkassen-Filiale im Dorfzentrum von Arnschwang überfallen und eine Angestellte mit einer Pistole bedroht. Foto: Gruber

Arnschwang.Nach dem bewaffneten Banküberfall in Arnschwang ist der Täter, der am Dienstag zwei Angestellte einer Sparkassen-Filiale überfallen hat, weiter auf der Flucht. Die Ermittlungen nach dem Täter dauern an, teilt Kripo-Pressesprecher Dietmar Winterberg auf Nachfrage unsere Medienhauses mit.

Dabei haben sich Spuren ergeben, die die Ermittler nach Tschechien führen: Wenige Stunden nach der Tat in Arnschwang am Dienstagnachmittag hat sich offenbar ein weiterer Banküberfall in Domažlice ereignet, wie der Pressesprecher bestätigt.

Grenzübergreifende Abstimmung

Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen besteht, werde von der Kripo Regensburg geprüft. Zu Details stimmen sich die Beamten zur Stunde im grenzübergreifenden Kompetenzzentrum in Schwandorf mit den tschechischen Kollegen ab.

Sehen Sie hier die erste Einschätzung der Kripo Regensburg am Tatort im Video

Statement der Polizei am Tatort (Video: Michael Gruber)

Nach einem Zeugenhinweis hat die Polizei einen ersten Verdächtigen aufgegriffen und vernommen. Es handelt sich dabei um einen Mann aus Furth im Wald, der aber nach den aktuellen Erkenntnissen nicht als Täter in Frage kommt. „Derzeit spricht mehr dafür, dass der Mann nicht der Täter war, als umgekehrt“, lässt der Polizeisprecher wissen.

DNA-Spuren werden überprüft

In dieser Filiale bedrohte der Täter eine Angestellte mit einer Pistole. Foto: Paleczek
In dieser Filiale bedrohte der Täter eine Angestellte mit einer Pistole. Foto: Paleczek

Die Ermittlungsbehörden verstärken derzeit die Prüfung von Fällen aus der Vergangenheit, mit denen der Überfall in Arnschwang in Zusammenhang stehen könnte. „Aktuell werden dafür Vorfälle aus ganz Bayern und dem Grenzgebiet in den Blick genommen“, sagt Winterberg. Ebenso werden DNA-Spuren geprüft, die die Spurensicherung am Tatort sichergestellt hat. Ein Biometrie-Verfahren über das LKA auf Grundlage eines Fotos aus den Videoaufnahmen wird derzeit in die Wege geleitet.

Kriminalität

Nach Banküberfall noch kein Verdächtiger

Am Tag nach der Tat in Arnschwang fahndet die Polizei weiter nach dem Täter. Unter vielen Bürgern herrscht Verunsicherung.

Bei der Frage, welche Gefahr von dem bewaffneten Täter ausgeht, will der Pressesprecher ganz bewusst keine Entwarnung geben: „Wir wissen bis jetzt nicht, ob es sich um eine falsche oder eine echte Pistole handelt.“ Aus Gründen der Gefahrenprävention müsse die Polizei also annehmen, dass es sich um eine echte Waffe handelt.

Die Polizei warnt daher alle Autofahrer weiterhin zur Vorsicht bei der Mitnahme von Mitfahrern. „Genauso sollten sich Bürger dem Täter im Verdachtsfall auf keinen Fall nähern oder ihn direkt ansprechen.“

Warum der Mann, der laut Täterprofil zwischen 30 und 35 Jahre alt ist, die Sparkasse nach dem Überfall ohne Beute verlassen hat, wird inzwischen deutlicher: „Nach unseren Erkenntnissen war der Täter sehr unerfahren“, sagt Winterberg.

Aggressives Verhalten möglich

„So, wie sich der Täter beim Überfall verhalten hat, zählt er wohl nicht zur skrupellosen Sorte. Dennoch ist er bewaffnet und wenn er in die Ecke gedrängt wird, kann er sich durchaus aggressiv verhalten.“

Die Wahrscheinlichkeit, einen Bankräuber zu fassen, ist in den ersten Tagen nach der Tat am größten, räumt der Pressesprecher ein. „Allerdings gibt es durchaus auch Fälle, bei denen die Täter zwei bis drei Jahre nach der Tat über die Täterbeschreibung identifziert werden.“ Zum Bankräuber aus Arnschwang lässt sich jetzt schon zumindest so viel sagen: „Der ausgebuffteste Täter war er nicht.“

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