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Aktion

Bauernhof öffnet für Besucher

2000 Besucher sind ein Erfolg für die Further Grüne Woche, bilanzieren die Organisatoren, und kündigen eine Neuauflage an.
Von Evi Paleczek

  • Viele Interessierte kamen zur Eröffnung des Hoflehrpfads auf das Anwesen von Josef Schreiner. Foto: Elfriede Kellnhofer
  • Alois Glück: Zum Auftakt war Alois Glück, Landtagspräsident a. D. und ehemaliger Präsident des Zentralrats der deutschen Katholiken, zu Gast im ATT in Furth. Er sprach zum Thema „Nachhaltigkeit –das neue Leitbild für den Fortschritt“ und hatte etwa 300 Zuhörer. Foto: Eberhard Gronau

Furth im Wald.Eine positive Bilanz haben am Dienstagvormittag Karin Stelzer, Kathi Drescher-Seidl und Elfriede Kellnhofer vom Kulturamt über ihre erste Further Grüne Woche gezogen: Insgesamt etwa 2000 Besucher seien ein guter Anfang, meinten sie beim Pressegespräch im Rathaus. Eine solche Aktion müsse sich erst herumsprechen und sei auch nicht etwa mit „Kino am See“ oder der Bergwoche vergleichbar. Die Themen seien viel ernster und auch komplexer – aber sehr wichtig.

Die Ressourcen auf der Erde seien begrenzt, und das gehe jeden an, blickte Kulturamtsleiterin Stelzer zurück auf die ersten Überlegungen, die letztendlich zur Veranstaltungsreihe geführt hätten. Und als Stadt habe man dahingehend schon den Auftrag, ein Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen, meinte sie – weil solche Aktionen für Privatleute finanziell und personell nicht machbar seien. Das Kulturamt habe das Thema aufgegriffen, weil Kultur mehr sei als Ausstellungen und Konzerte. Unter den Begriff falle jegliche Lebenskunst, der Bereich erfasse das gesamte Leben. Und das Thema begrenzte Ressourcen auf der Erde werde die Zukunft der Menschen prägen.

Im Kleinen anfangen

Jeder wisse um den Klimawandel und darum, dass etwas passieren müsse. Bei der Grünen Woche sei es auch darum gegangen, wo man im Kleinen anfangen könne, etwas zu ändern. Begonnen hätten die Planungen mit einer Stoffsammlung, die immer einfach das Ziel hatte, die Bevölkerung für die Thematik zu sensibilisieren und Denkanstöße zu geben. Man wollte das Bewusstsein wecken für einen liebevollen Umgang mit der Schöpfung.

Digitaler Burnout: Auch die Handysucht war Thema bei der Grünen Woche. Alexander Markowetz erklärte, warum die permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist. Was passiert mit einer Gesellschaft, die fortwährend auf ein kleines Kistchen starrt? Foto: Alexander Markowetz
Digitaler Burnout: Auch die Handysucht war Thema bei der Grünen Woche. Alexander Markowetz erklärte, warum die permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist. Was passiert mit einer Gesellschaft, die fortwährend auf ein kleines Kistchen starrt? Foto: Alexander Markowetz

Die zehntägige Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Aktionen für Kinder, Messe, Waldbegängen, Meditation, Ausstellungen und Filmen, habe man bewusst in die Fastenzeit gelegt, in Bezug auf den Verzicht und das Aufblühen in der Natur, erklärte Stelzer. Die nächste Aktion wohl in zwei Jahren – abwechselnd mit der Bergwoche – werde aber vielleicht ein paar Wochen später angesetzt, damit das Wetter schon ein wenig besser sei. Der Kälteeinbruch habe der Grünen Woche sicher Besucher gekostet, meinte Stelzer.

Eröffnung Hoflehrpfad: Auhofbauer Josef Schreiner hat auf seinem Anwesen einen „Hoflehrpfad“ angelegt, der nun für jedermann zugänglich ist. Trotz der Kälte fanden etwa 100 Interessierte den Weg zur Eröffnung, auch viele Kinder waren mit dabei. Foto: Josef Schreiner
Eröffnung Hoflehrpfad: Auhofbauer Josef Schreiner hat auf seinem Anwesen einen „Hoflehrpfad“ angelegt, der nun für jedermann zugänglich ist. Trotz der Kälte fanden etwa 100 Interessierte den Weg zur Eröffnung, auch viele Kinder waren mit dabei. Foto: Josef Schreiner

Die Vorbereitungen für die Aktion seien viel Arbeit gewesen, für die nächsten Grünen Wochen habe man aber nun schon Erfahrungswerte. Das erste Mal eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen, sei immer am aufwendigsten. Man hätte für dieses Mal bereits viele Ideen mehr gehabt, die man dann bei den nächsten Aktionen umsetzen könne. Auch bestehe nun bereits ein Netzwerk aus Partnern, mit denen zusammengearbeitet wurde. Dazu gehörten unter anderem das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Umweltschutzverbände, Handwerk und Handel, Verbraucherschutzvereine und Vertreter des Kunsthandwerks. Von ihnen allen seien wertvolle Anregungen gekommen, die Themenvielfalt für Grüne Wochen sei unerschöpflich. Unter anderem deshalb meint auch der Bürgermeister, dass die Grüne Woche auf jeden Fall eine Neuauflage erfahren sollte. Dieses Mal hätten viele Leute von der Aktion gehört und vielleicht mal hingeschaut, das nächste Mal wüssten sie bereits genauer, was sie erwartet.

Alois Glück als Zugpferd

Insgesamt hatte die erste Further Grüne Woche etwa 2000 Besucher aus dem gesamten Landkreis. Etwa 1000 davon kamen zur Messe ins ATT. Den nächstgrößeren Anteil mit 300 Gästen konnte Alois Glück bei seinem Vortrag für sich verbuchen. Den „dritten Platz“ machte die Eröffnung des Hoflehrpfads von Josef Schreiner. Trotz großer Kälte fanden etwa 100 Besucher, darunter auch viele Kinder, den Weg zu seinem Hof. Sehr gut angekommen seien auch die Kunstinstallationen von Tanja Martina Federl, berichtete Stelzer. Eigentlich rund um die Uhr seien am Stadtplatz Leute gestanden und hätten sich die Fische angesehen. Die Botschaft, die sie vermitteln sollen, sei mit Sicherheit angekommen. Deshalb bleiben die Kunstinstallationen auch noch bis Mitte April über dem Stadtplatz hängen.

Kunst aus Plastikmüll: Tanja Martina Federl hat bunte Fische gefertigt, die noch bis 25. April über den Stadtplatz schweben. Sie erinnern an die Verschmutzung der Meere. Diese Aktion ist gut angekommen, viele Leute sahen sich die Fische an und fotografierten sie. Foto: Tanja Martina Federl
Kunst aus Plastikmüll: Tanja Martina Federl hat bunte Fische gefertigt, die noch bis 25. April über den Stadtplatz schweben. Sie erinnern an die Verschmutzung der Meere. Diese Aktion ist gut angekommen, viele Leute sahen sich die Fische an und fotografierten sie. Foto: Tanja Martina Federl

Die übrigen Veranstaltungen hatten zwischen zehn und 60 Besucher, berichtete Stelzer. Bei den Programmpunkten, bei denen die Referenten und Akteure heimisch und den Leuten bekannt waren, war mehr Publikum anzutreffen. Die Dieberger Hütte etwa war beim Waldbegang mit dem Förster richtig voll. Auch Stadtgärtner Stefan Ege hatte trotz großer Kälte viele Besucher. Man hatte sich auch bemüht, Veranstaltungen für jedes Alter auf die Beine zu stellen, betonte Karin Stelzer.

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