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Baugebiet, Kläranlage und Breitbandausbau

Der Gemeinderat Zell verabschiedete den Haushalt 2020, der trotz der Corona-Krise eine Reihe von Investitionen vorsieht.
Sigismund Fuchs

Die Gemeinde Zell investiert auch in der Krise.  Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Die Gemeinde Zell investiert auch in der Krise. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Zell.Aufgrund der Corona-Krise fand die letzte Gemeinderatssitzung der laufenden Legislaturperiode in der Aula der Grundschule statt. Zunächst gedachte man des verstorbenen Mitglieds Lothar Kulzer, der von 1990 bis 1996 in Gemeinderat war. Nach dem nichtöffentlichen Teil zu Beginn der Sitzung erörterte Geschäftsstellenleiter Wolfgang Held den Haushaltsplan mit Beschluss der Haushaltssatzung 2020.

Der Ergebnishaushalt hat bei einem Gesamtbetrag an Erträgen in Höhe von 3 865 500 Euro und Aufwendungen in Höhe von 3 200 300 Euro ein Jahresergebnis von 665 200 Euro. Im Finanzhaushalt ergibt sich bei laufender Verwaltungstätigkeit ein Saldo von 241 200 Euro, welches sich aufgrund des Gesamtbetrags an Einzahlungen mit 3 441 500 Euro und Auszahlungen von 3 200  300 Euro ergibt. Bei der Investitionstätigkeit liegt ein Saldo von 1 487  300 Euro vor, welches sich aus den Einzahlungen von 1  524  000 Euro und Auszahlungen von 3  011 300 Euro ergibt.

Kreditaufnahme ist nötig

Mit den Einzahlungen aus Finanzierungstätigkeit von 1 395 000 Euro und Auszahlungen von 57 400 Euro ergibt sich im Finanzhaushalt ein Saldo von 91 500 Euro. Damit kann der voraussichtliche Anfangsbestand von 91 500 Euro ausgeglichen werden. Für den Haushalt ist eine Kreditaufnahme von 1 395 000 Euro vorgesehen. Wie der Geschäftsstellenleiter zusammenfassend betonte, „schaut es nicht so schlecht aus“, und er sehe auch kein Problem bezüglich der anstehenden Investitionen. Bürgermeister Thomas Schwarzfischer seinerseits sagte, er favorisiere die Kläranlage Schillertswiesen. Er sehe keine Luxusausgaben.

In den letzten Jahren konnte die Verschuldung durch Sparmaßnahmen und Stabilisierungshilfen stark zurückgefahren werde. So beträgt zum Jahresanfang 2020 der Schuldenstand 234 389 Euro. Planmäßige Tilgungen in Höhe von 57 400 Euro sind vorgesehen. Im Haushaltsjahr 2020 kommen einige Investitionsmaßnahmen zusammen, die nur über eine Kreditaufnahme finanzierbar sind. Es handelt sich um die Erschließung des ersten Abschnitts des Baugebiets Langefeld II und die Fertigstellung der Druckleitung sowie der baulichen Anlage für den Anschluss der Kläranlage Beucherling an die Anlage Zell.

Außerdem ist die Beteiligung für den Ausbau der weißen Flecken in Sachen Breitband an den Landkreis Cham zu entrichten. Dafür ist eine Kreditaufnahme von 1 395 000 Euro vorgesehen. Je nach Konditionen der Bank sollte versucht werden, eine Kreditaufnahme mit vor allem flexiblen Rückzahlungsmodalitäten abzuschließen. Dann sollte mit den eingenommenen Beiträgen aus dem Anschluss an die Anlage Zell und auch den Erträgen aus den Grundstücksgeschäften des Baugebiets Langfeld II der Kredit schnell wieder zurückgezahlt werden. Der Schuldenstand erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr zum Jahresende um 1 395 000 Euro auf 1 629 379 Euro. Sofern im Haushaltsjahr 2019 die Kreditermächtigung von 350 000 Euro in Anspruch genommen würde, wäre die Haushaltssituation 2020 auch etwas entspannter und die erforderliche Kreditaufnahme würde nicht in dieser Höhe ausfallen, hieß es.

Für drei Bauanträge gab es einstimmig grünes Licht, bevor man sich der Urnenbestattung in kirchlichen Friedhof in Martinsneukirchen zuwandte. Die Katholische Kirchenstiftung, bzw. der Kirchenpfleger Alois Daschner teilte mit, dass in der Urnenwand in Martinsneukirchen nur noch zwei Kammern frei sind. In Anbetracht der derzeitigen Situation und des verstärkten Trends zur Urnenbestattung sollten und müssten umgehend Vorbereitungen für eine weitere Urnenwand getroffen werden. Ferner solle die Reihe für die Erdurnengräber so gestaltet werden, dass diese ersichtlich sind. Zuletzt wurden Maßnahmen im Friedhof mit 80 Prozent bezuschusst. Der Gemeinderat beschloss, einen Zuschuss von 5000 Euro zu gewähren.

Spielplatz wird aufgelöst

Bürgermeister Schwarzfischer teilte mit, dass der Spielplatz unter der Burg aufgelöst wird, nachdem der Grundstückseigentümer eine Bebauung vornehmen möchte. Weiter berichtete das Gemeindeoberhaupt, dass die Absicherung beim Badeweiher in Zell mit dem Geländer mangels Frost nicht durchgeführt werden konnte, was demnächst nachgeholt werde. Außerdem solle der Badeweiher auf Empfehlung von Wasserberatern im Winter abgelassen werden, um Pflegemaßnahmen und Schlammhygiene durchführen zu können. Das Landratsamt Cham nehme zur Überwachung der Wasserqualität regelmäßig Proben. Badebetrieb sei wegen der Corona-Vorschriften derzeit nicht möglich.

Für die Bushaltestelle in Martinsneukirchen gibt es eine provisorische Lösung. Die Baumaßnahmen in der Kirchstraße und am Radweg haben bereits begonnen. In der Kirchstraße wird die Wasserleitung erneuert, und die Gemeinde wird im Anschluss die Asphaltdecke erneuern. (rsu)

Gemeinderat in Kürze

  • Der Friedhof in Beucherling

    soll einen eigenen Wasseranschluss erhalten.

  • Moniert wurden

    das Schlagloch bei der St. Wolfgangskapelle in Schillertswiesen, die abgebrochenen oder dürren Bäume beim Badeweiher in Zell, dass trotz der Beschilderung am Radweg manche dennoch auf der Staatsstraße Richtung Zell fahren und dass keine Kehrung der Straßen durch die Gemeinde veranlasst war. (rsu)

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