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Projekt

Bayern-Warte auf dem Dieberg ist saniert

Der 21 Meter hohe Aussichtsturm in Furth war stärker beschädigt als gedacht und wäre wohl beim nächsten Sturm umgefallen.
Von Evi Paleczek

Der Aussichtsturm Bayern-Warte auf dem Dieberg hat mit Lärchen-Holz ein neues Gesicht bekommen. Foto: Paleczek
Der Aussichtsturm Bayern-Warte auf dem Dieberg hat mit Lärchen-Holz ein neues Gesicht bekommen. Foto: Paleczek

Furth im Wald.Seit Mitte Mai war der Aussichtsturm auf dem Dieberg eingerüstet, nun ist die Bayern-Warte fertig saniert und hat mit ihrer hellen Lärchenholz-Verkleidung ein komplett neues Gesicht bekommen. Eigentlich hätten die Arbeiten gar nicht so lange dauern sollen, wie stark der Turm bereits beschädigt war, hat sich erst beim Abtragen der alten Fichtenholz-Verschalung gezeigt, informierten Bürgermeister Sandro Bauer, Hans Braun vom Naturparkverein, Michael Nachreiner vom Bauamt der Stadt, Christoph Haimerl vom Bauhof und Zimmerer Stefan Zisler am Donnerstagnachmittag bei einem Pressegespräch vor Ort.

Die Bergwacht hat den Turm in den 70er Jahren durch ehrenamtliche Leistung errichtet, sagte Bürgermeister Sandro Bauer, dann wurde die Bayern-Warte an die Stadt übergeben. Bei einem starken Sturm 2013 trug der Turm Schäden davon, sein Dach wurde damals notdürftig instandgesetzt. Für eine komplette Sanierung hat die Stadt dann über das Aktionsbündnis Cerchov plus einen Antrag auf Förderung für ein grenzüberschreitendes Projekt gestellt und den Naturparkverein als Leadpartner ins Boot geholt.

An Bäumen festgebunden

Veranschlagt wurden eine neue Verschalung, neue Fenster und die Sanierung des Daches, sagte Bauer. Bei Maßnahmen-Beginn sei nicht klar gewesen, wie stark der Turm bereits beschädigt war, das habe sich erst beim Abtragen der alten Verkleidung gezeigt. Die Holzpfeiler waren zum Teil total verfault, die Sanierung bedeutete also einen wesentlich höheren Aufwand als zunächst gedacht. Auf die Zimmerei wartete – unvorhergesehen – eine Herausforderung.

Das Holz am Turm war stark beschädigt. Wie stark, war bei Beginn der Sanierungsmaßnahme noch nicht absehbar. Die Bayern-Warte war jedoch bereits instabil. Foto: Nachreiner
Das Holz am Turm war stark beschädigt. Wie stark, war bei Beginn der Sanierungsmaßnahme noch nicht absehbar. Die Bayern-Warte war jedoch bereits instabil. Foto: Nachreiner

Er hatte gedacht, es werde ein kleiner Auftrag werden, sagte Stefan Zisler. Keinem sei bewusst gewesen, was auf den Betrieb zukommt. 40 Jahre Regen auf der Wetterseite habe dem Holz zugesetzt, große, massive Balken seien ausgehöhlt gewesen. Er habe wirklich Angst bekommen, der Turm könnte jederzeit umfallen, weil die tragenden Säulen eben nicht mehr trugen, berichtete Zisler, und hat die Bayern-Warte mit Stahlseilen an umliegenden Bäumen befestigt.

Es stellte sich die Frage, wie die Holzfüße des Turms ausgetauscht werden sollten. Die Zimmerei brachte provisorische Stahlkonstrukte nach oben, um den Stand des Turms zu sichern, während die Holzfüße ausgetauscht wurden. Insgesamt 4,5 Tonnen Stahl wurden auf den Dieberg transportiert. Da galt es auch, einen Weg vorzubereiten, auf dem Lastwagen durch den Wald nach oben fahren konnten, erklärte der Bürgermeister. Ein Kran stand ebebfalls zeitweise auf dem Dieberg.

Freuen sich über die Sanierung: Michael Nachreiner vom Bauamt, Zimmerer Stefan Zisler, Christoph Haimerl vom Bauhof, Bürgermeister Sandro Bauer und Hans Braun vom Naturparkverein (von links). Foto: Paleczek
Freuen sich über die Sanierung: Michael Nachreiner vom Bauamt, Zimmerer Stefan Zisler, Christoph Haimerl vom Bauhof, Bürgermeister Sandro Bauer und Hans Braun vom Naturparkverein (von links). Foto: Paleczek

Letztendlich wurden 60 Prozent des Turms erneuert – obwohl ursprünglich nur Bretter ausgetauscht und die Kanzel hätten erneuert werden sollen. Die Sanierung kostet nun deshalb mehr als 200 000 Euro, für die nicht geplanten Mehrkosten gibt es keine Fördermittel, so dass etwa 110 000 Euro bei der Stadt verbleiben. Es war fast jedes Brett hinter der Verkleidung morsch, die Dachbalken waren an den Ecken nach unten verzogen, und auch der Dachstuhl war sehr in Mitleidenschaft gezogen. Aus den geplanten zwei Monaten Zeit für die Sanierung ist deshalb ein halbes Jahr geworden.

Widerstandsfähigeres Holz

Und es war höchste Zeit, betonte Zisler. Bei Wind habe der Turm gewackelt, beim nächsten großen Sturm wäre er wohl umgefallen – was natürlich richtig gefährlich hätte ausgehen können. Die Stadt schaue sich ihre Einrichtungen regelmäßig an, sagte der Bürgermeister dazu, unter die Verkleidung der Bayern-Warte habe man aber nicht blicken können.

Die Kanzel der Warte hat neue Fenster bekommen. Einige alte Balken sind noch zu sehen, vieles wurde erneuert. Dieses Mal mit Lärchenholz, ursprünglich war der Turm aus Fichte. Foto: Paleczek
Die Kanzel der Warte hat neue Fenster bekommen. Einige alte Balken sind noch zu sehen, vieles wurde erneuert. Dieses Mal mit Lärchenholz, ursprünglich war der Turm aus Fichte. Foto: Paleczek

Das Holz, das ersetzt wurde, ist jetzt Lärchenholz, das widerstandsfähiger ist als die ursprüngliche Fichte, informierte Nachreiner. Außerdem wurde vorher genagelt, nun wurde verschraubt. 330 Schrauben und zehn Kubikmeter Holz wurden verbaut. Es war der Stadt wichtig, wieder für Sicherheit zu sorgen und den Turm als tolles Ausflugsziel für Touristen und Einheimische zu erhalten, die an Sonntagnachmittagen gerne auf den Dieberg spazierten, um die Aussicht zu genießen. Für einen Neubau hätten schon die Planungskosten bis zu 90 000 Euro betragen, das Ganze hätte zudem viel länger gedauert.

Wichtig war zudem, den Mobilfunk-Empfang weiter zu gewährleisten – auf dem Dach der Bayern-Warte stehen entsprechende Antennen. Während auf dem Dach gearbeitet wurde, musste da tagsüber abgeschaltet werden. An den freien Stellen über den Fenstern der Kanzel wurden noch Gitter angebracht, damit sich keine Vögel mehr hineinverirren und sterben, wenn sie gegen die Fenster fliegen. Die Stadt hofft jetzt, dass der 21 Meter hohe Turm wieder 40 Jahre hält, betonte der Bürgermeister.

Über eine schöne, renovierte Bayern-Warte freute sich auch Hans Braun. Der Aussichtsturm sei ein Anziehungspunkt für Touristen, die dort Natur und Landschaft erleben könnten. Auch andere Aussichtstürme in der Gegend würden derzeit saniert, wenn im kommenden Jahr alle Projekte abgeschlossen sind, wird es eine gemeinsame Aktion geben.

In 639 Metern Höhe

Errichtet wurde die Bayern-Warte 1974/75 durch die Bergwacht-Bereitschaft Furth im Wald mit Zuschüssen von Stadt und Naturparkverein Cham. Der Aufstieg zum Turm erfolgt vom etwa einen Kilometer entfernten Parkplatz, nur der Schlussanstieg führt recht steil nach oben. Der Turm steht auf dem Höhenzug des Diebergs nahe der Grenze auf einer Höhe von 639 Metern. Das erlaubt einen Ausblick auf die umliegenden Berge des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes. Zu sehen sind der Hohenbogen mit seinen beiden Türmen und der Cerchov, ebenfalls mit einem Radarturm auf der Spitze.

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Sanierung

Dach der „Bayernwarte“ abgedichtet

Durch einen Sturm war der Aussichtsturm auf dem Dieberg beschädigt worden. Dachdeckermeister Erich Schmidberger führte die Reparatur aus,

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