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Bildung

Begegnung mit viereinhalb Königen

Siebt- und Achtklässler fuhren am Museumstag ins Haus der Bayerischen Geschichte.

Die BSGler im Haus der Bayerischen Geschichte  Foto: Verena Gust
Die BSGler im Haus der Bayerischen Geschichte Foto: Verena Gust

Bad Kötzting.Am Museumstag haben die Siebt- und Achtklässler des Benedikt-Stattler-Gymnasiums das Haus der Bayerischen Geschichte besucht. Betritt man das Foyer des neuen Regensburger Museums, wird man stilecht vom Löwenbräu-Löwen, der einst auf dem Oktoberfest stand, begrüßt. Schon hier vermittelt das Haus die besondere bayerische Identität. Und genau darum geht es auch in der Dauerausstellung, die den Besucher durch die mal mehr, mal weniger schillernde Geschichte Bayerns vom Königreich durch Napoleons Gnaden bis heute führt.

Auch wenn Bayern ab 1806 ein Königreich war, so unterwarf sich König Maximilian I. Joseph schon früh einer Verfassung, während anderswo – etwa in Preußen oder Österreich – die Könige noch weitgehend absolut herrschten. Vielleicht stand auch deshalb die bayerische Bevölkerung hinter ihren Staatsoberhäuptern. Selbst Ludwig II. verzieh man seine Verschwendungssucht. Viereinhalb Könige sind im Museum auf Leinwand ausgestellt – vier ganz groß und einer klein – und weisen den Besuchern den Weg. Viereinhalb sind es deshalb, weil von den offiziell sechs Regenten lediglich vier mehrere Jahre und selbstständig geherrscht haben.

Vieles erfuhren die Schüler über die Eigenheiten und Errungenschaften der Könige. Doch auch die im 19. Jahrhundert langsam erstarkende bayerische Wirtschaft konnte exemplarisch an so manchen Exponaten bestaunt werden. Der erste Kühlschrank oder der erste Mähdrescher stammen aus Bayern. Zu Weltruhm gelangte aber auch das Schlierseer Bauerntheater, das während seiner USA-Tournee in den bekanntesten Häusern vor dem begeisterten amerikanischen Publikum spielte.

Die besondere Identität der Bayern, ihre Weltoffenheit und Toleranz wurden den Schülern einmal mehr deutlich. Sich die eigene Herkunft und Wurzeln zu vergegenwärtigen und daraus Schlüsse für einen bewussten Umgang mit unseren heutigen, oft für selbstverständlich erachteten Freiheiten zu ziehen, unterstützt auch der Landkreis Cham, indem er Projekte zur Förderung von Toleranz und Demokratie finanziell bezuschusst.

Neben der Dauerausstellung hatten die Schüler Gelegenheit, die Landesausstellung „100 Schätze aus 1000 Jahren“ zu besuchen. Dort wird der Fokus auf die Darstellung von Geschichten von Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten gelegt. Wie schon in der Dauerausstellung wird deutlich, dass Geschichte nicht nur von den Großen geschrieben wird, sondern immer mit den Schicksalen der gesamten Bevölkerung verwoben ist. Nicht umsonst fordert das Haus der Bayerischen Geschichte seine Besucher auf, geschichtsträchtige Objekte, die bei ihnen zu Hause schlummern, dem Museum zur Verfügung zu stellen. Geschichte ist eben überall.

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