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Gesellschaft

Berufsschüler besuchen Asyltheater

Das Landesjugendtheater spielt „Zeig mir deine Wunde“.

Das Theaterstück „Zeig mir deine Wunde
Das Theaterstück „Zeig mir deine Wunde" beeindruckte Schüler und Lehrer. Foto: Junges Landestheaters Bayern

Cham.Die Schüler der Werner-von-Siemens-Schule, Staatliche Berufsschule Cham, besuchten das ergreifende Theaterstück des Bayerischen Landesjugendtheaters „Zeig mir deine Wunde“ unter der Regie von Matthias Fischer im alten Cinema Roding.

Das Junge Landestheater Bayern setzt sich anhand authentisch-biographischer Dokumente mit einem echten Abschiebeprozess eines jungen Flüchtlings auseinander. Dieser Prozess wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, um die vielfältigen Herausforderungen und Chancen im Lebensweg eines Geflüchteten, mithilfe modernster theatralischer Mittel, nachzuvollziehen. Die meisten Menschen, die seit 2015 Zuflucht in unserem Land suchen, haben furchtbare Dinge erlebt. An die traumatisierenden Gewalterlebnisse durch Mitmenschen in ihrem Herkunftsland reihen sich oftmals weitere schlimme Erfahrungen auf den Fluchtwegen. Bei uns angekommen leben viele Geflüchtete über einen sehr langen Zeitraum mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus - ein verletzter Mensch, der eigentlich Schutz und Ruhe braucht, ist hier immensen Belastungen ausgesetzt. In Schulen, Verwaltungen und Arztpraxen stellt uns das aktuell vor besondere Herausforderungen.

In „Zeig mir deine Wunde“ wird auf die Komplexität der Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln geschaut, dem eines jungen ghanaischen Journalisten (Haruna Zahidi Munira), einer Filmregisseurin (Vera Schweinstetter) und ihrer Medizin studierenden Tochter (Michelle Machalitza), deren vorgesetzte Oberärztin (Eva Sättler), eines erfahrenen Asyl-Entscheiders (Felix Pauli) und einzelner Geflüchteter. Dabei wird exemplarisch die Geschichte des Afghanen Hassan Adschuli (Haziz Gholam) anhand seines eigenen biografisch-authentischen Materials gezeigt, das er im Laufe seines Lebens angesammelt hat. Dabei werden viele bewegende Fragen aufgeworfen: Ist ihm Asyl zu gewähren? Welche Hilfe benötigt er aus medizinischer Sicht? Kann oder sollte man gar aus seinem Schicksal einen Film machen? Und was ist mit unserer eigenen Verwundbarkeit? Wir alle erfahren im Laufe unseres Lebens Verletzungen. Führt uns das dazu, dass wir das Leiden um uns herum ausblenden wollen oder kann es uns mitfühlender und gütiger machen?

Dieses berührende Theaterstück hat die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte auf ganz besondere Art bewegt und nachdenklich gemacht. Einige Berufsschüler, die ebenfalls aus ihrem Heimatland geflüchtet sind, erzählten von ihren eigenen Lebenserfahrungen und bestätigten, wie sehr dieses Theaterstück ihre Lebenswelt widerspiegelt. Ihre Lebenswelt, die wir alle gemeinsam teilen.

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