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Montag, 25. Juni 2018 21° 6

Aktionstag

Besucher kamen nur spärlich

Verantwortliche der Further Museen waren enttäuscht und fragen: War das neue Rettungszentrum schuld am geringen Interesse?

Josef Maier hatte zu seiner Schmiede-Vorführung einen Assistenten in die Schürze gesteckt. Foto: fsa
Josef Maier hatte zu seiner Schmiede-Vorführung einen Assistenten in die Schürze gesteckt. Foto: fsa

Furth im Wald.Zum internationalen Museumstag wurde am vergangenen Sonntag (Muttertag) in ganz Deutschland aufgerufen. Auch die Museem in der Grenzstadt öffneten ihre Tore und luden zu zahlreichen Angeboten und besonderen Aktionen ein. Ziel des Aktionstages unter der Überschrift „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ war es, auf die thematische Vielfalt aufmerksam zu machen. Die wenigen Besucher sorgten jedoch für eine große Enttäuschung. In der Grenzstadt hatte man für das geringe Interesse eine plausible Ausrede parat: Die Leute aus nah und fern interessierte nur der Besuch des neuen Rettungszentrums.

Der heilige Georg

Stadtarchivar Werner Perlinger eröffnete den Reigen der Aktionen mit einem Vortrag im neu gestalteten Georgssaal. Er informierte über den heiligen Georg in der christlichen Mythologie. Georg genoss im Abendland große Verehrung, ihm wurde eine Vielzahl von Darstellungen zuteil. Spärlich jedoch stehe dem Kult die Überlieferung gegenüber. Georg sei zunächst ein aus Kappadokien stammender Offizier gewesen, der vom Perserkönig Dadianos gefangen genommen und auf grausamste Weise gefoltert wurde. In einer späteren Überlieferung sei Georg ein junger römischer Soldat gewesen, der um das Jahr 303 unter der Regierung des römischen Kaisers Diokletian wegen der Verteidigung seines christlichen Glauben den Märtyrtod erlitten haben soll.

Die Kreuzzüge erst bringen den ritterlichen Drachenkämpfer aus byzantinischer Legende ins Abendland. Die bedeutendste Quelle für den Drachenkampf, die für die abendländische Kunst weitreichende Bedeutung erlangte, sei aber die zwischen 1245 und 1273 vom Dominikanermönch Jakobus de Virangine, auch Jakob de Voraccio, verfasste Legende Aurera. Es sei dies eine zusammengestellte Sammlung von Heiligenlegenden novellistisch-märchenhaften Charakters, die im Mittelalter zum populären Andachtsbuch wurde. In diesem werde der Drachenkampf eingehend geschildert. Der geflügelte Drache bildet ornamental das „G“, und Georg sitzt mit Helm und Rüstung auf dem Pferd, über ihm der Heiligenschein. Fortan lebte in den St.-Georgsdarstellungen vor allem das Motiv der Befreiung vom Drachen.

Mit Beginn der Neuzeit nahm der Kult um St. Georg beim Adel ab, nicht jedoch bei der städtischen und ländlichen Bevölkerung, wo er als Patron der Kommunen, aber auch einzelner Zünfte und Gesellschaften weiter verehrt wurde. So wurde u.a. im ausgehenden Mittelalter das Fechten zur Freizeitbeschäftigung der wohlhabenden Bürger und Handwerksmeister. Perlinger erwähnte auch die einzelnen Georgsspiele, die teils seit Ende des 14. Jahrhunderts vereinzelt nachweisbar seien.

Nach dem Vortrag bekamen die Besucher die Möglichkeit zur Besteigung des Further Stadtturms. In luftiger Höhe lud das Museumsteam mit Elfriede Kellnhofer an der Spitze zu einem Weißwurstfrühstück ein. Gleichzeitig war ein Besuch der Beletage im ehemaligen Amtsgerichtsgebäude möglich. Der Kunstverein Freiraum bot dort Führungen in der ehemaligen Amtsrichterwohnung an. Zusätzlich waren in einem Raum Bilder von Erwin Eisch, großformatige Leinwandarbeiten und ein „Blick ins Blaue“ möglich.

Besuch im Flederwisch

Führungen gab es auch im Museum Flederwisch am Lagerplatz durch die Gebrüder Schüler. Dort war das Dampfmaschinenspektakel mit Einblick hinter die Kulissen der Werkstatt möglich. Auch der Voithenberghammer mit Museumstadel hatte seine Pforten geöffnet. Vorführungen in der Schmiede durch Josef Maier standen im Mittelpunkt.

Geöffnet war weiter die Drachenhöhle in der Eschlkamer Straße, in der Führungen angeboten wurden. Wer noch nicht genug hatte, konnte noch einen Abstecher in die Unterwasserstation von Uli Stöckerl in die Daberger Straße machen. (fsa)

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