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Militär

Besucheransturm in der Rodinger Kaserne

Laute Panzermotoren, Marschmusik und Showübungen: Der Tag der offenen Tür der Bundeswehr wird für Tausende zum Erlebnis.
Von Bastian Schreiner

Fahrzeuge stehen unter Beschuss, Kameraden werden verletzt und müssen betreut werden: Showübungen zeigten eindrucksvoll, wie Soldaten unter Belastung miteinander arbeiten. Foto: B. Schreiner
Fahrzeuge stehen unter Beschuss, Kameraden werden verletzt und müssen betreut werden: Showübungen zeigten eindrucksvoll, wie Soldaten unter Belastung miteinander arbeiten. Foto: B. Schreiner

Roding.Zwei Soldaten liegen im Tarnanzug in der Wiese, die Kinder sitzen im Panzer Probe, Spürhunde drehen eine Runde, am Exerzierplatz ertönt laute Musik: Beim Tag der offenen Tür zum 60. Jubiläum der Garnison Roding haben die Besucher die Chance, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Und das Interesse ist groß. Tausende strömen am Sonntag in die Arnulfkaserne – und tauchen in den Alltag der Soldaten und zivilen Mitarbeiter ein.

Appell Bundeswehr Roding

Um 9.30 Uhr startet der Rückkehrerappell. Mit Pauken und Trompeten zieht das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen auf den Exerzierplatz, wo die Kompanien Aufstellung genommen haben. Mit ihrer Anwesenheit würden die Ehrengäste und Bürger ihre Wertschätzung für die Leistungen der Soldaten, die diese im Heimatland und im Einsatz leisten, zum Ausdruck bringen, sagt Kommandeur Jörg Witoschek. Die Einsatzsoldaten haben in den vergangenen Monaten auf ihre Familien und Freunde verzichten und in klimatisch anspruchsvollen Regionen Dienst leisten müssen. Die Kameradschaft sei das Bindeglied aller Soldaten im Einsatz. Neben dem Kosovo waren zeitgleich Soldaten in Afghanistan, Mali und Litauen eingesetzt, so Witoschek.

Barett und Waffenfarbe wechseln

Brigadegeneral See, Bürgermeister Reichold und Oberstleutnant Witoschek (v. l.) schreiten die Formation ab. Foto: B. Schreiner
Brigadegeneral See, Bürgermeister Reichold und Oberstleutnant Witoschek (v. l.) schreiten die Formation ab. Foto: B. Schreiner

„Die Truppe in der Arnulfkaserne und deren Auftrag hat sich in den letzten 60 Jahren gewandelt, stets gleich dagegen blieb die tiefe Verbundenheit mit der Stadt und den Partnergemeinden“, betont der Oberstleutnant. Im September 1957 war der Grundstein durch den damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß gelegt worden, acht Wochen später folgte das Richtfest und im Herbst 1958 war der Kasernenbau vollendet. Der Standort habe alle bisherigen Strukturreformen überstanden, wenn auch das Barett und die Waffenfarbe wechselten. Panzeraufklärer, Jäger, Feldjäger, Sanitäter und Logistiker hätten in der Arnulfkaserne ihr Zuhause gefunden.

Vorführung vor großer Kulisse: Der Spürhund meldet Alarm. Foto: B. Schreiner
Vorführung vor großer Kulisse: Der Spürhund meldet Alarm. Foto: B. Schreiner

Bevor Brigadegeneral Jörg See ans Pult tritt, schreitet er mit Bürgermeister und Standortältesten die Formation ab. 2017 seien 1000 Soldaten im Einsatz gewesen, heuer werden 300 und im kommenden Jahr wieder 800 bis 1000 im Ausland gebraucht. „Ein Viertel der Brigade ist immer unterwegs. Das ist eine große Herausforderung – auch für die Familien“, sagt er. Dass die Region seit sechs Jahrzehnten hinter den Soldaten stehe, sei beeindruckend. Die Truppe soll laut Pastoralreferent Hans Rückerl dankbar sein für die Unterstützung aus der Heimat und die schönen Erlebnisse mit Soldaten anderer Nationen.

Wichtiger Faktor in der Stadt

Neugierige Blicke: Die Soldaten zeigen Sturmgewehre und Maschinenpistolen. Foto: B. Schreiner
Neugierige Blicke: Die Soldaten zeigen Sturmgewehre und Maschinenpistolen. Foto: B. Schreiner

Die Bundeswehr sei ein wichtiger Faktor in der Stadt, bekräftigt Bürgermeister Franz Reichold und bezeichnet die Soldaten als Konfliktlöser und Krisenmanager. „Wir sind froh, dass alle gesund und munter heimgekehrt sind“, so Reichold, der die Bundeswehr als wichtigen Faktor in der Stadt Roding sieht.

Als das Gebirgsmusikkorps verstummt, tummeln sich die Besucher an den 24 Stationen. Im Simulator können Erwachsene Schießübungen absolvieren, nebenan sind Pistolen und Gewehre zur Schau gestellt. Im Karrieretruck informieren sich Jugendliche über die Ausbildungsmöglichkeiten. Die Feldjäger präsentieren ihr Können mit den Diensthunden, Ausstellungen geben einen Überblick über die Historie der Garnison und das Spektrum der Einsätze. Um in einem Transportpanzer Fuchs oder Schützenpanzer Marder mitfahren zu können, nehmen die Gäste die Wartezeit in Kauf. Eine weiterer Höhepunkt ist die Showübung vor der Zuschauertribüne. Ein Transportzug wird beschossen, Rauch steigt auf, die Lage ist unübersichtlich. Doch die Soldaten reagieren besonnen, versorgen Verletzte und bergen Fahrzeuge. Ein Spektakel für Jung und Alt.

Roding feiert 60 Jahre Garnison

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