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Mittwoch, 15. August 2018 24° 6

Justiz

Bewährung für einen 39-jährigen Further

Der Angeklagte beglich weder eine ausstehende Anwaltsrechnung, noch verschickte er ein verkauftes Mobiltelefon.

Der Angeklagte stand wegen zwei Betrugsvorwürfen vor Gericht. (Foto: Bastian Winter)
Der Angeklagte stand wegen zwei Betrugsvorwürfen vor Gericht. (Foto: Bastian Winter)

Cham.Wegen Betrugs in zunächst zwei Fällen musste sich ein 39-jähriger Mann aus Furth vor dem Chamer Amtsgericht verantworten. Laut Anklageschrift erteilte er im April 2016 einer Rechtsanwaltskanzlei den Auftrag, Ansprüche gegenüber seinem ehemaligen Arbeitgeber geltend zu machen. Die Kosten von knapp 500 Euro habe er nicht gezahlt und eine Zahlung auch nie vorgehabt.

Am 17. August 2017 habe der Geschädigte ein Mobiltelefon im Wert von rund 375 Euro online verkauft. Trotz Erhalt des Kaufpreises sei eine Lieferung, wie beabsichtigt, nie erfolgt. Der Angeklagte gab den Sachverhalt des zweiten Vorwurfes zu. Es sei seine Schuld gewesen und er habe hier Mist gebaut. Anders verhalte es sich aber im Hinblick auf die Anwaltskanzlei. Er habe von seinem Arbeitgeber kein Geld bekommen und den Auftrag an die Kanzlei zwar erteilt, jedoch habe diese ihm lediglich einen Prozesskostenhilfeantrag mitgegeben. Sonst habe die Kanzlei keine Dienstleistung erbracht, die eine Rechnung gerechtfertigt hätte. Er habe deshalb auf Zahlungsaufforderungen nicht mehr reagiert. Auf seine Zahlungsunfähigkeit habe er zudem in einem der zwei persönlichen Gespräche hingewiesen. Er habe lediglich versuchen wollen, die rund 2000 Euro Außenstände des Arbeitgebers zu erhalten.

Betrug in zwei Fällen

Der Geschädigte aus dem Handygeschäft hatte bis zum Verhandlungstag noch keine Rückerstattung erhalten. Seine Handys habe der Angeklagte aus Verträgen bezogen. Wie bekannt wurde, lag gegen den Further eine weitere Anklageschrift wegen Betrugs in zwei Fällen vor. Diese wurde nun an das aktuelle Verfahren angegliedert. Auch hier war ein Tatvorwurf der Verkauf eines Mobiltelefons, ohne die Ware zu liefern. Der entstandene Schaden in diesem Fall wurde mit 450 Euro beziffert. Ebenfalls betrogen haben soll der Angeklagte, als er einen Fernsehreceiver für 81 Euro verkauft und nicht geliefert habe. Die Staatsanwaltschaft wies angesichts der Fülle an Betrügereien auch auf eine mögliche Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betrugs hin.

Die betroffene Rechtsanwältin sagte aus, dass sie im Erstgespräch einen Hinweis auf Eigenkosten gegeben habe. Sie sei sehr wohl tätig geworden. Sie habe eine Kostenvorschussrechnung geschickt, danach habe der Mandant nicht mehr reagiert. Später habe sie dann das Mandat niedergelegt.

Reue signalisiert

Der Geschädigte aus dem ersten Handyverkauf, eigens aus dem 600 Kilometer entfernten Aachen für seine Zeugenaussage angereist, beschrieb die ständigen Versuche der Kontaktaufnahme mit dem Further. Er habe über die Polizei seine Handynummer erfahren, in einem Gespräch habe der Verkäufer dann seine Rückzahlungsbereitschaft signalisiert. Im Anschluss sei er jedoch über Wochen immer wieder vertröstet worden.

Vor dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft übergab der Angeklagte dem Geschädigten 150 Euro und signalisierte so seine Reue und seinen Zahlungswillen. Der Staatsanwalt wertete diese Geste auch durchaus positiv. Aus mehrmonatigen Einzelfreiheitsstrafen sei eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr zu bilden. Diese könne zur Bewährung ausgesetzt werden. Das Urteil entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Richter Wolfgang Voit stellte dem Further zudem einen Bewährungshelfer für zwei Jahre an die Seite, wobei die Bewährungszeit insgesamt drei Jahre beträgt. Wertersatz in Höhe von 1345 Euro wurde angeordnet, zudem muss der Verurteilte Arbeitsstunden leisten. (cya)

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