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Justiz

Bewusstlos nach Zug von E-Zigarette

Mehrere Menschen brachen zusammen, nachdem sie vom Dampfer eines Chamers anzogen. Dieser stand nun vor dem Richter.
Von Tatjana Robl

Der Angeklagte hatte ein synthetisches Cannabinoid im Dampfer. Foto: Robert F. Bukaty/AP/dpa
Der Angeklagte hatte ein synthetisches Cannabinoid im Dampfer. Foto: Robert F. Bukaty/AP/dpa

Cham.Wegen unerlaubten Erwerbs von Legal High Liquids und Verbrauchsüberlassung in Tateinheit mit Körperverletzung musste sich ein 19-Jähriger vor dem Chamer Schöffengericht verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, das Legal High Liquid mit dem synthetischen Cannabinoid in seiner E-Zigarette geführt zu haben und diese zehn Personen an einem Abend im Dezember 2018 in einer Diskothek in der Rodinger Straße angeboten zu haben.

Sieben Personen hatten an der E-Zigarette gezogen, die Folgen waren Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, eine Platzwunde und ein epileptischer Anfall. Der Angeklagte sagte, er habe nicht gewusst, dass das Legal High verboten ist, dem Namen nach sei es ja „legal“. Er habe nicht mehr viele Erinnerungen an den Abend, da er selbst zudem noch Alkohol getrunken habe. Er sei von den Geschädigten gefragt worden, ob sie probieren dürfen. Seitdem plagten ihn massive Schuldgefühle.

Einschlägige Erfahrungen mit Betäubungsmitteln

Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, wie das im Internet bestellte Legal High beschrieben, sagte der Angeklagte: „Mildes High, euphorisierend, ähnliche Wirkung wie Cannabis“, er habe bereits einschlägige Erfahrungen mit Betäubungsmitteln und wolle davon loskommen.

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Die Polizeibeamtin im Zeugenstand schilderte, der 19-Jährige habe bei seiner Festnahme berechnend und süffisant auf sie gewirkt, sich jedoch kooperativ verhalten. Weitere sechs Geschädigte seien ermittelt worden. Die Jugendgerichtshilfe sprach sich für die Anwendung von Jugendstrafrecht aus. Die Therapeutin des Angeklagten beschrieb ihn als „aufgeschlossen, kooperativ und interessiert daran, etwas zu ändern“.

Stationäre Therapie notwendig

Die Staatsanwaltschaft sah den Anklagevorwurf bestätigt und forderte er eine Jugendstrafe von neun Monaten zur Bewährung mit einer Bewährungszeit von zwei Jahren, in dem ihm ein Bewährungshelfer zur Seite steht. Zudem hat der Angeklagte folgende Weisungen zu befolgen: Die stationäre Therapie darf nicht abgebrochen werden und nach Abschluss der Therapie hat er sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Die Verteidigung bat um Milde: „Er ist auf dem richtigen Weg“. Richter Andreas Lecker schloss sich im Urteil der Staatsanwaltschaft an. Zudem ordnete er die Abstinenz von Betäubungsmitteln an. (cta)

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