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Region Cham
Montag, 24. September 2018 13° 3

Ausstellung

Bilder einer gemeinsamen Vergangenheit

Fotograf Hans Beer zeigt in Schönsee Bilder aus Ronsperg, Stockau und Dianahof. Sie sollen auch auf Böhmen neugierig machen.
Von Petra Schoplocher

  • Welch imposante Anlage das Kloster Stockau einmal war: Diese Aufnahme zeigt es. Foto: Schoplocher
  • Ansicht vom Ringplatz mit Blick zur Kirche Foto: Beer
  • Impressionen vom jüdischen Friedhof in Ronsperg Foto: Beer
  • Eine Rarität: Die älteste Ansicht des Klosters aus dem Jahr 1890 Foto: Beer
  • Eine große Schar Interessierter war gekommen, Hans Beer (Vierter von links) und seine Frau Maria (links daneben) durften zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen. Foto: ps
  • Hans Eibauer vertrat seine Nachfolgerin Veronika Hofinger. Foto: ps
  • Das Innere der Kirche Ronsperg mit Medaillons des Malers Alfred Offner Foto: Beer
  • Imposant: Bürgerschule und Kloster in Ronsperg Foto: Beer
  • Inszenierte sich gerne: Graf Hansi, als Exzentriker bekannt. Foto: Beer
  • Der Fotograf durfte zahlreiche Nachfragen beantworten. Foto: ps
  • Der Zen-Garten vor dem Schloss – eine Referenz an Japan Foto: Beer
  • Aufnahme aus Bischofteinitz, wo Interieur von Mitsuko gezeigt wird Foto: Beer
  • Dianahof mit Mitgliedern der Familie Coudenhove-Kalergi Foto: Beer

Waldmünchen.Der Andrang im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee war so groß, dass zweimal noch Stühle herbeigeschafft werden mussten. Insofern haben der Waldmünchener Fotograf Hans Beer und das CeBB mit der Ausstellung „Ronsperg und Stockau auf historischen Spuren“ offenbar genau den Geschmack des Publikums getroffen.

Vor und nach der Eröffnung drückten sich viele Besucher die Nasen platt an den 50 Aufnahmen – historische wie aktuelle – von Ronsperg (heute Pobežovice), dem Kloster Stockau und Dianahof. Und es trat genau das ein, was sich die Redner gewünscht hatten: ein reger Dialog über die Bilder mit vielen spannenden Details, aber auch die gemeinsame Geschichte und Gegenwart.

Der Ausgangspunkt

„Genius Loci“, den Geist des Ortes, nannte dann auch Hans Beer als Ausgangspunkt für seine Ausflüge über die Grenze mit der Kamera. Auslöser, sich auf die Entdeckungsreise in Böhmen zu machen, sei ein Foto seines Großvaters von Stockau gewesen. Auch heute herrsche dort noch eine einmalige Atmosphäre, wenngleich sich Beer die Anmerkung nicht verkneifen konnte, dass wenige Dekaden Kommunismus völlig verwahrloste Gebäude hinterlassen hätten.

Der Waldmünchener wünschte sich, dass die Fotos andere animieren würden, in den nicht einmal 20 Kilometer Luftlinie entfernten Orten auf Entdeckungstour zu gehen. Diesen Wunsch teilte Dominika Adamcová, die Leiterin des Stadt- und Kulturzentrums Pobežovice. Sie zeigte sich von den Bildern begeistert und freute sich, dass die Ausstellung in der Partnerstadt Schönsee gezeigt wird. In Ronsperg sei diese wegen ungünstigen Räumlichkeiten und wegen dem unzugänglichen Schloss nicht möglich, bedauerte sie. Sie lud ein, sich selbst ein Bild zu machen und versprach, dass es mehr zu erleben gebe als ein Eintauchen in die Geschichte der Familie Coudenhove-Kalergi.

Gute Nachbarschaft

Die Ausstellung passe hervorragend zu der guten Nachbarschaft, die die Menschen dies- und jenseits der Grenze pflegen würden, unterstrich Schönsees Bürgermeisterin Birgit Höcherl. Sie kenne Dianahof noch aus Erzählungen und fand die Bilder schon alleine deshalb spannend. Die Ausstellung sei mehr, ergänzte Landratsstellvertreter Arnold Kimmerl. Sie sei Anlass und Anregung, die Verbindungen zu pflegen – was gerade im heutigen Europa wichtig sei.

Hans Eibauer, kurzfristig für CeBB-Leiterin Dr. Veronika Hofinger eingesprungen, fand, dass die Ausstellung gut zum Gesamtkontext des CeBB passe, das sich zuletzt mit der Bewahrung von Kulturschätzen in Böhmen befasst habe. Die Anwesenheit vieler Ehrengäste, darunter auch Waldmünchens Bürgermeister Markus Ackermann und sein Weidinger Kollege Manfred Dirscherl, wertete Eibauer als Wertschätzung.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Mai zu sehen, eingebettet ist eine Lesung mit Bernhard Setzwein aus dessen Roman „Der böhmische Samurai“ am 19. April. Das CeBB ist täglich von 9 bis 16 Uhr, samstags von 10 bis 11.30 Uhr sowie an Sonntagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An Feiertagen ist geschlossen.

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