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Agrar

Bildungsprogramm kommt an

Das Angebot am Amt für Landwirtschaft wird gut genutzt. Bei der Regionalversammlung war auch die Düngeverordnung Thema.
Sigismund Fuchs

Zahlreiche Interessierte waren zur Regionalversammlung nach Zell gekommen. Alle Plätze im Saal waren besetzt. Foto: Fuchs
Zahlreiche Interessierte waren zur Regionalversammlung nach Zell gekommen. Alle Plätze im Saal waren besetzt. Foto: Fuchs

Zell.Bei der Regionalversammlung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Cham war der Saal im Gasthaus Schwarzfischer in Zell brechend voll. Es mussten noch Stühle herangeschafft werden. Die Referenten Stefan Mück, Martin Wimmer und Konrad Griesbeck gestalteten ein vielschichtiges, interessantes Programm mit pflanzenbaulichen, tierischen und betriebswirtschaftlichen Themen sowie dem aktuellen Kulturlandschaftsprogramm und den Neuerungen bei der Düngeverordnung. Den zum Teil kritischen Fragen standen sie Rede und Antwort, wofür sie Beifall bekamen.

Die sogenannten Cross Compliance Kontrollen (CC-Kontrollen) im Bereich der Tierhaltung und des Tierschutzes werden vom Veterinäramt Cham durchgeführt. Laut einer Vorgabe der EU dürfen diese Kontrollen nur noch unangemeldet bei den Betrieben erfolgen, hieß es. Es wird die Kennzeichnung eines jeden Tieres mit Ohrmarken und die Registrierung im Bestandsregister überprüft. Unter anderem wird auch geprüft, ob die Tiere nach den gesetzlichen Vorgaben entsprechend untergebracht und versorgt sind. Aufgrund der Forderung der Gesellschaft nach mehr Tierwohl gibt es mit der Kombihaltung eine Lösung für kleinere Anbindehaltungsbetriebe. Kühe haben entweder 120 Tage die Möglichkeit zum Weidegang oder mit Erfüllung von besonders guten Haltungsbedingungen für die Tiere im Stall 90 Tage Zugang zur Weide.

Neuer Kurs startet 2021

Bei der Ausbildung zum Landwirt sind die Zahlen stabil bei zehn bis 15 Auszubildenden pro Jahr. Das Bildungsprogramm Landwirtschaft erfreut sich großer Beliebtheit. Seit Herbst 2019 läuft ein Grundlagenseminar mit rund 40 Teilnehmern. Ein neuer Kurs ist für Herbst 2021 geplant. Die Anmeldung ist über www.weiterbildung.bayern.de möglich. Die Landwirtschaftsschule Cham hat ein erstes Semester mit 21 Studierenden. In der Teilzeitschule Hauswirtschaft haben im Herbst 21 Schülerinnen begonnen. Dieser Jahrgang schließt im Frühjahr 2021 ab, war bei der Versammlung zu hören.

Martin Wimmer ging auf die Änderungen der Düngeverordnung ein. Vor allem bei viehstarken Betrieben und Biogasbetrieben ergibt sich eine Erhöhung der notwendigen Lagerkapazität für Wirtschaftsdünger auf bis zu neun Monate. Auf bestellten Ackerflächen dürfen ab 2020 flüssige organische Wirtschaftsdünger nur noch streifenförmig ausgebracht werden. Auch müssen Harnstoffdünger sofort eingearbeitet werden, außer sie enthalten einen sogenannten Ureasehemmer, der die Amoniakabgasung verhindert. Die Sperrfrist für die Gülleausbringung auf Grünland wurde im Landkreis Cham verschoben und endet frühestens am 14. Februar.

Zur Förderung informierte die Abteilung zur aktuell laufenden Antragstellung der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen. Anträge können bis 28. Februar beim ALEF eingereicht werden. Die Maßnahmen werden wegen des erfolgreichen Volksbegehrens bei Biodiversität und blühenden Flächen verbessert, auslaufende Verpflichtungen können um drei Jahre verlängert werden. Im Juni wurden Luftbilder der landwirtschaftlichen Flächen aufgenommen, die den Landwirten zur Überprüfung ihrer Felder zur Verfügung stehen. Konrad Griesbeck sprach über das Volksbegehren „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen“. In der Flächenbewirtschaftung ergeben sich aufgrund des angenommenen Volksbegehrens Änderungen für die Landwirte. Neu ist der Gewässerrandstreifen mit einer Breite von mindestes fünf Metern, auf denen zukünftig eine ackerbauliche Nutzung nicht mehr zulässig ist. Auch bei der Grünlandbewirtschaftung ergeben sich Änderungen, wie Mahd von innen nach außen oder Walzeinschränkungen und Verbote beim Pflanzenschutz.

Förderanträge abgeben

Noch bis 28. Februar können Anträge für Maßnahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms und des Vertragsnaturschutzprogramms gestellt werden. Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat das Budget für das Kulturlandschaftsprogramm um 24 Millionen erhöht. Damit können neue Maßnahmen, insbesondere aus den Bereichen Artenschutz, Biodiversität, Boden- und Gewässerschutz gefördert werden.

Das Angebot umfasst die Umstellung auf ökologischen Landbau, die Anlage von Blühflächen auf Ackerflächen, die extensive Grünlandnutzung, die Anlage von Schutzstreifen und die Erhaltung von Streuobst. Der Förderzeitraum für neue Maßnahme beträgt fünf Jahre. Die Antragstellung erfolgt am AELF Cham. Auslaufende Verpflichtungen können um drei Jahre verlängert werden. Die Antragstellung ist nur online unter ibalis.bayern.de möglich. (rsu)

nächste Termine

  • 23. Januar:

    Acker- und Pflanzenbautag von 9 bis 12 Uhr im Hotel am Regenbogen Cham

  • 31. Januar:

    20 Uhr Ball der Land- und Forstwirtschaft in Roding

  • 19. Februar:

    19.30 Uhr Jahresversammlung im Hotel am Regenbogen

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