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Cham.

Biomasseheizkraftwerk: Bürgerbeteiligung bereits geplatzt

Vier Gesellschafter sollen das Biomasseheizkraftwerk (BMHKW) auf dem Gelände der ehemaligen Lindner-Ziegelei bauen und betreiben. Das Quartett habe sich aus einem größeren Kreis der Bewerber um eine Beteiligung an dem Kraftwerk, das die Goldsteig Molkereien mit Dampf versorgen soll, herauskristallisiert, sagte Bürgermeisterin Karin Bucher. Neben den Stadtwerken und dem Ingenieurbüro Gammel, das das Kraftwerk bauen soll, sollen zwei bislang unbekannte Investoren in das Projekt investieren. Diskutiert, aber nicht bestätigt, wurde zwischenzeitlich eine Beteiligung des Chamer Unternehmers und Stadtrats Josef Rädlinger. In der nächsten Stadtratssitzung solle die Beschlussfassung für die beteiligten Gesellschafter vorgelegt und verabschiedet werden, so die Bürgermeisterin. Es habe einige Bewerber um eine Beteiligung gegeben. Man habe sich gegen eine Mischung der Beteiligungssummen entschieden, weil es keinen Sinn mache, Beteiligungen von 10000 Euro mit solchen im Millionenbereich zu vereinen, sagte Karin Bucher. Deshalb habe man außer den Stadtwerken und dem Ingenieurbüro nur noch zwei künftige Gesellschafter.

Bereits bei der Vorstellung der Pläne für das Kraftwerk war dieser Punkt angesprochen worden. Um auch andere, kleinere Investoren an eventuellen Gewinnen zu beteiligen, war deshalb geplant, eine zweite Gesellschaft zu gründen und dort diese Anteile zu sammeln. Dieses Vorhaben ist aber jetzt geplatzt. Denn dafür müsste die Betreibergesellschaft mit ihren vier Gesellschaftern alle Zahlen offen auf den Tisch legen. Es gebe Schwierigkeiten mit der Prospekthaftung, so drückte es Bucher aus. Wolle man weitere Investoren über eine zweite Gesellschaft beteiligen, müsse man einen Prospekt veröffentlichen, „der alles offen legt“, erläuterte die Bürgermeisterin. Und das liege nicht im Interesse der Gesellschafter. Ein Ausweg, um doch noch Bürger zu beteiligen, sieht sie beim späteren Ausbau des Wärmenetzes. Das soll irgendwann von den Stadtwerken in die Hand genommen werden. Vielleicht könnten hier Bürger mit investieren, so die Überlegung von Karin Bucher.

Die frisch ins Leben gerufene Betreibergesellschaft soll dann nach der Stadtratsitzung über den Liefervertrag entscheiden, der bereits seit einiger Zeit auf dem Tisch liegt. Die Firma Hahn aus Pfatter soll das Biomasseheizkraftwerk mit den benötigten Hackschnitzeln beliefern. Akzeptiert würden nur frische Hackschnitzel direkt aus dem Wald und nicht etwa aus altem Bauholz, wie es die Firma auch verarbeitet, machte Bucher im Gespräch mit dem Bayerwald-Echo deutlich. Nur durch frische Hackschnitzel kann die Betreibergesellschaft auch die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch nehmen. Die Firma habe Verträge mit dem großen Waldbesitzer Thurn und Taxis und mit der Straßenverwaltung, sodass sie eine Belieferung durchaus sicherstellen könne, sagte die Bürgermeisterin. Für den Bauantrag, der noch eingereicht werden muss, seien bereits erste Gespräche mit der Regierung der Oberpfalz geführt worden. Schnellstmöglich soll er auf den Weg gehen, wenn das Betreiberquartett vom Stadtrat abgesegnet worden ist.

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