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Kultur

Bischof eröffnet Krippen-Ausstellung

40 Exponate aus aller Welt sind bis zum 27. Januar in einer Sonderausstellung im Wallfahrtsmuseum in Neukirchen zu sehen.
Von Helga Brandl

Markus Müller, Bürgermeister von Neukirchen b. Hl. Blut, erfuhr viel Wissenswertes und Interessantes von Bischof Rudolf Voderholzer über eine Krippendarstellung aus Böhmen, die in einem barocken Schrein eingerichtet wurde.  Fotos: Brandl
Markus Müller, Bürgermeister von Neukirchen b. Hl. Blut, erfuhr viel Wissenswertes und Interessantes von Bischof Rudolf Voderholzer über eine Krippendarstellung aus Böhmen, die in einem barocken Schrein eingerichtet wurde. Fotos: Brandl

Neukirchen b. Hl. Blut.Krippen aus aller Welt mit 40 Exponaten präsentieren sich vom 5. Dezember bis 27. Januar 2019 bei der 76. Sonderausstellung im Wallfahrtsmuseum unter dem Motto „Friede soll uns werden – Weihnachtskrippen vieler Völker“, die aus den Kunstsammlungen des Bistums Regensburg sowie aus der persönlichen Sammlung von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stammen.

Vertraute Klänge des Rittsteiger Dreig’sangs leiteten zur Begrüßung durch Neukirchens Bürgermeister Markus Müller über, der eine stattliche Zahl an hochrangigen Ehrengästen im voll besetzten Pflegersaal willkommen hieß. Er unterstrich die Bedeutung dieser Ausstellung, der erstmals zur Eröffnung ein Bischof beiwohnte. Müller erinnerte an die drei vorausgegangenen Weihnachtskrippen-Ausstellungen in den Jahren 1994, 1998 und 2002.

Brückenstelle an der Grenze

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer inspizierte zusammen mit den Ehrengästen der Ausstellungseröffnung die kunstvollen Weihnachtskrippen. Fotos: Brandl
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer inspizierte zusammen mit den Ehrengästen der Ausstellungseröffnung die kunstvollen Weihnachtskrippen. Fotos: Brandl

Gerade in einem Spezialmuseum zu Wallfahrtswesen und Volksfrömmigkeit biete sich eine solche Sonderausstellung zum Weihnachts-Thema an. „Dabei bemühen wir uns als Brückenstelle an der Grenze stets um Ausgewogenheit zwischen bayerischen und böhmischen Ausstellern, denn wir pflegen die Beziehungen zu unseren tschechischen Nachbarn“ betonte der Bürgermeister.

Vorbereitet wurde diese Ausstellung durch die Leiterin der Kunstsammlung des Bistums, Dr. Maria Baumann (eine gebürtige Neukirchnerin), Magazinmeister Josef Gaupp und Museumsleiter Günther Bauernfeind, denen Bürgermeister Markus Müller mit kleinen Präsenten dankte.

Landrat Franz Löffler (rechts) und Heimatforscher Ludwig Baumann ließen sich von Bischof Rudolf die Details seiner Lieblingskrippe erklären. Löffler sieht die Feier „600 Jahre Gnadenbild“, die nächstes Jahr begangen wird, als „sicherlich markantes Erlebnis“ für die Gläubigen.  Fotos: Brandl
Landrat Franz Löffler (rechts) und Heimatforscher Ludwig Baumann ließen sich von Bischof Rudolf die Details seiner Lieblingskrippe erklären. Löffler sieht die Feier „600 Jahre Gnadenbild“, die nächstes Jahr begangen wird, als „sicherlich markantes Erlebnis“ für die Gläubigen. Fotos: Brandl

Landrat Franz Löffler richtete in seinem Grußwort den Fokus auf die christlich-abendländische Prägung unseres Landes und fordert jeden auf, sich seiner Wurzeln und Heimat zu bekennen. Er sei der festen Überzeugung, dass die Entscheidung vor 25 Jahren, aus dem alten Pflegschloss das Wallfahrtsmuseum zu kreieren, ein Segen war; denn es kommt diesem Auftrag nach, diese christlich-abendländische Prägung lebendig werden zu lassen.

die Krippen-Schau in Neukirchen

Anschließend entführte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seinem Einführungsvortrag in die Geheimnisse der Krippenwelten. Gott hat sich in der Menschwerdung seines Sohnes anschaubar, anfassbar gemacht: Das sei der Kern des Weihnachtsgeschehens, bekräftigte der Regensburger Oberhirte. „Der Glaube kommt seither, und das ist ganz entscheidend, nicht mehr nur vom Erzählen und Hören, sondern auch vom Schauen!“ Gott hat sich anschaubar gemacht. Deshalb gebe es Bilder, deshalb gibt es die Krippe. Das sei ein besonderes Kennzeichen der katholischen Kirche, denn das Judentum und auch der Islam seien bilderlos.

Die Bürgermeisterin Jana Dirriglova von Loucim in Tschechien – dort war Neukirchens Gnadenbild ursprünglich beheimatet – favorisierte die mexikanische Huichol-Krippe, deren Figuren mit winzigen Perlen beklebt sind.  Fotos: Brandl
Die Bürgermeisterin Jana Dirriglova von Loucim in Tschechien – dort war Neukirchens Gnadenbild ursprünglich beheimatet – favorisierte die mexikanische Huichol-Krippe, deren Figuren mit winzigen Perlen beklebt sind. Fotos: Brandl

Das Aufstellen der Weihnachtskrippe gehört seit fast 500 Jahren zum Brauchtum der Feier der Geburt Christi. Nicht nur das Weihnachtsgeschehen wird figürlich inszeniert, überhaupt alle biblischen Szenen können auf diese Weise dargestellt werden. Man unterscheidet Weihnachts-, Fasten-, Passions-, Oster- und Jahreskrippen. Die Krippe verdankt sich in hohem Maße der Mystik und Betrachtungsmethode des heiligen Ignatius von Loyola und dem Wirken der Jesuiten, die die Weihnachtskrippe zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer Verkündigung machten. Zunächst wurden Krippen vor allem für Kirchen und Fürstenhöfe gestaltet. Nach ihrer Verbannung aus den Kirchen in der Zeit der Aufklärung wurde die beliebte Weihnachtskrippe eben in den Häusern und Wohnstuben heimisch, bis sie im 19. Jahrhundert auch als Kirchenkrippe wieder Akzeptanz fand.

Erbe

Diese Spende lässt ihn jubilieren

Sein schönstes Geschenk hat Neukirchens Museumsleiter Günther Bauernfeind schon erhalten: eine 500 Jahre alte Barbara-Figur.

Man könnte sagen: Krippen sind Evangelium in „leichter Sprache“, sie bieten einen niederschwelligen Zugang zur Heilsbotschaft, sie vermitteln die Inhalte des Glaubens ganz unabhängig von Herkunft und Sprache. Die außergewöhnliche Ausstellung zeigt Krippen, die aus allen möglichen Materialien wie Holz, Stein, Porzellan, Glas, Wolle, Wachs, Papier, Baumrinde, Plastik, Metall, Staniolpapier, Perlen, Bananenstroh oder Ton gefertigt wurden und aus der Oberpfalz, Polen, Mexiko, Peru, Guatemala, Äthiopien und anderen Ländern stammen.

Hirten und Könige sind schwarz

Die Besucher waren begeistert von den unterschiedlichen Krippen, die von der Größe einer Walnussschale bis zum drei mal zwei Meter großen, festinstallierten Krippenmeisterwerk reichten. Kreisheimatpfleger Hubert Sperl gefiel die Metallkrippe aus Recyclingmaterialien aus Burkina Faso.   Fotos: Brandl
Die Besucher waren begeistert von den unterschiedlichen Krippen, die von der Größe einer Walnussschale bis zum drei mal zwei Meter großen, festinstallierten Krippenmeisterwerk reichten. Kreisheimatpfleger Hubert Sperl gefiel die Metallkrippe aus Recyclingmaterialien aus Burkina Faso. Fotos: Brandl

Die Krippe kann im orientalischen Stil die historischen Züge der Geburtsgeschichte Jesu zu gestalten versuchen oder sie holt das Geschehen in die je eigene Gegenwart und Heimat herein. So tragen die Hirten in der peruanischen Krippe die Kopfbedeckung der Indios, Maria und Josef in den afrikanischen Krippen sind ebenso schwarz wie Hirten und alle Könige und in der alpenländischen Krippe findet Weihnachten statt in der schneebedeckten Winterlandschaft. Zwar ist der Brauch der Weihnachtskrippe zunächst im katholischen Brauchtum gewachsen, hat aber mittlerweile auch Anhänger unter den evangelischen Christen.

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog mit Fotografien der ausgestellten Krippen erschienen, der zum Preis von fünf Euro im Wallfahrtsmuseum erworben werden kann.

Öffnungszeiten des Wallfahrtsmuseums: Dienstag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr, Samstag/Sonntag 10 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr (bis zum 15. Dezember nur Dienstag bis Freitag geöffnet).

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