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Versammlung

Blick in die Zukunft gerichtet

Bürgermeister Hans Eichstetter bilanziert die Lage Willmerings. In der Gemeinde leben bald wieder über 2000 Einwohner.
Hans Schmelber

  • Im Saal lauschen die Bürgerinnen und Bürger, was Rathauschef Eichstetter zu berichten hat. Er bilanziert die Arbeit der Kommune. Foto: Hans Schmelber
  • Geschäftsleiter Werner Vogl, Bürgermeister Hans Eichstetter, 2. Bürgermeister Alfons Klostermeier und 3. Bürgermeister Rudi Ried (v. l.) stellen sich den Fragen der Bürger. Foto: Hans Schmelber

Willmering.Der Saal im Gasthaus Waldfrieden in Geigen war bestens besetzt, als Bürgermeister Hans Eichstetter gut 60 Besucherinnen und Besucher zur diesjährigen Bürgerversammlung begrüßte. „Bürgerversammlung ist für den Gemeinderat und für mich alljährlich Anlass, alle Willmeringer über die Tätigkeit des Gemeinderates und der Verwaltung zu informieren“ sagte er und startete mit seinem Rückblick über die Entwicklung der Gemeinde, die begonnenen und vollendeten Maßnahmen, die Finanzen der Gemeinde, das Vereinsleben in der Gemeinde und die zukünftigen Projekte.

Die Gemeinde hatte zum 30. Juni 2019 eine Einwohnerzahl von 1979 Bürgern. „Es ist zu erwarten, dass die Gemeinde Willmering in nächster Zukunft wieder über 2000 Einwohner haben wird. 125 Personen sind zugezogen, 111 Personen haben sich abgemeldet, die Geburten sind von 16 auf 18 gestiegen, Sterbefälle sind von 14 auf 13 gesunken, Eheschließungen hatten wir heuer nur sechs“, sagte er. Die Nachfrage nach Wohnbauland ist nach wie vor gegeben. Im neuen Baugebiet Willmering-Ost sind fast alle Bauplätze vergeben. Das Dienstleistungszentrum wird mit Aldi, Netto, Zahnärzte, Massage-Praxis und Elektrohandel gut angenommen. Ein Wermutstropfen ist, dass die Apotheke wieder geschlossen wurde.

Feuerwehr ist ein Vorbild

Die Feuerwehr (mit 327 Mitgliedern) ist auf einem hohen Ausbildungsstand. Die Einsatzbereitschaft ist vorbildlich. Für die Wehr werden etwa 30 neue Schutzanzüge angeschafft; Kosten dafür rund 30 000 Euro.

Die Zahl der Schüler bleibt weitgehend stabil, damit ist der Bestand der Grundschule weiter gewährleistet. Gemeldet sind aus Waffenbrunn 64 und aus Willmering 41 Schüler. Davon besuchen in Willmering 55 und in Waffenbrunn 56 die Schule. Hinzukommen noch sechs Gastschüler. Zwei Kinder wurden der Grundschule Cham zugewiesen, und drei Kinder sind Gastschüler der Grundschulen Waldmünchen, Cham und Bad Kötzting.

In der Kindertagesstätte St. Marien werden 45 Kinder betreut. Es besteht seit September 2019 die Möglichkeit, dort Kinder ab einem Alter von zwei aufzunehmen. Willmeringer Kinder besuchen zudem noch acht weitere Kitas in näherem Umkreis. Das Thomas-Wiser-Hauser ist mit zehn Kindern sehr gut belegt. Sie besuchen je nach Alter den Kindergarten und die Schule in Willmering. Die Senioren werden von Horst Tischner betreut. Wolfgang Zellmer kümmert sich um die Jugend.

Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren viel getan für den Straßen- und Gehwegbau, und die sind deshalb in einem guten Zustand. Trotzdem erfordert der Unterhalt der Straßen die Bereitstellung erheblicher finanzieller Mittel. Für den Straßenunterhalt mit Winterdienst sind im Haushaltsplan 110 000 Euro angesetzt. 100 000 Euro davon schon ausgegeben.

Der Unterhalt und die Pflege der Spiel- und Dorfplätze erfordern einen enormen Aufwand. Leider werden aber die Spielplätze immer wieder von Heranwachsenden verunreinigt und Spielgeräte beschädigt. Eichstetter bedankte sich an dieser Stelle bei den Dorfvereinen und dem Bauhof, die viel Zeit damit verbringen mit der Geräteinstandsetzung und der Beseitigung von Müll, Glasscherben usw.

Der Bauhof wurde in den letzten Jahren mit neuen Fahrzeugen ausgerüstet. In diesem Jahr wurde noch ein neues Mähgerät der Firma Holder für circa 130 000 Euro angeschafft. Mit dem alten Holder soll zukünftig der Winterdienst durchgeführt werden.

Die Gemeindeverbindungsstraße Prienzing – Stegmühle wurde mit einer Oberbauverstärkung instandgesetzt. In der Ortsdurchfahrt wurde ein Vollausbau durchgeführt; Kosten rund 400 000 Euro, wobei hierfür mit einem Zuschuss in Höhe von 200 000 Euro gerechnet wird. Die Kreuzung Bachstraße – Katzbachweg befand sich auf Privatgrund und in schlechtem Zustand. Sie musste renoviert werden. Im Zuge dieser Maßnahme wurde die Kreuzung auf den vorhandenen Gemeindegrund verlegt.

Die jährlichen Unterhaltskosten für Ortskanäle und Sonderbauwerke steigen stetig an. Immer mehr Schächte werden brüchig und müssen saniert werden. Außerdem dringt an vielen Stellen Grundwasser ein, das nicht der Kläranlage zugeführt werden darf. Für den Kanalunterhalt müssen jährlich circa 25 000 Euro aufgebracht werden.

Unter Federführung des Landkreises Cham werden in der Gemeinde Willmering die letzten Anwesen an das schnelle Internet angeschlossen. Über den Beginn der Maßnahme kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden. In Willmering betrifft es rund 30 einzelne Anwesen in Zifling, Prienzing, Geigen und Stegmühle.

Die Bayernwerk AG hat von Zifling über Brennet nach Katzberg eine Gasleitung verlegt. Von dort wurde in einem ersten Bauabschnitt die Leitung über die Bergstraße, Am Anger, Rathausplatz bis zur Kreuzung Schulstraße – Weiherstraße gebaut. Durch die Weiherstraße wurde das Baugebiet Willmering-Ost erschlossen. In einem zweiten Bauabschnitt wird zurzeit das Groitl-, Brückl- und Hochfeld erschlossen. „Die Nachfrage ist groß – und es werden Überlegungen getroffen, ob man das sogar bis Prienzing ausbauen kann“, so Eichstetter. In der Schulstraße ist ein Gesundheitszentrum mit Seniorenwohngemeinschaft für zwölf Personen sowie eine Tagesbetreuung für Senioren fast fertiggestellt. Außerdem werden noch barrierefreie Wohnungen errichtet. Die Tagesbetreuung soll noch im Dezember starten.

In seiner Vorschau versicherte der Bürgermeister, dass der Gemeinderat 2020 weiter für die Zukunft planen wird. In Geigen sowie in Willmering ist ein neues Baugebiet in Planung. Der Auftrag wurde bereits an ein Ingenieurbüro vergeben. Der zweite Bauabschnitt der Erdgasleitung zum Groitl-, Brückl- und Hochfeld soll abgeschlossen werden. Ferner soll geprüft werden, ob die Gasleitung auch in andere Ortsteile weitergeführt werden kann.

Nur wenige melden sich zu Wort

Im zweiten Teil der Bürgerversammlung, der Diskussion beziehungsweise Fragestunde, moderiert von 2. Bürgermeister Alfons Klostermeier, kamen nur wenig Wortmeldungen. Die Ränder der GVS nach Katzberg sollten befestigt werden. Das sichere Bürgermeister Eichstetter auch zu, aber nur bis zur Gemeindegrenze. Beklagt wurden die Parksituationen bei einem Fußballspiel vor der Sportanlage, vor dem Kegler- und Schützenheim und beim ASV-Trainingsplatz unterhalb von St. Gunter. Bürgermeister Eichstetter wolle sich deshalb nochmals mit der Polizei in Verbindung setzen und versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Gemeinderat Tischner fragte nach, ob beim Baugebiet am Mühlweiher an der vorbeigehenden Straße wieder Leitplanken errichtet werden. Das verneinte Eichstetter. Die letzte Wortmeldung kam von einem Anwohner der Straße, die in Zifling zum Lagerplatz der Firma Dankerl führt. Dort würden oft schon in der Frühe Tieflader fahren und Lärm verursachen. Der Bürgermeister wolle dazu mit der Firma Dankerl reden, dass dazu der Weg zwischen Gartenbau Pohl und Dankerl benutzt werde. (fsh)

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