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Grosseinsatz

Brand: Retter schwebten in Lebensgefahr

Durch den Einsatz der Retter konnte in Neukirchen Schlimmeres verhindert werden. Allerdings kämpften die Helfer mit den Tücken der Photovoltaik.

  • Der Schaden am und im Gebäude dürfte bei mehr als 100 000 Euro liegen. Regelmäßige Messungen der Feuerwehr waren ohne Befund.
  • Beim Eintreffen der Feuerwehr war der Ortsteil Walching bereits in dichten Rauch gehüllt.
  • Besonders heftig wütete das Feuer am Firstbaum, wo die Installation der PV-Anlage verlief. Hier wird auch die Brandursache vermutet. Fotos: kmk

Neukirchen b. Hl. Blut.Bei mehr als 100 000 Euro dürfte der Schaden liegen, den ein Dachstuhlbrand am Samstag gegen 9.30 Uhr an einem Wohnhaus am Baderplatz in Neukirchen b. Hl. Blut verursacht hat. Durch den schnellen und beherzten Einsatz zahlreicher Feuerwehrleute konnte Schlimmeres verhindert werden. Im Dachgeschoss musste zunächst die Holzdecke geöffnet werden, um im Spitzboden unter schwerem Atemschutz den Brand zu bekämpfen. Gleichzeitig ließ die Einsatzleitung um das Brandobjekt drei Drehleitern in Stellung bringen, um im Falle des Durchzündens gerüstet zu sein.

Flammen unter den Dachziegeln

Photovoltaik hat nicht nur Vorteile. Die Nachteile wurden am Samstag gleich doppelt sichtbar: Zum einen dürfte der Brand mit großer Wahrscheinlichkeit von der Stromanlage auf dem Dach ausgegangen sein, zum anderen hatte die Feuerwehr erhebliche Probleme, das Feuer schnell unter Kontrolle zu bekommen, weil das Dach mit den PV-Modulen verbaut war. So konnten die Einsatzkräfte nicht, wie üblich, das Dach von außen öffnen, sondern mussten mühsam über den Spitzboden von innen vorgehen, während sich das Feuer unter den Dachziegeln ausbreitete. Zudem bestand Lebensgefahr, weil stromführende Kabel der PV-Anlage – eine Freischaltung war erst weiter hinten am Gleichrichter möglich – frei vom Dachstuhl herunterhingen.

Brandherd war nicht erreichbar

Von außen war eine Brandbekämpfung nur eingeschränkt möglich, da das Löschwasser über die PV-Module ablief und den Brandherd nicht erreichte. Lediglich an der Südseite konnten ein paar Quadratmeter Dachfläche geöffnet und das Feuer auch von hier bekämpft werden. Während die Feuerwehren aus Neukirchen b. Hl. Blut und Eschlkam den Innenangriff vornahmen, bauten die Wehren aus Atzlern, Vorderbuchberg und Rittsteig die Wasserversorgung vom Freibach her auf und löschten außen am Dachstuhl aufflammendes Feuer ab. Wertvolle Dienste im Haus leistete zudem die FFW Vorderbuchberg.

Schutt abtransportiert

Unterstützt wurde die Brandbekämpfung durch die Drehleitern aus Neukirchen, Furth im Wald und Lam, wobei die beengten Verhältnisse um das Brandobjekt eine weitere Herausforderung darstellten. Im Lauf des Tages räumte der Brandleider mit Unterstützung der Nachbarn und der Neukirchener Wehr den Brandschutt ab, eine Brandwache blieb an der Einsatzstelle. Ein örtlicher Zimmerer deckte das Dach provisorisch mit einer Plane ab, um weiteren Schaden durch den einsetzenden Regen und Sturm zu vermeiden. Neben den Kreisbrandmeistern Werner Bartl und Christian Scheuer waren auch Kreisbrandinspektor Mario Bierl und Kreisbrandrat Johann Weber vor Ort. Dazu vorsorglich auch das BRK, das allerdings keine Verletzten versorgen musste.

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