Infrastruktur
Breitband-Netz aufgerüstet

Die Gemeinde Gleißenberg will eine noch bessere Verbindung – und geht dafür jetzt auch weiße Flecken an.

11.02.2021 | Stand 16.09.2023, 4:21 Uhr
Andreas Engl
Bürgermeister Daschner zusammen mit Martina Wilde und Frank Hellemink sowie Gemeinderat Michael Greil (von links). −Foto: Andreas Engl/Andreas Engl

Zu einem Informationsgespräch lud die Gemeinde Gleißenberg die Vertreter des niederbayerischen Netzanbieters amplus AG ins Rathaus ein. Bürgermeister Daschner ging es vor allem darum, Sachstand und künftige Vorgehensweise in Sachen Breitbandausbau in der Gemeinde Gleißenberg zu besprechen. Technischer Leiter Frank Hellemink sowie die Kommunalbetreuerin Martina Wilde waren der Einladung gefolgt.

Zusammen mit Gemeinderat Michael Greil und Verwaltungsfachangestellten Andreas Engl entwickelte sich ein interessantes Gespräch über knapp zwei Stunden im Gleißenberger Rathaus.

Probleme mit der Verbindung

Seitens der Gemeinde wurden die Probleme der Vergangenheit angesprochen, die vielfach für Empörung und Verärgerung bei den Menschen vor Ort sorgten. Sprachqualität und Störungen bei der Netzverbindung waren immer wieder Thema, so der Bürgermeister. Man stelle jetzt aber auch positive Veränderungen fest, die aber anscheinend nicht entsprechend mit der Gemeinde kommuniziert wurden. Deshalb wolle man jetzt von kompetenten Ansprechpartner Fakten hören. Das sei nämlich ein sehr wichtiges Thema, das die Gemeinde und die Bürger vor Ort aktuell besonders bewege, so Daschner.

Frank Hellemink erläuterte anschließend, dass die amplus AG ihr Breitbandnetz stark aufgerüstet und modernisiert habe. Dadurch wären in der Region mehr Stabilität und Qualität der Internetverbindungen gewährleistet worden. Mit der Devise „Kabel statt Richtfunk“ sei das Unternehmen aus Teisnach ins Jahr 2020 gestartet.

So wurden gleich acht Gemeinden der Oberpfalz und Niederbayern Richtfunkstrecken durch die „Zukunftstechnologie Glasfaser“ ersetzt, Kabelverzweiger gebaut und neu aufgerüstet und damit eine neue Zeitrechnung für die Gemeinden eingeläutet, so der technische Leiter. Eine der genannten Gemeinden war auch die Gemeinde Gleißenberg. Qualitätserhöhungen durch die erweiterte Bandbreite seien offensichtlich. Wind- und Wetteranfälligkeit der Richtfunkstrecken gehörten somit der Vergangenheit an, so Hellemink. Dank Glasfaser könne man jetzt weitaus höhere Kapazitäten bereitstellen. Ebenso auf der Tagesordnung stand die Thematik Eigenbetrieb Digitale Infrastruktur Landkreis Cham. In der Gemeinde Gleißenberg seien nach einer Markterkundung derzeit noch viele weiße Flecken, die versorgt werden müssen.

Investition: Gemeinden:
Die amplus AG hat 2020 mit über einer Millionen Euro ihr Netz modernisiert. Dadurch sind in den entsprechenden Regionen mehr Qualität und Stabilität der Internetverbindungen gewährleistet.So wurden in acht Gemeinden Richtfunkstrecken durch die zukunftssichere Glasfaser-Technologie ersetzt. Darunter Gleißenberg, Pemfling, Lohberg, Eschlkam und Neukirchen. (amplus.ag)

Diskutiert wurde auch darüber, wie es ausschauen könnte, wenn man das Bayerische Förderprogramm mit entsprechender Ausschreibung nutzen würde und wie sich das alles mit der Landkreislösung vereinbaren lassen würde. Ebenso der Zeitrahmen, wobei feststeht, dass die Landkreislösung noch ein paar Jahre dauern werde. Ein Ausbau im Rahmen des Bayerischen Förderprogramms könnte schneller vollzogen werden. Landkreisprojekt ist Bundesförderung – wie wäre das bei einer Kombination mit Landesförderprogramm in Sachen Bauausführung vereinbar? Auch die amplus AG bekundete Interesse an einem Ausbau in der Gemeinde Gleißenberg, wenn es zur Ausschreibung kommen würde.

Eigenanteil bereits bezahlt

Die Gemeinde Gleißenberg wird jetzt das Gespräch mit den Verantwortlichen des Eigenbetriebes Digitale Infrastruktur des Landkreises sowie der Firma Breitbandnetwork suchen und sich ein Bild davon machen, was für ein Weg letztlich der richtige sein wird. Es gehe vor allem um klare Aussagen des Eigenbetriebes in Sachen Zeitplan und möglichen Ausbau des Ortsnetzes in den beiden Ortschaften Ried und Gleißenberg sowie die möglichen zusätzlichen Kosten für die Gemeinde, die den Eigenanteil für die Haupttrasse in Höhe von knapp 50 000 Euro bereits bezahlt hat. Auch eine mögliche gemeinsame Lösung von Landkreis und Netzanbieter durch einmalige Bauausführungen und nicht mehrmaligen Eingriff in die örtliche Infrastruktur könne ein Thema werden. Eine Entscheidung im Gemeinderat will man bis zum Sommer gefällt haben. (fea)