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Brief und Siegel vom Bischof

Bischof Müller ernannte 2001 Harrling-Zandt zur Pfarrei. Bis dahin war es ein langer Weg, wie ein Blick ins Archiv zeigt.

Wolfersdorfer Sänger beim Gottesdienst in Harrling Foto: Wildfeuer
Wolfersdorfer Sänger beim Gottesdienst in Harrling Foto: Wildfeuer

Zandt.Dass Harrling-Zandt eine eigene Pfarrei wurde, feiern die Gläubigen regelmäßig in der St. Bartholomäuskirche in Harrling und in der Marienkirche in Zandt. Bischof Manfred Müller hatte die beiden früheren Filialen der Pfarrei Moosbach am 27. September 2001 zur Pfarrei ernannt. Der Name der Pfarrei lautet „Harrling-Zandt, St. Bartholomäus“, mit Pfarrsitz in Harrling. Inzwischen ist auch die Kirchengemeinde Altrandsberg zur Pfarrei hinzugekommen. Ein Rückblick.

In der Ernennungsurkunde zur Errichtung der Pfarrei Harrling-Zandt heißt es: „Die beiden Filialen der Pfarrei Moosbach, das Kuratbenefizium Zandt und die Expositur Harrling, blicken auf eine lange kirchliche Tradition zurück.“ Die Kirchen seien 1399 beziehungsweise 1526 erstmals erwähnt worden. Auch die seelsorgerische Selbstständigkeit erstrecke sich schon über eine lange Zeit.

Rückblick auf eine der gut besuchten Messen. Foto: Wildfeuer
Rückblick auf eine der gut besuchten Messen. Foto: Wildfeuer

In Zandt wirkte seit 1695 ein Schlosskaplan, in Harrling wurde in den 1760er Jahren ein Gotteshaus erbaut. Das betreut seit 1919 der Kooperator Moosbach. Weiter heißt es auf der Urkunde: „Politisch sind die beiden aufstrebenden Seelsorgestellen, die sich fast mit der politischen Gemeinde Zandt decken, durch die Bezirks- und Landkreisgrenze von der Mutterpfarrei Moosbach getrennt. Nach der Dekanatsneugliederung vom 1. Januar 2001 befinden sich die beiden Seelsorgestellen auch in einem anderen Dekanat als die Mutterpfarrei Moosbach.“

Viele Gründe für die Ernennung

Seit 1973 würden beide Seelsorgestellen durch den Expositus in Harrling betreut, für den 1961 und ein 1977 nochmals erweitertes und modernisiertes Expositurhaus mit angeschlossenen Pfarrheim gebaut worden sei. In der politischen Gemeinde würden laufend neue Baugebiete ausgewiesen, so dass auch zukünftig mit einem Wachstum gerechnet werde, so Bischof Müller in der Urkunde.

„Ich habe darum kraft des Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Bayern beschlossen, entsprechend den Bitten der Kirchenverwaltungen und der Pfarrgemeinderäte aus Harrling und Zandt vom 10. Januar 2001 und nach Zustimmung der Pfarrgemeinde Moosbach vom 20. Februar 2001, die Expositur Harrling und das Kuratbenefizium Zandt mit Wirkung vom 18. Oktober 2001, dem Fest des Heiligen Evangelisten Lukas an, gemeinsam als kanonische Pfarrei Harrling-Zandt zu errichten.“ Diesen Beschluss bekräftigte der Bischof mit Siegel und eigenhändiger Unterschrift.

Zur Feier der Ernennung zur Pfarrei bereitete der Frauenbund Häppchen vor. Foto: Wildfeuer
Zur Feier der Ernennung zur Pfarrei bereitete der Frauenbund Häppchen vor. Foto: Wildfeuer

Im Stiftungsbrief, verfasst vom Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner am 27. September 2001, stehen weitere Details über den Weg hin zur eigenständigen Pfarrei. „Im Jahre 1970 wurden Zandt und Harrling zu einer politischen Gemeinde Zandt zusammengeschlossen.“ Seit dieser Zeit sei der Antrag auf weitere Aufwertung der Seelsorgestellen gemeinsam betrieben worden. 1973 sei dann ein Antrag auf gemeinsame Erhebung zur Pfarrkuratie gestellt worden.

„Nach der Kreisreform ergibt sich auch insofern eine neue Lage, als Zandt und Harrling von der Mutterpfarrei Moosbach nunmehr durch eine dreifache Grenze, Gemeinde, Landkreis und Regierungsbezirk, getrennt sind“, steht weiter im Stiftungsbrief. Die eigenständige politische und kirchliche Entwicklung Zandts und Harrlings führte zu einem weiteren gemeinsamen Antrag der Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäte auf Erhebung zur Pfarrei.

Antrag blieb zunächst liegen

Dieser Antrag, datierend auf den 1. Oktober 1995 und unterstützt von der Dekanatskonferenz Cham, wurde vom Bischöflichen Ordinariat mit Verweis auf die Pastoral Planung vorläufig zurückgestellt.

Aufgrund der Neuordnung der Dekanate im Bistum Regensburg und der damit einhergehenden Angleichung der Dekanats- an die Landkreisgrenzen wurde auch der Antrag auf Erhebung zur Pfarrei wieder aktuell, da die Mutterpfarrei Moosbach künftig im Dekanat Viechtach, die beiden Filialgemeinden aber im Dekanat Kötzting liegen. Die Anfrage des Bischöflichen Ordinariates, ob der Antrag vom 1. Oktober 1995 auf Erhebung zur Pfarrei noch gelte, bejahten die Verantwortlichen.

Der Harrlinger PGR-Sprecher im Jahr 2001, Helmut Alt Foto: Wildfeuer
Der Harrlinger PGR-Sprecher im Jahr 2001, Helmut Alt Foto: Wildfeuer

Gleichzeitig baten die Gemeinden am 24. Januar 2001 bei der Mutterpfarrei Moosbach offiziell um die Zustimmung zur Entlassung aus der rechtlichen Abhängigkeit. Diese Zustimmung gab der Moosbacher Pfarrgemeinderat in seiner Sitzung vom 20. Februar 2001 mehrheitlich. Die Kirchenverwaltung in Moosbach fasste ihren zustimmenden Beschluss am gleichen Tage einstimmig. (kts)

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