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Wahlkampf

Bürger als Experten einbinden

Die UWG setzt auf mehr Mitspracherecht bei Zukunftsthemen und Gleichbehandlung von Stadt- und Landgebieten.
Von Alois Dachs

Listenführer Ludwig Kern mit einem Teil der Stadtratskandidaten und interessierten Zuhörern bei der Versammlung im Restaurant Kauer  Foto: Alois Dachs
Listenführer Ludwig Kern mit einem Teil der Stadtratskandidaten und interessierten Zuhörern bei der Versammlung im Restaurant Kauer Foto: Alois Dachs

Bad Kötzting.Auf einem guten Weg, den ihre drei Stadträte Ludwig Kern, Heinrich Wieser und Günther Hofmann mitgestaltet haben, sehen die Kandidaten der Unabhängigen Wählergemeinschaft Bad Kötzting-Land (UWG) die Kurstadt und ihr Umland. Vor allem durch mehr Bürgerbeteiligung sollen Projekte künftig transparenter gestaltet werden, fordern die Stadtratsbewerber und verweisen auf positive Erfahrungen beim alten Friedhof und der Planung der Barrierefreiheit.

Bei einer gut besuchten Wahlversammlung am Freitagabend im Restaurant Kauer ging es vor allem um „Visionen für die nächsten 20 Jahre“, wie Listenführer Ludwig Kern sagte. Mit Stadtratsbewerber, die voll im Beruf stehen, wolle die UWG das Ziel, eine „lebenswerte Stadt“ zu gestalten, bestmöglich unterstützen, sagte Kern, ehe er kurz auf „sechs ereignisreiche Jahre“ zurückblickte.

Stefan Brandl ging auf den geplanten Neubau des Parkhauses und die Sanierung der Gehringstraße, den Unterhalt des 110 Kilometer langen Kanalnetzes ein und regte an, günstiges Bauland zu schaffen. Zur Verbesserung der digitalen Versorgungsleitungen referierte Karl-Heinz Hollmeier und Marco Moser empfahl, bei Bauarbeiten begleitend die fachgerechte Ausführung zu kontrollieren.

Belebung der Innenstadt

Mit einer soliden Finanzpolitik, Belebung der Innenstadt, nachhaltigem Tourismus und der Unterstützung für Betriebe und Landwirte will die UWG punkten, wie Michael Bummer und Christian Kuchler ausführten. Mario Kleinert lobte die gute Jugendarbeit der Vereine, forderte aber auch einen professionellen Jugendpfleger, der sich um den Nachwuchs annimmt, der nicht in Vereinen aktiv ist. Michael Pritzl berichtete von über 6000 Jugendlichen, die 2019 im ehemaligen Kasernengelände betreut wurden. Für das Jugendzentrum sei unbedingt eine Belebung anzustreben.

Auch die Erhaltung und Stärkung des Krankenhauses ist ein Ziel der UWG. „Wir sind im Ehrenamt daheim“, stellte Listenführer Ludwig Kern fest und verwies auf das vielseitige Engagement der Kandidaten in Vereinen. Die Fassung eigener Quellen im Stadtgebiet, den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen, die Schaffung eines Nahwärmenetzes und eines Blockheizkraftwerks für das Baugebiet Oberer Schinderbuckel propagierte Michael Pritzl. Vor allem im Bereich Biomasse sei noch viel mehr machbar, die verstärkte Nutzung von Waldhackschnitzeln würde auch den Waldbauern bei der Holzverwertung helfen.

Ein besonderes Anliegen ist den UWG-Bewerbern die verstärkte Bürgerbeteiligung bei Projekten. Durch transparentere Arbeit des Stadtrats bei der Vorbereitung von Abstimmungen sollte das Wissen von Experten aus der Bürgerschaft genutzt werden, regten Karl-Heinz Hollmeier und Mario Kleinert an. Dafür müssten Leitlinien erarbeitet und eine „Beteiligungssatzung“ aufgestellt werden, so Kleinert. Die Arbeit entsprechender Fachleute könne zu höherer Akzeptanz bei Projekten führen und Kosten sparen.

Viel Diskussionsbedarf

Die Arbeit in entsprechenden Arbeitskreisen müsse besser sein, als das, was im Stadtrat erarbeitet werde, forderte Kleinert. Mögliche Themen wären Energie und Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung, Kinder- und Jugendbeteiligung sowie Altersplanung, auch die Integration neuer Bürger. In einer eineinhalbstündigen Diskussion kritisierte Alois Brandl, dass die Leichtathleten zur Ferienzeit die Dreifachturnhalle nicht mehr benutzen dürften. Die mangelnde Beschattung, Strom- und Wasserversorgung beim Kunstrasen-Sportplatz, Nutzungsgebühren für die Jahnhalle und fehlende „Familienfreundlichkeit“ im Freibad waren weitere Themen der Zuhörer.

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