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Bürgermeister blickt auf 24 Jahre zurück

Vier Gemeinderäte wurden in Reichenbach in kleinem Rahmen verabschiedet.
Ulrike Niklas

Die ausgeschiedenen Gemeinderäte mit Franz Pestenhofer Foto: Ulrike Niklas
Die ausgeschiedenen Gemeinderäte mit Franz Pestenhofer Foto: Ulrike Niklas

Reichenbach.Die letzte Gemeinderatssitzung des Reichenbacher Gemeinderats musste aufgrund der aktuellen Situation im großen Bürgersaal des Gemeinschaftshauses stattfinden. Auch die Verabschiedung der ausgeschiedenen Gemeinderäte fiel anders aus als geplant. Was aber nachgeholt wird, denn ihr Engagement habe einen würdigen Rahmen verdient, so das Gemeindeoberhaupt, das nach 24 Jahren die kommunalpolitische Bühne verlässt.

Die kurze Ehrung fand nach der öffentlichen Sitzung statt, zuvor berichtete Bürgermeister Franz Pestenhofer in groben Umrissen, was in seinen vier Amtsperioden geleistet wurde. Trotz knapper Finanzen habe es keine Alternative gegeben als zu investieren, um das Ortsbild zu verbessern und Bauland auszuweisen. 126 Bauplätze entstanden in den Siedlungen, 109 davon sind bebaut. Es wurden Straßenoberbauverstärkungen in Richtung Heimhof und Kaltenbach durchgeführt, und Reichenbach war eine der ersten Gemeinden, die Glasfaser verlegte. Zwei neue Feuerwehrautos und ein gebrauchtes Fahrzeug wurden ebenso angeschafft wie diverse Gerätschaften.

Große Investitionen erforderte der Bauhof, der nun inklusive des neuen Salzlagers für die Zukunft bestens gerüstet und ausgestattet sei. Städtebauliche Maßnahmen und andere Erneuerungen miteinbegriffen, hat die Gemeinde insgesamt 6,4 Millionen Euro an Investitionen getätigt. Die Neugestaltung des Kirchsteiges, dessen Ausbau hoffentlich bald beginnen könne, ist dazugerechnet. 24 Jahre Bürgermeister zu sein habe mit dem Willen zu tun, das Beste für seine Gemeinde zu erreichen. Franz Pestenhofer sprach von einer schönen und interessanten Zeit, mit guten Mitstreitern an der Seite.

Manche der ins Auge gefassten besonderen Maßnahmen, wie etwa der Klosterhang oder der Bau des Gemeinschaftshauses, hätten – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – gewagte Entscheidungen mit vielen Überlegungen erfordert. Aber die Gemeinderäte hätten das Risiko konsequent mitgetragen, und am Ergebnis zeige sich, dass am Mut der Erfolg hängt. „Es ist viel passiert, wir haben die Gemeinde gut vorwärtsgebracht“, zog Pestenhofer Bilanz und lobte die Weitsicht des Gemeinderates. Aber er sah in Reichenbach noch großes Entwicklungspotential und ermunterte das neue Gremium insoweit: „Wenn es Fördergelder gibt, muss man etwas draus machen.“

Gemeinsam gehe fast alles, zu dieser Erkenntnis kam der Bürgermeister und bedankte sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei den Gemeinderäten, die er in den 24 Jahren erfahren durfte. Im Besonderen bei all seinen Stellvertretern, die ein vertrauensvolles Miteinander nach dem Konsensprinzip ermöglicht hätten. Mit großem Dank erinnerte sich Pestenhofer auch an den Rückhalt, den er in der VG erfahren durfte. So war Michael Lipfert in allen vier Perioden als Schriftführer bei den Sitzungen ein wichtiger Begleiter. Seinem Nachfolger Edi Hochmuth legte Pestenhofer ans Herz, weiter an der Zukunft dieser schönen, liebenswerten Gemeinde zu arbeiten, und wünschte ihm dazu viel Erfolg mit der Zuversicht: „Der Start in Corona-Zeiten ist zwar nicht einfach, aber es gibt auch wieder eine Zeit danach.“

Bewogen von der Art und Weise, wie Pestenhofer die Gemeinde führt und als Mensch denkt, kam Hochmuth vor zwölf Jahren auf dessen Frage hin zu dem Entschluss, als Gemeinderat zu kandidieren. „Die letzten sechs Jahre durfte ich als dein Stellvertreter auch noch deine kollegiale Arbeit kennen und schätzen lernen, die auch Raum lässt für Diskussionen. Du hast unheimlich viel erreicht, und wir werden deine Verdienste in entsprechender Form zu würdigen wissen“, so die Laudatio an seinen Vorgänger. CSU-Vorsitzender Helmut Deinhart erinnerte an die Anfangszeiten vor 24 Jahren, die nicht ganz einfach waren und nicht vergessen werden sollten.

„Bei deiner Amtsübernahme warst du als erstes mit der Problematik Bayerngrund konfrontiert, die du souverän gelöst hast.“ Der Start war insofern schwierig, als auch das Betriebskostendefizit bezüglich des Kindergartens im Raum stand und schließlich geregelt werden konnte. Es sei weiter gelungen, die Sache VG-Umlage zur Zufriedenheit beider Seiten in Einklang zu bringen, und schließlich konnte auch ein einvernehmlicher Weg im Punkt Kanal-Angelegenheiten gefunden werden, ohne dass eine der Parteien ihr Gesicht verloren hätte. „Dass du von Anfang an gekämpft und immer wieder die Regierung kontaktiert hast, um die finanzielle Situation zu verbessern, kommt noch hinzu. Dafür sei dir ebenfalls ganz herzlich gedankt“, sagte Deinhart.

Vier Gemeinderäte werden künftig nicht mehr dem Gremium angehörigen. Der Bürgermeister bedankte sich bei Thomas Eichinger für zwölf Jahre Mitgliedschaft im Gemeinderat. 18 Jahre hatte Alois Senft einen Sitz im Gemeinderat. Alois Zierer ist mit einer Periode Unterbrechung ebenfalls seit 18 Jahren im Gemeinderat aktiv. Und mit Franz Sauerer tritt ein Gemeinderat ab, der sich ebenfalls 18 Jahre für seine Gemeinde engagierte. (run)

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