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Bürgermeister gegen Hirschvogel-Pläne

Bad Kötztings Bürgermeister Markus Hofmann richtet sich mit einem Brief gegen die Autohausschließung des Unternehmens.

Der Standort von Hirschvogel in Bad Kötzting soll geschlossen werden. Bad Kötztings Bürgermeister fordert, die Entscheidung zu überdenken. Foto: Foto-Bernhard.de
Der Standort von Hirschvogel in Bad Kötzting soll geschlossen werden. Bad Kötztings Bürgermeister fordert, die Entscheidung zu überdenken. Foto: Foto-Bernhard.de

Bad Kötzting.Wegen der Schließung der Mercedes-Niederlassung in Bad Kötzting wendet sich Bad Kötztings Bürgermeister Markus Hofmann in einem Offenen Brief an Dr. Anton Kilger, Geschäftsführer der Hirschvogel GmbH&Ko. KG in Straubing.

Der Bürgermeister schreibt: „Mit großer Enttäuschung, Überraschung und Bestürzung habe ich, genauso wie die am vergangenen Donnerstag von Ihnen gekündigten Mitarbeiter, von Ihrem Entschluss, die Niederlassung Bad Kötzting zum Jahresende zu schließen, erfahren. Für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch für de Stadt Bad Kötzting ist das ein Schock, gehörte doch die örtliche Niederlassung seit ihrer Eröffnung im September 1971 stets zu Ihren unternehmerischen Aushängeschildern, wie Ihre geschätzte Mutter und Sie selbst in der Vergangenheit immer weder betonten. Diese Vorgehensweise der Bekanntgabe Ihrer Planung ist nicht nur für die Stadt Bad Kötzting (auch als Großkunde), sondern vor allem auch für de vielen langjährigen Kunden aus der gesamten Region im Kötztinger Land, im Lamer Winkel, im Hohenbogen-Winkel und im Zellertal eine große Enttäuschung und ein enormer Vertrauensverlust.

Fünf Jahrzehnte in Bad Kötzting

Wir alle durften bisher die Fa. Hirschvogel in den vergangenen fast fünf Jahrzehnten als stets kompetenten und verlässlichen Partner erleben, der sich mit seinen flächendeckenden Filialen als Vorzeigebetrieb für Zuverlässigkeit und Kundennähe präsentierte – nun soll das alles plötzlich nicht mehr gelten. Mitarbeiter berichten mir, dass die Auftragslage in Bad Kötzting nach wie vor zufriedenstellend ist. Von Arbeitsmangel in der Werkstatt kann keine Rede sein. Ihr Personal vor Ort ist arbeitsfreudig, engagiert und bestens geschult – die Niederlassung ist technisch und räumlich auf dem aktuellsten Stand – Sie geben damit leichtfertig personelle und räumliche Kompetenz auf.

Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass Sie Ihre langjährigen, firmentreuen und äußerst zuverlässigen Mitarbeiter kündigen und eine weitere Zentralisierung vornehmen, zumal sich die Immobilie der Niederlassung in Ihrem Besitz befindet und mit keinerlei Pachtzahlungen usw. belastet ist.

Sie können versichert sein, dass sich Ihre langjährigen und treuen Kunden aus dem großen Einzugsgebiet unserer Niederlassung zwangsläufig überlegen werden, ob sie künftig den langen und aufwendigen Weg nach Cham oder Regen in Kauf nehmen werden. Sehr geehrter Herr Dr. Kilger, mir ist bewusst, dass wir uns durch die Corona-Krise in wirtschaftlich schwierigen Zeiten befinden. Viele Unternehmen sind davon betroffen und nehmen die verschiedensten staatlichen Hilfen in Anspruch – aber aus Ihrer Vorgehensweise lässt sich für mich nur der Eindruck ableiten, dass diese Corona-Krise als Vorwand für eine anscheinend von langer Hand vorbereitete Strategie benutzt und ausgenutzt wird.

„Entscheidung noch einmal überdenken“

Ich bitte Sie namens der Stadt Bad Kötzting, Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der zahlreichen treuen Kunden der örtlichen Niederlassung deshalb Ihre strategische Entscheidung noch einmal zu überdenken. Es wäre schön, wenn wir die Firma Hirschvogel auch in Zukunft noch zu unseren örtlichen Vorzeigebetrieben zählen dürften und der Mercedes-Stern auch weiterhin in und für unsere Stadt und die gesamte Region leuchtet.“

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