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Ausstellung

Bunte Objekte mit Eigenleben

Die Münchner Künstlerin Carolina Camilla Kreusch zeigt in einer Einzelausstellung ihre Werke im Cordonhaus.
von Elisabeth Angenvoort

  • Anjalie Chaubal, Leiterin der Städtischen Galerien; Kuratorin Simone Seifert und Künstlerin Carolina Camilla Kreusch (von links) Foto: Elisabeth Angenvoort
  • 2012, Object Trouvé, Karton, Lack, Kabel Foto: Elisabeth Angenvoort

Cham.Die Schwierigkeit, das „Wesen“ von Kunst zu definieren, besteht nicht erst seit der Etablierung sogenannter Aktionskunst im Zuge der Erweiterung des Begriffs von „Kunst“ als solcher. Kunst kann, subjektiv betrachtet, zwecklos sein und sich selbst genügen; Kunst kann aber auch den Anspruch erheben, die Wirklichkeit kreativ mit zu gestalten.

Die junge (Holz-)Bildhauerin Carolina Camilla Kreusch gehört zu den Künstlern, die „nicht nur“ etwas abbilden und ästhetisch erscheinen lassen wollen. Mit ihren organisch wirkenden Plastiken, bunten Installationen und körperhaften Skulpturen erschafft sie eine ganz eigene Welt, deren Objekte die Realität wie Spiegel nicht nur wiedergeben, sondern zugleich ein „Dahinter“ projizieren. Sie arbeitet mit Fundstücken, „nutzlosen“ Dingen, die sie zufällig findet, aber auch mit Baustoffen. Das habe mit der Lokalität ihres Ateliers zu tun, das sich in der Nähe verschiedener Werkstätten befindet, sagt sie. Für die Ausstellung im Cordonhaus Cham, ihrer bisher größten Einzelausstellung – einer „Herausforderung“, wie sie sagt –, hat sie sich zu neuen Werken inspirieren lassen, die teilweise erst vor Ort entstehen wie die flächendeckende Installation „Stern“: eine Art „Kernstück“ im Raum, von dem die Künstlerin nicht wusste, welche Ausmaße es annehmen würde. Die Bodenbeschaffenheit in den Ausstellungsräumen sei für viele Künstler problematisch, sagt Anjalie Chaubal, Leiterin der Städtischen Galerie im Cordonhaus, doch in diesem Fall „funktioniert es“. Jedes der Objekte wird von Kreusch den Gegebenheiten der Räume angepasst. Insofern könnte man von „ortsspezifischen Arbeiten“ sprechen, sagt Chaubal. Inspiriert wird Kreusch zum einen durch die „Welt um mich herum“; es sind aber auch die vielfältigen Materialien, durch die sie sich „hindurch arbeitet“ und deren unterschiedliche Beschaffenheit den Charakter der Objekte bedingt. „Die Dinge müssen sich für mich in jeder Ausstellung beweisen“, erklärt Kreusch ihre Intention, „sie sollen miteinander in Kommunikation treten; es müssen Schwingungen entstehen, alles hängt letztlich zusammen.“ Das Spannende dabei sei, den jeweiligen Raum zu erspüren und sich Schritt für Schritt einzuverleiben. Es kommt vor, dass sie dabei die Orientierung verliert, dann verändert sie ihren Standort, betrachtet ihre Werke „von außen“. Manchmal müsse sie ein Stück neu auftragen oder aber ganz weglassen, sagt sie. Eine Art „Baukastensystem“, so nennt es die Kuratorin der Ausstellung, Simone Seifert. Wichtig sind für Kreusch auch die Titel, die sie ihren Werken gibt, als seien es Namen für etwas Lebendiges: „Beau“, „Mischhaut on/off“ oder „Bergsteiger“. Ihre Freude am Spiel mit Worten zeigt sich auch im Titel der Ausstellung: „raum schwankt himmel fährt“: Wer versucht, hier einem tieferen Sinn nachzuspüren, der käme allerdings nicht weit, sagt Kreusch.

Zur Person

  • Die Ausstellung:

    Objekte, Installationen, organische Plastiken aus unterschiedlichen Materialien im Cordonhaus Cham vom 1. Dezember bis 12. Januar 2020; Vernissage ist am Samstag, 30. November, um 19 Uhr im Cordonhaus Cham.

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