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Kunst

Bunte und fröhliche Bilder

Die 24. unBehinderten Further Kulturtage sind mit einer Rekordteilnehmerzahl beim Kreativworkshop in der „bel etage“ gestartet.

  • Manche Bilder entstanden beim Kreativworkshop auch als Gemeinschaftswerk. Foto: cjr
  • Die Gastkünstler aus Domažlice präsentierten ihre lebensfrohen Arbeiten. Foto: cjr
  • Ein großer Teil der Künstler fand sich zusammen mit den Betreuern vom FreiRaum und den Ehrengästen ein. Foto: cjr

Furth im Wald.So viele Kreative mit und ohne Behinderung haben noch nie an einem Malworkshop der unBehinderten Kulturtage Furth im Wald teilgenommen. 3. Bürgermeister Franz Former überbrachte die Grüße des Bürgermeisters Sandro Bauer und der Stadt, als er nach Kontaktgruppenchefin Wera Müller die jungen Künstler und ihre Betreuer vor dem Amtsgerichtsgebäude willkommen hieß.

Former drückte das aus, was diese Tage der unbeschwerten, vorurteilsfreien Begegnung ausmachen: Kunst und Kultur verbinden, Kunst würde all das sagen, was nicht in Worte gefasst werden könne. Er dankte all den freundlichen Helfern und Organisatoren, die das ganze Jahr über, und insbesondere bei diesem Fest, ehrenamtlich Hilfe leisten. Der Dank ging an die beteiligten Schulen und alle Gemeinschaften, die zum Gelingen beitragen würden. Es sei ein Höhepunkt der Integrationsarbeit unter den vielen Aktionen, die behinderte und nichtbehinderte Menschen verbinde.

Um die 50 Teilnehmer

Um die 50 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt, darunter zehn Grundschulkinder mit ihrem Lehrer und einigen Eltern aus Domažlice. Vaclav Cordier vom FreiRaum hatte über Vaclav Sika von der Galerie Spillar den Kontakt zu ihnen hergestellt, und die Begeisterung war groß. Sie sollte sich in bunten fröhlichen Bildern ausdrücken, die die Tauser Schüler malten und mit nach Hause nehmen durften. Diese gelungene grenzüberschreitende Aktion mit viel Spaß bereitete den Boden auch für künftige Kontakte.

Zu den tschechischen Schülern war auch ein knappes Dutzend Kinder und Jugendliche von der Staatlichen Realschule Furth mit ihrer Kunstlehrerin Heidi Müller gekommen, um sich malerisch dem Thema „Flora und Fauna“ (schon im Hinblick auf die mögliche Gartenschau in Furth) zu widmen. Auch war eine große Gruppe von der Offenen Behindertenarbeit der Barmherzigen Brüder Reichenbach mit An-dreas Bückert an der Spitze zum Workshop gekommen, und den ganzen Vormittag über waren zusätzlich interessierte Besucher durch die Räume geschlendert, um zuzusehen und sich an den kleinen Kunstwerken zu erfreuen. Es waren wohl an die 80 Leute – aktive und nichtaktive, die die Räumlichkeiten bevölkerten. Auch der diesjährige Ritter Matthias Schweitzer machte den Künstlern seine Aufwartung und sprach sogleich eine Einladung zum Standerl mit dem Blasorchester in der Drachenstichwoche aus.

Der Sinn dieses Kreativ-Festes, das heuer zum 24. Mal stattfand, liegt in der unbefangenen Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. Diese Vorgabe ging wieder einmal voll auf. Neben den beiden Schülergruppen waren es dann auch zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Handycap, die sich die für die Kunstaktion bestens präparierten und mit Blumen geschmückten Räumlichkeiten teilten, sich brav anstellten, um Farben, Leinwände und alles sonstige Notwendige zu empfangen. All das war einmal mehr vom Profi-Team des Kunst- und Kulturvereins FreiRaum und von Wera Müller und ihren Helfern umsichtig vorbereitet worden.

Das erfahrene Team – Alexandra Costa, Anne Wild und Patricia Bachl – war nicht nur ständig ansprechbar, es stand auch stets hilfsbereit mit guten Ratschlägen den Malern und Malerinnen zur Seite, wenn es um Farbgestaltung, um Formen und den einen oder anderen maltechnischen Kniff ging. Die liebenswerte Kooperation mit dem FreiRaum ist schon fast so alt wie die unBehinderten Kulturtage selbst. Von dieser Seite kommen nicht nur die praktischen Tipps und Hilfen beim Malen, sondern oft auch Anregungen für die Themengestaltung. Heuer waren auch die Dolmetscherdienste von FreiRaum-Mitglied Vaclav Cordier gefragt, der auch das schmucke und edel restaurierte Interimsdomizil „bel etage“ im 2. Stock für Interessierte öffnete und die Besucher betreute.

Herzliche Grüße richtete Wera Müller von Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler aus, der sich seitens des Bezirks Oberpfalz und des Landkreises Cham mit einer „Beihilfe“ spendabel zeigte. Auch Kreisjugendpfleger Simon Frank konnte sich davon überzeugen, dass der seit Jahren immer wieder verlässlich gewährte großzügige Zuschuss von der Josef-Stanglmeier-Stiftung gut angelegt ist. Stellvertretend für die weiteren Spender seien die Sparkasse und die Raiffeisenbank Furth genannt.

Mit viel Fantasie am Werk

Die „wuselige“ Atmosphäre hielt die jungen Kreativen kaum davon ab, konzentriert und mit viel Fantasie und Freude ihre Vorstellungen von Pflanzen und Insekten auf die Leinwand zu bringen. Herausgekommen sind Bilder, Gemälde von bezaubernder Anmutung, Strahlkraft und Vitalität, die die Lebensfreude und -kraft der Menschen jeden Alters, mit und ohne Behinderung, dokumentieren. Einige der Kunstwerke sollen bei der „Bunten Truhe“ während der Drachenstichzeit ausgestellt werden. Und was das Wichtigste dabei ist – es fanden etliche Begegnungen statt, die wiederum zu weiteren Kontakten führen.

So gesehen war das Wochenende ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Inklusion über die Kultur – ganz selbstverständlich angestoßen von Wera Müller und Johann Reitmeier als Organisatoren und den engagierten Künstlern vom FreiRaum, allen voran Vorsitzender Fred Bruckner‚ im Ehrenamt. Bleibt zu hoffen, dass FreiRaum seine Interims-Basis in der „bel etage“ weiter behalten kann.

Weil Malen auch durstig und hungrig macht, hatten die Organisatoren auch dafür kräftig gesorgt. Getränke standen ständig zur Verfügung, und eine schmackhafte Leberkäs-Brotzeit stillte abschließend auch noch den größten Hunger. (cjr)

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