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Frauenbund

Bunter Chemiecocktail auf der Haut

Ein Vortrag zu einem wichtigen Thema forderte zum Umdenken auf.

Die Vorsitzenden Jutta Eckl und Roswitha Aigner überreichten Ulrike Forster das neue Kochbuch „Blaibacher Leibspeisen“. Foto: Oberberger
Die Vorsitzenden Jutta Eckl und Roswitha Aigner überreichten Ulrike Forster das neue Kochbuch „Blaibacher Leibspeisen“. Foto: Oberberger

Blaibach.Zu einem interessanten Thema hatte der Frauenbund Blaibach als Referentin Ulrike Forster, Gesundheitsberaterin und Fachtherapeutin aus Deuerling, eingeladen. Forster beschäftigt sich seit einer schweren Erkrankung intensiv mit Giftstoffen, die jeden Tag in Form von Kosmetikprodukten auf die Haut gelangen. Aufgrund ihres Chemiestudiums ist sie in der Lage, die verschiedenen Substanzen einzuordnen.

Kaum zu glauben, welche hohen Anteile an Aluminium – wegen seiner schweißhemmenden und antibakterieller Wirkung – sowie an Fluoriden, Parabenen (Konservierungsstoffe) und vielem mehr in unseren Körperpflegemitteln enthalten sind. Westliche (weibliche) Erwachsene benutzen im Durchschnitt neun Pflegeprodukte am Tag: Duschgel, Shampoos, Hautcremes, Festiger, Seifen, Deos, Zahnpasta, Parfüms, Lippenstift. Darin sind rund 100 verschiedene Chemikalien enthalten. 13 Milliarden Euro Jahresumsatz werden in Deutschland für diese Produkte ausgegeben. Nur ein Prozent des Kaufpreises machen die Inhaltsstoffe aus, der Rest sind Verpackungs- und Marketingkosten.

Es besteht eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht der Hersteller für die Inhaltsstoffe auf der Verpackung. Die Auflistung erfolgt in abnehmender Reihenfolge. Unter ein Prozent Mengenanteil muss jedoch nicht deklariert werden. Und der Produzent darf zum Schutz seiner Rezepturen für bestimmte Inhaltsstoffe einen siebenstelligen Code verwenden, der nicht herausgegeben werden muss. Vor einigen Jahren war es im stationären Handel fast unmöglich, ein Deo ohne Aluminium zu bekommen. Durch den zunehmenden Nachfragedruck der Verbraucher nach aluminiumfreien Deos kann man diese inzwischen von mehreren Firmen ohne Probleme bekommen.

Neben Aluminium in Deos und Fluoriden in Zahnpasta klärte Ulrike Forster auch über Parabene als Konservierungsstoff, über Emulgatoren, Tenside und Phthalaten, den Weichmachern, auf. Eine typische Zusammensetzung eines Duschbades enthält etwa Tenside, die Schaum produzieren und die Haut entfetten. Damit der Schutzmantel der Haut aber wieder hergestellt wird, braucht es Rückfettungs- und Feuchtigkeitsmittel.

Dann werden Verdickungsmittel eingesetzt, damit das Produkt nicht ausflockt und sich angenehm anfühlt. Hautkonditionierer wie Silikone – für eine glatte geschmeidige Haut¨– kommen ebenso zum Einsatz wie Duft- und Farbstoffe. Natürlich nicht zu vergessen die Konservierungsstoffe und Antioxidantien für eine lange Haltbarkeit. (kwr)

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