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Buntes Leben im Drachensee

Landrat, Bürgermeister und der Fischereifachberater des Bezirks informieren sich über den Fischlehrpfad.
Volkmar Dimpfl

Sie trafen sich am Fischereilehrpfad: FischereifFachberater Dr. Thomas Ring (l.), Bürgermeister Sandro Bauer (3. v. l.), Landrat Franz Löffler (3. v. r.) sowie Fischereivereinsvorstand Josef Hönig und weitere Vereinsmitglieder.  Foto: Volkmar Dimpfl
Sie trafen sich am Fischereilehrpfad: FischereifFachberater Dr. Thomas Ring (l.), Bürgermeister Sandro Bauer (3. v. l.), Landrat Franz Löffler (3. v. r.) sowie Fischereivereinsvorstand Josef Hönig und weitere Vereinsmitglieder. Foto: Volkmar Dimpfl

Furth im Wald.Seit Juli 2019 gibt es den Fischlehrpfad am Drachensee. Er bringt dem Betrachter die Lebensweise und Artenvielfalt der im Drachensee heimischen Fische mit Schautafeln näher. Zwischen Bootsplatz und Seequerung hat der Fischereiverein Furth im Wald 20 Fischtafeln aufgestellt. Die Kosten trug zu 50 Prozent der Landesfischereiverband Bayern, die Restkosten übernahmen Spender und Gönner.

Am Dienstagnachmittag trafen sich am Fischlehrpfad Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Bürgermeister Sandro Bauer, der Fachberater für Fischerei beim Bezirk Oberpfalz, Dr. Thomas Ring, sowie die Vorstandschaft des Further Fischereivereins. Löffler hatte dieses Treffen angeregt, um sich aus erster Hand über diesen Lehrpfad informieren zu lassen und über Entwicklungen und Probleme zu diskutieren. Er wies auf die Bedeutung von Fischerei und Teichwirtschaft in der Oberpfalz hin. Wenn man vom Fisch spricht, denken die meisten Leute primär an Nord- und Ostsee, so Löffler, und vergessen dabei oft das Angebot der eigenen Region. Vielleicht trage die Corona-Krise hier zu einem Umdenken bei, dass man Lebensmittel nicht aus 1000 Kilometern Entfernung holen müsse, wenn man sie ebensogut aus der Region bekommen kann.

Josef Hönig, Vorsitzender des Fischereivereins, erläuterte dann kurz das Konzept des Lehrpfads, seine Realisierung und Finanzierung. Bürgermeister Sandro Bauer wies noch auf eine Besonderheit des Projekts hin: Der Fischereiverein habe ihn erst informiert, als die Finanzierung des Projekts bereits gesichert war. Er dankte dem Verein für sein Engagement, aber auch der Further Geschäftswelt für ihre Unterstützung.

Problem: Kormoran und Reiher

Ein Thema bei diesem Treffen war auch das Verhältnis zwischen Fischern und Vogelschützern. Hönig konnte von einem guten Einvernehmen berichten. Allerdings bereiteten einige Vogelarten den Fischern Sorgen, vor allem Kormorane, Reiher und Gänse, stellte er fest. Kormorane und Reiher seien „Fischvernichter“ (ein Kormoran frisst täglich etwa 500 Gramm Fisch). Und sie begnügten sich leider nicht mit wirtschaftlich unbedeutenden Fischarten. Die Gänse seien durch ihre große Zahl ein Problem, denn sie verkoten den See.

Dr. Thomas Ring wies darauf hin, dass man die Entwicklung genau beobachten müsse, um etwa gegen eine Koloniebildung bei Kormoranen rechtzeitig vorzugehen (Vergrämen). Hönig erklärte, man sei bereits kurz vor der Koloniebildung. So habe man in Spitzenzeiten bereits etwa 500 Kormorane und 300 Reiher gezählt.

Ein weiteres Thema war die Durchlässigkeit, genauer gesagt Nichtdurchlässigkeit der Staumauer für Fische. Es sei nicht zu verstehen, so die Fischer, dass der Staat von privaten Betreibern Fischtreppen oder ähnliche Einrichtungen verlange, selbst aber keinerlei Anstalten mache, die Staumauer für Fische durchlässig zu machen.

Barrierefreiheit Fehlanzeige

Josef Hönig liegt noch ein anderes Thema am Herzen: Angelplätze für Behinderte. Leider wurde das Projekt bisher nicht genehmigt, da der See als Hochwasserspeicher keine Einrichtungen aufweisen darf, die bei Vereisung Probleme machen könnten, bedauerte er. Darum müsse auch die Seequerung jeden Winter abgebaut werden. Bürgermeister Bauer meinte, mit einem Konzept wie der Seequerung könnte das Vorhaben vielleicht doch genehmigt werden.

Auf den Tafeln des Fischlehrpfads werden alle Fische des Drachensees vorgestellt. Die Tafeln tragen auch zur Ausbildung der Jungfischer des Fischereivereins bei. Das erste Schild im Bereich des Bootsplatzes berichtet Wissenswertes über den Drachensee und die Further Fischer, zeigt die Sponsoren, die diesen Lehrpfad ermöglicht haben, und macht durch eine Fotomontage deutlich, welche Artenvielfalt sich im See befindet. Auf weiteren Tafeln werden die einzelnen Fische vorgestellt, die im Drachensee leben. (fvd)

Fischlehrpfad

  • Finanzierung:

    Die Kosten trug zu 50 Prozent der Landesfischereiverband, den Rest übernahmen Spender und Gönner.

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