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Region Cham
Dienstag, 17. Juli 2018 27° 3

Theater

Burghofspiele: Premiere für Robin Hood

Die Inszenierung des Klassikers eines Regisseurinnen-Duos begeistert das Publikum auf der Burg in Falkenstein.

Als Wahrsagerin verkleidet erleichtert Robin Hood Prinz John um Geld und Krone Fotos: Gerhard W.H. Schmidt
Als Wahrsagerin verkleidet erleichtert Robin Hood Prinz John um Geld und Krone Fotos: Gerhard W.H. Schmidt

Falkenstein.Glanzvolle Premiere im 43. Jahr der Falkensteiner Burghofspiele vor nahezu ausverkaufter Tribüne – ein Abend mit exzellenten Darstellern, die das diesjährige Familienstück „Robin Hood“ nach Manfred Hinrichs-Bettinger in der Inszenierung von Anika Pinter und Bettina Schönenberg präsentiert haben...

Doch ehe sich der imaginäre Vorhang hob, oblag es Bürgermeisterin Heike Fries – sie selbst als Statistin beim Marktvolk bzw. den Wachen ins Stück mit eingebunden – die Premierengäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und vor allem Ehrenamtler, zu begrüßen. Mit dem Dank an Regie, Ausstattung, Maske, Technik und alle Akteure auf und hinter der Bühne wünschte sie dem Publikum einen vergnüglichen Abend und, dass es sich sodann in den Sherwood Forest entführen zu lassen.

Stück ist reich an Ideen

Robin und seine Gefährten studieren den Wert ihrer Köpfe auf den neuesten Streckbriefen. Fotos: Gerhard W.H. Schmidt
Robin und seine Gefährten studieren den Wert ihrer Köpfe auf den neuesten Streckbriefen. Fotos: Gerhard W.H. Schmidt

Herrlich spritzig und ideenreich inszeniert ist das diesjährige Stück um Robin Hood (Michael Schmidbauer) und seine Bande, die im Sherwood Forest hausen, um dem Arm des Gesetzes zu entgehen, Ein Gesetz, das die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer macht. Aber im Wald ist das Leben für die Gesetzlosen nicht leicht, und so wird gewildert und der ein oder andere Adelige, der den Wald durchquert, überfallen – natürlich um alles, was die Bande nicht zum Überleben braucht, den Armen zu bringen.

Nach einem turbulenten Stockkampf wird Little John in die Schar der Gesetzlosen aufgenommen. Fotos: Gerhard W.H. Schmidt
Nach einem turbulenten Stockkampf wird Little John in die Schar der Gesetzlosen aufgenommen. Fotos: Gerhard W.H. Schmidt

Das Regisseurinnen-Duo setzt weniger auf große Bilder und Schlachten, sondern auf intensive Szenen und spannende Zweikämpfe. Dank gründlichen Trainings unter kompetenter Anleitung wirken die Gefechte mit Schwertern und Holzstangen recht realistisch. Köstlich ist die Szene als die beiden Soldaten des Sheriffs (Sebastian Wolf) von Nottingham, Paul (Margit Meinzinger) und Jack (Katrin Huber) ängstlich durch den Wald schleichen auf der Suche nach Robin Hood. Entspannt zechen sie dann vorm Wirtshaus „Zum Blauen Eber“ mit einem Bettler. Doch der enttarnt sich als Robin, erleichtert die beiden um ihren Geldsack und verteilt den Inhalt an die Armen. Oder an anderer Stelle: Es patscht nur so, als Robin beim Stockfechten mit dem hünenhaften Little John (Josef Mackiewicz) unterliegt und den wackeren Burschen in die Schar der Gesetzlosen aufgenommen wird.

Premiere für Robin Hood in Falkenstein

Robin Hood und seine Freunde bilden auch in Falkenstein eine verschworene Gemeinschaft. Fotos: Gerhard W.H. Schmidt
Robin Hood und seine Freunde bilden auch in Falkenstein eine verschworene Gemeinschaft. Fotos: Gerhard W.H. Schmidt

Das Publikum hat viel zu lachen. Die Texte sind gewürzt mit Situationskomik und mancher Witz kommt unerwartet, dass man erst schmunzelt, wenn er schon vorbei ist. Herrlich dann auch die Szene, wenn Robin als Wahrsagerin verkleidet mit dem fiesen, aber trotteligen Prinz John (Armin Eigenstetter) in einer Sänfte verschwindet. Herausgereicht werden dann zuerst dessen Geldsack, kostbare Kleidungsstücke, die Krone von England und danach erscheint der Prinz in Unterwäsche. Als es den beiden tollpatschigen Soldaten Jack und Paul gelingt, anstelle von Robin zumindest den armen Bruder Tuck (Markus Eckel) gefangen zu nehmen, müssen sich Robin und seine Freunde aus dem sicheren Wald herauswagen, um Tuck zu befreien. Ins Spiel kommt dann auch Lady Marian (Margit Meinzinger), als sie sich auf dem Markt von Nottingham mit dem verkleideten Geliebten Robin trifft. Szenenapplaus brandet auf, als Robin und seine Getreuen die Bösen übermannen.

„Ihr seid der Wahnsinn“

Fazit: eine Premiere wie aus dem Bilderbuch, langanhaltender Beifall. Die Spielschar begeisterte durch facettenreiches Können und auch die Nebenrollen, wie beispielsweise die Wirtin des Gasthauses „Zum Blauen Eber“ (Katrin Hötzl) oder die Bäuerin (Dagmar Kölbl) waren brillant besetzt.

Weitere Vorstellungen

  • Gelegenheit:

    Alle, welche die Premiere des Stückes auf der Burg verpasst haben, haben Gelegenheit, eine der weiteren Aufführungen zu besuche.

  • Termine:

    am Sonntag, 1. Juli, um 20.30 Uhr; dann 7. Juli, 18 Uhr; 13. Juli, 20.30 Uhr; 15. Juli, 18 Uhr; 20. Juli, 20.30 Uhr; 21. Juli 20.30 Uhr; 28. Juli, 20.30 Uhr (rto)

Für die Geächteten gilt es, den gefangenen Bruder Tuck vor dem Galgen zu retten. Fotos: Gerhard W.H. Schmidt
Für die Geächteten gilt es, den gefangenen Bruder Tuck vor dem Galgen zu retten. Fotos: Gerhard W.H. Schmidt

Bei der folgenden Premierenfeier im Rittersaal zeigte sich Bürgermeisterin Fries „total stolz“ auf die Darsteller und meinte: „Besser kann eine Premiere nicht laufen“. Auch Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier sprach den Burghofspielern zur gelungenen Inszenierung ein ganz großes Kompliment aus. Unter Hinweis auf das zeitgleich laufende Fußball-WM-Spiel Deutschland – Schweden sagte er: „An zwei wichtigen Orten in der Welt haben heute Spiele stattgefunden; beide sind gut ausgegangen, das bessere Spiel war in Falkenstein.“ Regisseurin Bettina Schönenberg und Anika Pinter zeigten sich stolz auf das Ensemble, das ihnen die Arbeit sehr leicht gemacht habe. „Ihr seid der Wahnsinn und ihr werdet jedes Jahr ein bisschen wahnsinniger. Ihr seid toll. Die Gemeinde hat einen riesigen Schatz mit euch.“ (rto)

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