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Cham darf auf Hilfe vom Bund zählen

MdB Holmeier warb bei Martin Stoiber für das Corona-Paket. Überzeugt sind beide von der Idee eines Chamer Unternehmers.
Von Anna Jopp

Stephan Stadler (Mitte) erklärte den Abgeordneten Gerhard Hopp (l.) und Karl Holmeier (2. v.l.) sowie dem neuen Chamer Bürgermeister Martin Stoiber (r.) seine Abfüllanlage für Desinfektionsmittel.
Stephan Stadler (Mitte) erklärte den Abgeordneten Gerhard Hopp (l.) und Karl Holmeier (2. v.l.) sowie dem neuen Chamer Bürgermeister Martin Stoiber (r.) seine Abfüllanlage für Desinfektionsmittel. Foto: Anna Jopp

Cham.„Aufbruchspaket“ stand auf der Mappe, die der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier (CSU) Martin Stoiber anlässlich seines Antrittsbesuches im Chamer Rathaus überreichte. Gemeint ist das 130-Milliarden-schwere Hilfspaket, mit dem die Bundesregierung die Konjunktur nach Corona wieder ankurbeln möchte.

Auch die Stadt Cham werde davon profitieren, versprach Holmeier. „Da ist alles drin: Baumaßnahmen, Sportförderung, Geld für Familien“ – ein richtiges „Riesenpaket“ sei das, sagte der Abgeordnete. Ein wichtiges Instrument sei etwa, dass der Bund sich verpflichte, einen Teil der ausgefallenen Gewerbesteuereinnahmen zu erstatten. Er wolle sich dafür einsetzen, dass das Geld möglichst schnell bei den Kommunen ankomme.

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Bürgermeister Martin Stoiber nutzte die Gelegenheit, um Holmeier einige Wünsche und Anregungen mit nach Berlin zu geben. Bei den Kindergärten etwa wünsche sich die Stadt mehr Spielraum für „kreative Lösungen“, um auch während Corona die Betreuung der Kinder garantieren zu können. Ein besonderes Anliegen war dem Bürgermeister außerdem das Thema Bundesstraßen, insbesondere der vierspurige Ausbau der B20 und der Ortsumgehung zwischen Cham Süd und Mitte. „Die Fertigstellung darf bitte nicht weiter nach hinten rutschen“, sagte Stoiber.

MdB Karl Holmeier (r.) hatte dem neuen Chamer Bürgermeister Martin Stoiber Informationen zum Corona-Hilfspaket der Bundesregierung mitgebracht.
MdB Karl Holmeier (r.) hatte dem neuen Chamer Bürgermeister Martin Stoiber Informationen zum Corona-Hilfspaket der Bundesregierung mitgebracht. Foto: Anna Jopp

Beide Projekte lägen dem Bund zur Prüfung vor, sagte Holmeier und versprach, noch einmal beim Verkehrsministerium nachzuhaken, damit möglichst schnell ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden könne.

ÖPNV bleibt aktuell

Das Thema öffentlicher Nahverkehr, waren beide sich einig, sei durch die Pandemie in den Hintergrund geraten. Dennoch seien der barrierefreie Bahnhof und die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Schwandorf und Furth im Wald auch weiterhin aktuell. „Ich rechne im Frühjahr 2021 mit einer Baufreigabe“, sagte Holmeier.

„Ein guter Kontakt zu den Mandatsträgern ist wichtig“, freute sich Stoiber gegen Ende des Pressegesprächs. „Da kann man ganz anders miteinander reden und auch in Zukunft Dinge offen ansprechen.“ Auch Holmeier sagte, er freue sich über die Wahl von Martin Stoiber zum Bürgermeister und sicherte ihm „die vollste Unterstützung des Bundes“ zu.

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Von PF-Anlagen zu Handdesinfektion

Gemeinsam mit MdL Gerhard Hopp nutzten beide anschließend die Gelegenheit, einen Unternehmer vor Ort zu besuchen. Stephan Stadler installiert mit seiner „es Power GmbH“ eigentlich Photovoltaikanlagen. Vor zwei Jahren hat er dafür das ehemalige Werk der Firma Alpa in der Rachelstraße gekauft und es für seine Zwecke ausgebaut.

Der Clou: In dem Gebäude befindet sich noch immer eine alte Abfüllanlage für Desinfektionsmittel. „Als gelernter Elektroinstallateur hat es mich von Anfang an gereizt, die Maschine wieder zum Laufen zu bringen“, erklärte Stadler den Politikern. Die Corona-Pandemie habe dann den entscheidenden Ausschlag gegeben. Seit acht Wochen lässt die Firma Desinfektionsmittel in großen Gebinden produzieren, die sie dann in der eigenen Anlage in 100-Milliliter-Fläschchen und Tuben abfüllt.

Bis zu 12 000 Stück pro Tag

Die kleinen Tuben befüllt und etikettiert die alte Maschine ganz automatisch.
Die kleinen Tuben befüllt und etikettiert die alte Maschine ganz automatisch. Foto: Anna Jopp

Das Ergebnis ist „SAMD“, ein Mittel in weißen Tuben mit blau-gelbem Etikett, das sich vor allem an Menschen richtet, die etwa in Einsatzfahrzeugen unterwegs oder aus anderen Gründen auf kleine Packungsgrößen angewiesen sind. Zwischen zehn- und zwölftausend Stück könne seine Firma so produzieren, erste Händler sind bereits gefunden.

„Ich wollte mir damit langfristig, auch über die Pandemie hinaus, ein weiteres Standbein aufbauen“, erklärte der junge Unternehmer. Ihm sei es nicht darum gegangen, kurzfristigen Profit aus der Situation zu schlagen. „So eine Investition amortisiert sich überhaupt erst nach fünf Jahren“, gab er zu bedenken.

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„Desinfektionsmittel made in Cham – toll, dass ihr euch das getraut habt!“, lobte Holmeier. Auch Gerhard Hopp wies darauf hin, dass die Krise gezeigt habe, wie wichtig es sei, sich bei Schutzausrüstung und eben auch bei Desinfektionsmittel nicht zu sehr von außen abhängig zu machen, sondern vor Ort zu produzieren.

Bürgermeister Stoiber kann sich sogar vorstellen, „SAMD“ in Zukunft auch für die Stadtverwaltung beziehungsweise für die Schulen vor Ort zu bestellen. Stadler freute sich über das Interesse der Besucher an seiner Idee. „Man muss einfach immer wieder etwas Neues ausprobieren und daran glauben, dass es klappt.“

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