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Erwachsenenbildung

Cham: Zu Besuch in der Multikulti-Straße

Buddhisten, Muslime und Katholiken leben in der Ludwigsstraße Tür an Tür. Eine Aktionsgruppe hat dort angeklopft.

Buddhistin Saowkhon Reinhardt betreibt eine Thaimassage-Praxis in Cham  Foto: Michael Neuberger
Buddhistin Saowkhon Reinhardt betreibt eine Thaimassage-Praxis in Cham Foto: Michael Neuberger

Cham.„Wie leben Sie hier in Cham Ihre Religion?“ Das war die Leitfrage eines begegnungsreichen Spaziergangs, den am Samstag die Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis zum Abschluss der Reihe „Eine Straße mit vielen Facetten – die Chamer Ludwigstraße neu entdecken“ eingeladen hatte. Dabei besuchten die Teilnehmenden Menschen, die in der Ludwigstraße leben oder arbeiten.

In herzlicher Atmosphäre wurden sie zuerst von Saowkhon Reinhardt in ihrer Thaimassage-Praxis empfangen. Die Buddhistin lebt seit 30 Jahren in Deutschland. Sie erläuterte, dass ihre Religion auf die historische Person Buddha zurückgeht, der im Jahrhundert vor der europäischen Zeitrechnung in Nordindien lebte. Der Königsohn suchte als Asket nach der Ursache und einem Ausweg aus allem Leiden. Schließlich fand er nach vielen Jahren des Suchens die vollkommene Erleuchtung.

Zusammen in Michelsdorf beten

Er lehrte diesen Weg allen Menschen. Die buddhistische Lehre weist Wege aus Leid und Unvollkommenheit zu Harmonie und Glück. Buddhas zentrale Erkenntnis ist die Lehre von den „Vier edlen Wahrheiten“, die den Menschen befreien vom Kreislauf der Wiedergeburten: die Wahrheit vom Leben als Leiden, die Wahrheit von den Ursachen des Leidens, die Wahrheit von der Aufhebung des Leidens, die Wahrheit vom Weg zur Aufhebung des Leidens. Zweimal täglich betet und meditiert Saowkhon Reinhard.

Das hilft ihr, achtsam in der Gegenwart zu leben und in dieser Harmonie den Menschen in ihrer Praxis zu begegnen. Darin hängt auch das Foto eines betagten buddhistischen Mönchs, der ihr spiritueller Meister ist. Etwa einmal monatlich fährt sie nach Katzdorf bei Teublitz, in dem seit 2012 Mönche einer buddhistischen Ordensgemeinschaft leben.

Nächster Termin

  • Spaziergang:

    Am 19. Oktober wird nochmals ein historischer Spaziergang mit Erich Piendl angeboten.

  • Anmeldung:

    Anmeldung bei der KEB Cham unter der Telefonnummer (0 99 71) 71 38.

Der aus dem Irak stammende Achmed und seine Tochter Hiba Foto: Michael Neuberger
Der aus dem Irak stammende Achmed und seine Tochter Hiba Foto: Michael Neuberger

Nach diesem Auftakt zog die Gruppe schräg gegenüber in der Ludwigstraße weiter zum arabischen Laden „Dukkan al-hara“, was übersetzt „Laden an der Straße“ heißt. Nachdem der ursprünglich angesprochene Ansprechpartner krank war, standen spontan Ladenbesitzer Achmed und seine Tochter Hiba der Gruppe Rede und Antwort. Sie stammen aus dem Irak und sind wie viele Muslime aus dem Irak, Iran, Bahrain und dem Libanon. Die Mehrheit der Muslime sind allerdings Sunniten. Die unterschiedlichen Richtungen im Islam entstanden letztlich aus der Frage, wer der legitime Nachfolger des Propheten Mohammed ist.

Kontrolle

Die Chamer Polizei und die Tuning-Szene

Die Beamten erwischen jetzt regelmäßig Schrauber, die sich selbst und andere gefährden: „Es spricht sich langsam rum!“

Auch wenn auf der politischen Weltbühne oftmals Sunniten und Schiiten als Glaubensgegner dargestellt werden, spielen diese Unterschiede vor allem für die im Landkreis lebenden Muslime keine Rolle. Sie treffen sich und beten gemeinsam in der islamischen Kultusgemeinde in Michelsdorf. Sichtlich bewegt erzählte Achmed von seinem Heimatland. Wichtige Kulturstätten sind im iranisch-irakischen Krieg und vor allem in dem von Amerika verschuldeten Konflikt nach dem Sturz Saddam Husseins zerstört worden.

Acht Ordensleute im Kloster

Zum Thema „Religion in der Ludwigstraße“ gehört auch die Weltreligion Judentum. Daher gibt es auch den kürzlich im Stadtpark aufgestellten Gedenkstein für die nachweislich 29 in der Shoah aus Cham deportierten und ermordeten Juden. Mit dem spontan gesungenen hebräischen Lied „Shalom chaverim“ gedachte man den ehemaligen Chamer Mitbürgern. Zugleich äußerte man aber auch Besorgnis über antisemitische Stimmungen in der Gegenwart.

Abschließend kam man mit Redemptoristen-Bruder Klaus Kagermeier und Pater Peter Renju über ihr Klosterleben ins Gespräch. Derzeit leben sieben Ordensmänner und eine Ordensfrau im Kloster an der Ludwigstraße, das es seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt. Wie Pater Renju erläuterte, geht der Orden der Redemptoristen zurück auf Alfons von Liguori, der in Neapel lebte.

Ärger

Klage gegen Parkregeln in Chams Altstadt

Matthias Rauch aus Schorndorf will sein Knöllchen nicht zahlen, weil er die Regelung in der Innenstadt für rechtswidrig hält.

Der Priester sah sich besonders zu den Menschen auf dem Land gesandt und wollte Seelsorge an den Verlassensten leisten. In diesem Sinne versteht sich das Kloster in Cham als „Geistliches Zentrum“ mit den drei Standbeinen Krankhausseelsorge, Marianische Männerkongregation und Exerzitienhaus. Menschen auf der Suche finden hier Raum für Stille, Besinnung und Begegnung, aber auch Beratung bei Sorgen und Lebensfragen. Zur Gemeinschaft gehören gleichberechtigt Brüder und Patres, wobei jeder eine bestimmte Aufgabe für die Gemeinschaft übernimmt. So kümmert sich etwa der seit 2017 im Kloster lebende Bruder Klaus zusammen mit Bruder Vitus um den großen Garten des Redemptoristenklosters.

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