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Unterstützung

Chamer auf dem Weg ins Bürgerkriegsland

Die Männer vom BRK sind trotz der schwierigen politischen Lage bei der „Aktion Tschernobyl“ dabei und wollen den Menschen in der Ukraine helfen.
Von Christoph Klöckner

Michael Daiminger vom BRK-Katastrophenschutz (l.) und BRK-Geschäftsführer Manfred Aschenbrenner (r.) verabschiedeten die Chamer Helfer Norbert Tietze, Siegfried Iglhaut und Walter Seidl (v.li.). Foto: Klöckner

Cham.Unzählige Male sind sie schon in die Ukraine gefahren – doch selten war es dort von der politischen Lage her schwieriger als dieses Jahr.

Ein erster Hilfstransport der Aktion Tschernobyl, der am Freitag mit zehn Fahrzeugen ab Pfreimd startet, war Anfang des Jahres deshalb noch abgesagt worden. Jetzt brechen die Helfer dennoch auf – beladen mit Medizintechnik, die hier in Bayern aussortiert wurde. „Die Menschen dort verlassen sich auf uns“, so Walter Seidl, der seit Jahren vor allem die Technik in den ukrainischen Kliniken wartet. Es sei etwa zwingend erforderlich, die vor einiger Zeit gelieferte Sterilisation zu warten – sonst gehe sie kaputt. Die Krankenhäuser dort seien durch die Hilfslieferungen fast nur noch mit deutscher Technik ausgestattet. Da brauche es eine nachhaltige Hilfe, um wirksam zu sein. Seidl war im Frühjahr in Kiew, sah die vielen Bilder der Toten des Majdan – und war erschüttert, dass so etwas in direkter Nachbarschaft stattfinden kann. Dennoch lassen sich Norbert Tietze, Siegfried Iglhaut und er nicht abhalten. Rund 5000 Kilometer sind die Helfer bis zu jedem einzelnen Ziel unterwegs. Diese liegen alle im Westen des Bürgerkriegslandes. Nach dem Aufbruch am Freitag werde man erst am Sonntag wieder ein Bett sehen, sagte Tietze. Die Rückkehr wird am Donnerstag, nach dem letzten Abladeziel, angetreten. BRK-Geschäftsführer Manfred Aschenbrenner wünschte eine gute Fahrt und ein gesundes Wiedersehen in Cham. Michael Daiminger, verantwortlich für den BRK-Katastrophenschutz, wünschte den Dreien das Gleiche und Gottes Segen für die Tour. Es gebe so viele Probleme auf der Welt – wenn man dann an einer Ecke helfe, dürfe es kein Strohfeuer sein, sondern man müsse dabei bleiben. So seien die drei Helfer, die sich jetzt auf den Weg machen würden. Momentan sei auch der hiesige Katastrophenschutz des BRK in den Stand-by-Modus versetzt worden – um gegebenenfalls innerhalb von fünf Stunden Hunderte von Betten für Flüchtlinge zu liefern.

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