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Region Cham
Donnerstag, 19. Juli 2018 27° 1

Saison

Chamer Fasching: Regenten statt Prinzen

Chams Fasching soll leben, auch wenn diesmal vieles anders sein wird. Die Tänzer freuen sich auf die knackig kurze Saison.
Von Claudia Peinelt

Die große Garde wird mit ihren Tänzen begeistern.Fotos: Peinelt
Die große Garde wird mit ihren Tänzen begeistern.Fotos: Peinelt

Cham.In der Turnhalle der alten Schule in Katzbach geht es am Dienstagabend recht lustig zu. Fünf junge Mädchen hüpfen mit Leggings und Socken wild durch die Halle. Larissa Engl und Tobi Wolf studieren gerade noch den Tanzplan. Und dann geht’s los, Musik an und: „Ab in die Brücke, Zehen zusammen und Po hoch und den rechten Fuß über das linke Bein“, fordert Larissa die Mädels auf. Immer wieder brechen die lachenden Hühner zusammen und man merkt es ihnen an, wie viel Spaß ihnen das Training mit Larissa und Tobi macht. Dann wird einmal der Gardetanz geübt, und als die Musik zu Ende ist, schreien Lynett, Larissa, Eva, Leonie und Caroline im Chor: „Nochmal, bitte nochmal.“

Heidi Engl ist die Präsidentin des Chamer Faschingsvereins und sie sitzt am Rande der Turnhalle auf einer langen Bank. „Da muss man doch einfach weitermachen, wenn die Kinder und Jugendlichen soviel Spaß am Tanzen haben“, erklärt sie. Am Anfang der Saison hatte das aus Faschingskreisen noch ganz anders geklungen. Tja, das mit dem Chamer Fasching ist so eine Sache. Bisher hat es immer ein Prinzen- und Kinderprinzenpaar zum Faschingsbeginn im November gegeben. In dieser Session musste die Faschingsgesellschaft passen.

Neue Form der Regentschaft

Auch die Kindergarde freut sich riesig auf ihre Auftritte. Fotos: Peinelt
Auch die Kindergarde freut sich riesig auf ihre Auftritte. Fotos: Peinelt

Doch ganz wollen sie den Chamer Fasching einfach nicht aufgeben. „Wenn wir das einmal ausfallen lassen, dann sind wir wahrscheinlich auch noch die letzten Tänzer los und das wäre einfach viel zu schade“, sagte Engl und man merkt ihr selber an, wie sehr sie an dem Ganzen hängt. Freilich ist es deprimierend, wenn du suchst und fragst und tust und immer nur ein „Nein“ bekommst, fügt die Präsidentin hinzu. Aber das habe es schon immer gegeben, dass es manchmal ganz schwierig wurde, doch dann ist es auch wieder bergauf gegangen.

Und so wird die Chamer Faschingsgesellschaft auch in diesem Jahr den Fasching aufleben lassen. Anders als sonst, aber es wird ihn geben. Am Sonntag ab 13.13 Uhr gibt es eine große Überraschung im Hotel am Regenbogen, mit einer neuen Idee für eine Regentschaft, ohne Prinzenpaar.

Soweit wäre das nun mal in trockenen Tüchern. Jetzt kommt es natürlich auch noch darauf an, was die Chamer Bevölkerung daraus macht. Dass die Chamer nicht das Faschingsvolk schlechthin sind, wisse man. Aber nachdem sich die Kinder und Jugendlichen und die Mitglieder der Chamer Faschingsgesellschaft so viel Mühe gemacht haben, sollten dies etwas gewürdigt werden.

Die Kindergarde ist jedenfalls schon ganz heiß auf ihren Auftritt. Eva ist schon fünf Jahre dabei und sie findet es sehr schade, dass nicht mehr so viele Mädels und Jungs in der Kindergarde sind. „Es macht richtig Spaß und Larissa und Tobi sind tolle Trainer“, findet die neunjährige Lynett. Larissa Engl ist der Fasching ja sozusagen in die Wiege gelegt worden, sind Mama und Papa viele Jahre schon ganz vorne dran bei der CFG. Tobi wohnt in Laichstätt und hat letztes Jahr bereits in der großen Garde mitgetanzt. In diesem Jahr trainiert er die Kinder- und Jugendgarde und es macht ihm sehr viel Spaß.

Das Thema der Faschingssession 2017/2018 lautet: Die Chamer Faschingsgesellschaft auf Kapernfahrt – Der Fasching entert Cham“. Die bisherigen Prinzenpaare werden am Sonntag verabschiedet und die neuen „Regenten“ übernehmen die alternative Herrschaft über den Chamer Fasching.

Prüfung für potenzielle Prinzen

Die bisherige Kinderprinzessin Jenny I. wird auch weiterhin in der Garde mittanzen.  Fotos: Peinelt
Die bisherige Kinderprinzessin Jenny I. wird auch weiterhin in der Garde mittanzen. Fotos: Peinelt

Jetzt fragen wir Heidi Engl nochmal, warum es so schwierig ist, Prinzenpaare zu finden und warum immer weniger in den Garden mittanzen. „Nun, wir hätten schon welche gefunden, die aber gerade Studenten sind, und genau in der Faschingszeit ihre Klausuren schreiben. Andere trauen sich einfach nicht, vor einem Publikum zu tanzen“, erklärt sie uns beim Gespräch. Was sie uns am Sonntag genau präsentieren, bleibt bis dahin ein Geheimnis.

Auch die Jugendgarde ist sehr geschrumpft. Und so sind nur noch Franziska und Jenny übriggeblieben, die aber im Sinne eines Funkenmariechens die Besucher mit Tänzen erfreuen werden. „Oft haben die Jugendlichen keine Fahrgelegenheiten mehr, um zum Training zu kommen, oder die Freundin hört auf und alleine wollen sie auch nicht mehr kommen.

In der großen Garde tanzen Tobi Wolf, Larissa Engl, Theresa Nicklas, Pia Tremmel und David Spindler mit. „Auch wenn es in diesem Jahr keinen Faschingsumzug geben wird, am Marktplatz ist buntes Faschingstreiben angesagt, wo unsere Garden ihre Tänze aufführen wird. Auch am Unsinnigen Donnerstag werden die Regenten sich den Schlüssel der Stadt Cham abholen“, sagt Heidi Engl.

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