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Chamer halten die Erinnerung wach

1949 wurde die Sudetendeutsche Landsmannschaft Kreisgruppe Cham gegründet. Im Hotel am Regenbogen gedachte man der Anfänge.
Von Claudia Peinelt

Elke Pecher (6. v. l.) hatte zum Jubiläum der Sudetendeutschen Landsmannschaft eingeladen.  Foto: Claudia Peinelt
Elke Pecher (6. v. l.) hatte zum Jubiläum der Sudetendeutschen Landsmannschaft eingeladen. Foto: Claudia Peinelt

Cham.„70 Jahre Sudetendeutsche Landsmannschaft in unserem Landkreis ist auch ein großes Stück unserer Heimat“, so Landrat Franz Löffler. Mit einer festlichen Veranstaltung gedachte und feierten die Sudeten der Kreisgruppe Cham ihre Gründung 1949.

Die stellvertretende Kreisvorsitzende Elke Pecher konnte am Samstagnachmittag eine Reihe an Ehrengästen im Hotel am Regenbogen begrüßen. Unter anderem Landrat Franz Löffler, Frank Ullrich von der Partner-Kreisgruppe Bautzen und Steffen Hörtler, der stellvertretender Bundes- und Landesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Bayern ist.

Nach 700-jähriger Geschichte in Gemeinschaft mit dem tschechischen Volk wurden die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Jahren 1945/46 aus ihrer Heimat Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien vertrieben. 750 000 Personen passierten allein das Grenzdurchgangslager in Furth im Wald. Zigtausende blieben im heutigen Landkreis Cham in der Hoffnung, bald wieder in die Heimat zurückkehren zu dürfen. In bitterster Not galt es, in der Fremde Kraft und Mut aufzubringen, um eine neue Existenz aufzubauen. Nach den ersten Gründungen von „Notgemeinschaften der Vertriebenen, Flüchtlinge und Evakuierten“ 1948 durften mit Genehmigung der Alliierten „Landsmannschaften“ gebildet werden.

Landrat Franz Löffler überreichte an die stellvertretende Kreisvorsitzende Elke Pecher einen Scheck.  Foto: Claudia Peinelt
Landrat Franz Löffler überreichte an die stellvertretende Kreisvorsitzende Elke Pecher einen Scheck. Foto: Claudia Peinelt

„So ein Jubiläum hat zwei Seiten“, so Frank Ullrich von der Partner-Kreisgruppe Bautzen. Es sei ein freudiges Ereignis, so lange zusammen zu sein und ein nicht so freudiges Ereignis: „Die Fronten sind nach wie vor immer noch verhärtet.“ Diese Sachlage liege nicht nur an der uneinsichtigen Haltung auf der tschechischen Seite, auch habe „in den alten Jahren“ in den verschiedenen deutschen Regierungen „die ehrliche und wirkliche Anerkennung und Unterstützung der berechtigten Anliegen“ gefehlt.

Ein Sprachrohr

  • Kultur:

    Die Sudetendeutsche Landsmannschaft im Kreis Cham: Sie verbindet die Landsleute, kümmert sich um ihre Anliegen, ist Sprachrohr und baut Brücken. Die Landsleute widmen sich dem Erhalt der 700-jährigen Geschichte in der Heimat, ihrer Kultur, der Pflege der Traditionen und ihrer Identität.

  • Vorsitz:

    Vorsitzender ist Diakon Alois Hiebl, Vize Elke Pecher. Holger Kruschina ist Vorsitzender des Sudetendeutschen Priesterwerkes.

„Hier in Bayern sieht das jedoch noch etwas positiver aus“, sagte Steffen Hörtler in seinem Grußwort. „Über 70 Millionen Menschen sind heute von Flucht und Vertreibung betroffen“, so der stellvertretende Bundesvorsitzende. In all den Jahren habe die Kreisgruppe sich zum Motto gemacht, dass nie wieder Flucht und Vertreibung stattfinden sollten. Die Vertriebenen hätten auf Rache und Vergeltung bereits 1950 verzichtet. „Doch nicht nur das. Wir haben immer schon gesagt, dass wir die Zukunft in einem gemeinsamen Europa sehen, und wir haben auch gesagt, dass wir das Land aufbauen. Bayern war ein Agrarstaat, und das, was heute hier in Bayern geschaffen worden ist, da haben wir Vertriebenen einen großen Anteil daran.“

Während der Veranstaltung sorgte die Dinnermusik der Landkreismusikschule für musikalische Unterhaltung. Ottilie Altmann ließ die Lebenssituation in der Gründungszeit Revue passieren, und Kreisvorsitzender und Diakon Alois Hiebl bedankte sich bei allen für die Vorbereitungen.

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